BANGKOK, THAILAND – Die Einwanderungsbehörde geht massiv gegen ein Netzwerk von „Bao Guan“-Vermittlern vor, die Ausländern gegen saftige Gebühren eine garantierte Einreise versprechen. Ein Untersuchungsausschuss prüft jetzt, ob Beamte ihre Namen hergaben oder selbst kassierten. Zugleich schnellen die Einreiseverweigerungen in die Höhe – seit Anfang 2026 bereits über 13.000 Fälle.
Sonderermittler jagen „Bao Guan“-Netzwerk
Polizeigeneralmajor Kathathorn Khamthiang, Kommandeur der Immigration Division 2, hat sofort einen Untersuchungsausschuss eingesetzt. Der Verdacht: Vermittler nutzten Namen von Beamten oder Behörden, um sich Geld für eine angebliche „Garantie-Einreise“ am Flughafen Suvarnabhumi zu erschleichen.
Die als „Bao Guan“ bekannten Dienste verlangten von Ausländern zwischen 4.500 und 12.000 Baht – abhängig vom Visumtyp und Risikoeinschätzung. Sollte ein Beamter dabei mitgemischt haben, drohen laut Polizei entschlossene disziplinarische und strafrechtliche Konsequenzen.
Preise explodieren wegen schärferer Kontrollen
Nach Erkenntnissen der Einwanderungsbehörde trieben die Agenten ihre Forderungen erst in die Höhe, nachdem die Kontrollen drastisch verschärft wurden. Gerade chinesische Vermittler hätten die Situation ausgenutzt, um Servicegebühren zu vervielfachen – Reisende zahlten plötzlich bis zu zehnmal mehr als früher.
Betroffen sind vor allem Inhaber von Visa wie Thailand Elite, Studentenvisa oder dem Destination Thailand Visa (DTV). Die Polizei warnt: Wer korrekte Dokumente und einen klaren Einreisezweck hat, braucht keine teuren Vermittler und kommt völlig normal durch die Passkontrolle.
Call-Center-Banden sollen draußen bleiben
Die Razzia-Stimmung hat einen handfesten Hintergrund. Seit 2025 drückte Polizeigeneralleutnant Phanumart Boonyaluck, Chef des Immigration Bureau, eine harte Linie durch, um Betrügerbanden aus Nachbarländern fernzuhalten, die nach Thailand ausweichen wollen.
Im Fokus stehen transnationale Kriminalität und Call-Center-Netzwerke, die nach Razzien etwa in Myanmar ihre Operationen ins Königreich verlagern könnten. Die Beamten kontrollieren deshalb inzwischen viel strenger, wer ins Land kommt.
Schon über 13.000 Abgewiesene in diesem Jahr
Die Zahlen belegen den neuen Kurs: Bis zu diesem Zeitpunkt verweigerten die Einwanderungsbeamten 2026 bereits 13.229 Menschen die Einreise – im gesamten Vorjahr waren es 22.339. Die Quote steigt also rasant an.
Risikogruppen, die besonders unter die Lupe genommen werden, sind Vielreisende mit auffälligen Visa-Runs, ungewöhnlich langen Aufenthalten oder Verbindungen zu organisierten Betrügerbanden. Die Botschaft der Behörde ist glasklar: Wer verschleierte Absichten hat, kommt nicht rein.
30.000 Reisende vor Täuschung gewarnt
Mehr als 30.000 Ausländer hat die Einwanderungspolizei zusätzlich befragt, weil sie als potenzielle Opfer von Täuschung galten – etwa durch Angebote, die sie über Grenzen nach Myanmar locken sollten. Solche Risikogruppen werden nun bei der Einreise gezielt angesprochen.
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Die Beamten wollen so verhindern, dass Reisende unwissentlich in illegale Netzwerke geraten. Gleichzeitig wächst der Druck auf Agenten, die ihre Klienten mit falschen Versprechungen nach Thailand lotsen.
Polizei stellt klar: Wer sauber einreist, hat nichts zu befürchten
Polizeioberst Pongthorn Pongratchatanan, Sprecher der Immigration Division 2, betonte gegenüber Medien: „Menschen, die ordnungsgemäß ins Land kommen, einen klaren Zweck haben, vollständige Unterlagen vorlegen und nicht in kriminelles Verhalten verwickelt sind, erhalten ganz normale Unterstützung.“ Das sei eine ausdrückliche Zusage für alle rechtstreuen Touristen und Geschäftsleute.
Für alle anderen, die mit falschen Visatypen oder getarnten Absichten auftauchen, bleibe es bei konsequenten Abweisungen. Der Sprecher macht deutlich: Der Schutz des Landes und der gesetzestreuen Besucher habe Vorrang vor kriminellen Ausweichmanövern.
Untersuchung läuft – Beamte drohen mit aller Härte
Der eingesetzte Untersuchungsausschuss wertet nun Kommunikationswege und Beteiligte aus, um zu klären, wer hinter dem „Bao Guan“-Geschäft steckt und ob eigene Leute die Hand aufhielten. Sollte sich die Beteiligung eines Einwanderungsbeamten bestätigen, kündigt die Behörde sofortige strafrechtliche wie disziplinarische Konsequenzen an.
Der Kommandeur der Immigration Division 2, Polizeigeneralmajor Kathathorn Khamthiang, betonte, dass die Behörde entschlossen gegen jegliche Korruption vorgehen werde, um die Integrität der Einreisekontrollen zu gewährleisten und das Vertrauen der Öffentlichkeit zu schützen.



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