BANGKOK – Der thailändische Baht ist auf den schwächsten Stand seit 15 Monaten gerutscht und hat seit Jahresbeginn mehr als 6 Prozent an Wert eingebüßt. Steigende Ölpreise und die Spannungen im Nahen Osten treiben Thailands Importrechnung hoch und drücken die Leistungsbilanz ins Defizit. Krungsri rechnet mit einer Stabilisierung im vierten Quartal und setzt mit einer neuen Devisenstrategie auf digitalen Ausbau und Mehrwährungslösungen.
Teure Ölimporte zerren den Baht nach unten
Die Schwäche des Baht im ersten Halbjahr ist kein Zeichen fauler Fundamentaldaten, sondern ein Spiegel der Energieabhängigkeit Thailands. Als Netto-Ölimporteur stemmt das Land in diesem Jahr hohe Kosten für Energiesicherheit, was das Leistungsbilanzdefizit vergrößert und die Währung dauerhaft belastet.
„Die Bewegung des Baht zeigt derzeit die steigenden globalen Ölpreise. Wir müssen Öl zu hohen Kosten importieren, das führt ins Defizit. Stabilisieren sich die Ölpreise und steigen nicht weiter, sollte der Druck nachlassen“, sagte Roong Sanguanruang von Krungsri. Sie verwies auf Devisenreserven, die etwa sechs Monate Importe abdecken und so einen Puffer gegen externe Schocks bieten.
Eine weniger berechenbare Fed und ein stärkerer Yen
Die Märkte richten ihren Blick inzwischen stärker auf die US-Notenbank. Unter Chairman Kevin Warsh will die Fed ihre Forward Guidance stutzen und den Kommunikationskurs reformieren. Krungsri warnt vor heftigeren Ausschlägen rund um US-Konjunkturdaten und vor den Zwischenwahlen.
Im Gegenzug stützt die Bank of Japan den Yen mit weiteren Zinsschritten. Die japanischen Leitzinsen könnten bald über den thailändischen liegen – ein seltenes Ereignis, das die regionale Währungsdynamik verschieben würde.
Leitzins in Thailand bleibt bei 1 Prozent
Die Bank of Thailand wird ihren Leitzins über mehrere Quartale bei 1,00 Prozent halten, solange Wachstum und Inflation keine starken Ausschläge zeigen. Kostentreibende Inflation gilt als vorübergehend. Der geldpolitische Ausschuss achtet stärker auf Binnennachfrage und Stabilität.
„Wir gehen davon aus, dass die Bank den Satz bei 1 Prozent hält. Sie wird gezielte Maßnahmen für überschuldete Gruppen nutzen, statt pauschal die Zinsen zu ändern. So verhindert sie, dass Menschen zu viel leihen“, erklärte Roong.
Krungsris Drei-Säulen-Strategie für 2026
Die Bank stellt ihr Devisengeschäft auf drei Pfeiler: vollständige digitale FX-Abwicklung über FX@Krungsri, tiefe API-Integration und Echtzeit-Updates per LINE. Dazu kommen grenzüberschreitende Lösungen, nun auch in südkoreanischem Won, VAE-Dirham und saudischem Rial.
Als dritte Säule baut Krungsri Risikomanagement-Tools aus – mit KI-Unterstützung, maßgeschneiderten Optionsstrukturen und Anlageprodukten, die auf dem Netzwerk der Muttergesellschaft MUFG aufsetzen. Hirotaka Kuroki, Leiter der Global Markets Group, sagte: „Auf einem von Währungs- und Energiepreis-Volatilität geprägten Markt sind wir nicht nur Finanzdienstleister, sondern Partner, der Kunden hilft, Risiken zu managen und Chancen zu erkennen.“
Milliarden-Gewinne durch neues Kundenvertrauen
Das Devisen- und Handelsgeschäft von Krungsri legte in fünf Jahren im Schnitt um 16 Prozent zu. Die Gewinne aus Handels- und FX-Transaktionen erreichten 2025 insgesamt 7,4 Milliarden Baht. Hinter dem Wachstum steht eine Verschiebung: Während Thailands Import-Export-Wert im letzten Jahrzehnt um über 60 Prozent stieg, wuchs das FX-Transaktionsvolumen über Geschäftsbanken nur um 5,7 Prozent.
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Unternehmen haben heute viel mehr Optionen für ihr Währungsmanagement, und Krungsri profitiert vom tiefen Vertrauen, das Kunden in die Bank setzen, um sie durch eine komplexe Risikolandschaft zu lotsen. Kuroki betont, dass diese Ergebnisse mehr einfangen als reines Transaktionsvolumen.
Baht-Erholung und ausländisches Kapital im Visier
Krungsri rechnet im vierten Quartal mit einer Stabilisierung und leichten Aufwertung des Baht – die Prognose liegt bei 32 bis 34 Baht pro US-Dollar. Voraussetzung sind stabile Fed-Zinsen und eine weiter verbesserte Handelsbilanz. Als Hauptrisiko gilt die US-Inflation. Ausländisches Portfoliokapital kehrt nach Jahren der Nettoverkäufe in thailändische Aktien zurück. Investoren sehen thailändische Papiere zunehmend als Value-Chance und möglichen sicheren Hafen – manche Zuflüsse deuten auf langfristige Positionierung, nicht auf kurzfristigen Handel.
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Da, wo der Baht hingehört, bei mindestens 42 zum Euro, ist ja noch viel Luft nach unten. Ist aber nur meine Meinung, der ich wenig Ahnung vom Devisenhandel und Zustande kommen der Wechselkurse habe.