BANGKOK – Der Nationale Energiepolitik-Rat (NEPC) hat eine radikale Reform der Stromtarife beschlossen. Haushalte werden bei niedrigem Verbrauch massiv entlastet, der Preis fällt auf 3 Baht pro Einheit. Gleichzeitig müssen Großverbraucher wie Rechenzentren künftig deutlich tiefer in die Tasche greifen und sich echten Kosten stellen.
3 Baht für die ersten 200 Einheiten
Der NEPC drückt den progressiven Haushaltstarif für den Grundverbrauch. Für die ersten 200 Einheiten zahlen private Nutzer künftig nur noch 3 Baht pro Einheit.
Die Tarife für Verbräuche zwischen 201 und 400 sowie über 401 Einheiten bleiben zwar stabil, doch durch das Streichen versteckter öffentlicher Kosten aus der Tarifstruktur sparen alle Haushalte konkret Geld.
Endlich auch Mieter und Wohnheime im Boot
Ein großer Wurf ist die erweiterte Definition privater Stromverbraucher. Sie umfasst jetzt auch Mietobjekte wie Apartments, Wohnheime und Häuser ohne offizielle Registrierung.
Diese Nutzer mussten bisher oft teure Übergangstarife zahlen. Die Reform erlaubt ihnen den Wechsel auf den günstigen Standard-Haushaltstarif – eine direkte Entlastung für Studenten und Arbeiter.
Öffentliche Kosten fliegen aus der Rechnung
Die Kosten für Straßenbeleuchtung und andere öffentliche Infrastruktur werden aus den allgemeinen Tarifen herausgelöst. Dafür entsteht ein neuer, spezifischer Tarif.
Die Energieregulierungsbehörde ERC muss nun Gesetze und Vorschriften überarbeiten, um Beiträge aus zusätzlichen Quellen zu erheben: Geld von Rechenzentren, Nutzern direkter Stromabnahmeverträge und aus reduzierten „Adder“-Zahlungen soll die öffentlichen Lasten künftig decken.
Rechenzentren müssen bluten
Für stromhungrige Rechenzentren genehmigte der NEPC einen separaten Tarif, der tatsächliche Kosten widerspiegelt. Das bedeutet Preise zwischen 5 und 6 Baht pro Einheit statt der günstigen Haushaltskonditionen.
In die Kalkulation fließen teures Flüssigerdgas und immense Investitionen in Hochsicherheits-Stromnetze ein. Die Botschaft ist klar: Die Allgemeinheit soll nicht für die Sonderwünsche großer Tech-Konzerne zahlen.
Kaution und Wasserpläne als Pflicht
Bevor der Staat massiv in die Netzinfrastruktur investiert, müssen große Rechenzentrumsbetreiber künftig eine Kaution für die Netznutzung hinterlegen. Sie belegt ein ernsthaftes Investitionsinteresse.
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Zudem schreibt der NEPC zwingende Wassermanagementpläne vor. Die Kühlung der Server frisst Unmengen Wasser, eine Konkurrenz zur öffentlichen Versorgung und Landwirtschaft soll so verhindert werden.
Teure Altverträge kommen auf den Prüfstand
Der NEPC setzt den Rotstift bei langfristigen Stromabnahmeverträgen an. Ein Ausschuss unter dem Vorsitz von Vize-Premier Pakorn Nilprapunt soll das Problem der sogenannten „Adder“-Verträge lösen.
Geplant sind feste Enddaten für alle nicht festen Verträge und eine Anpassung der Abnahmeraten an die Realität. Der Solarstrom-Ankaufspreis wird so auf 2,1579 Baht pro Einheit festgezurrt, die drei Strombehörden müssen umgehend nachverhandeln.
Solar-Boom in den Gemeinden
Das Projekt „Gemeinschaftsbasiertes Solarfarm-Projekt“ geht mit neuen Regeln in die Verlängerung. Projekte sind auf maximal 10 Megawatt begrenzt, das Gesamtziel für den Stromankauf liegt bei 1.500 Megawatt.
Die Strombehörden MEA und PEA zahlen einen Einspeisetarif von 2,1679 Baht pro Einheit bei einer Vertragslaufzeit von 25 Jahren. Nach dem Prinzip „ein Unterbezirk, ein Projekt“ sollen möglichst viele Regionen von sauberer Energie profitieren.
Wettbewerb statt Windhundprinzip
Die Auswahl der Betreiber stellt der NEPC auf ein wettbewerbliches Punktesystem um. Das alte „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“-Verfahren gehört damit der Vergangenheit an. Jeder Entwickler darf Projekte mit maximal 30 Megawatt Gesamtleistung gewinnen. So verhindert der Rat eine Konzentration auf wenige große Spieler und stärkt die Effizienz dezentraler Stromversorgung.
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