BANGKOK – Thailands Tourismusministerium drückt bei den Konjunkturspritzen für die Reisebranche aufs Tempo. Statt auf den Haushalt 2027 zu warten, will es drei Programme mit einem Volumen von 2,45 Milliarden Baht über einen Notkreditrahmen von 400 Milliarden Baht finanzieren, um sie rechtzeitig zur Nebensaison im September und Oktober 2026 an den Start zu bringen.
Notkredit statt Haushaltsverzögerung
Tourismus- und Sportminister Surasak Phancharoenworakul bestätigte am 31. Juli die Absicht, die Finanzierung mit dem Finanzministerium unter dem Notkreditdekret zu erörtern. Die Dringlichkeit erklärt er mit dem drohenden Zeitverlust: Ein Warten auf den zentralen Haushalt für das Geschäftsjahr 2027 würde den Markt frühestens Ende des Jahres erreichen, wenn die Hochsaison bereits läuft.
„Das würde bedeuten, die Gelegenheit zu verpassen, den Markt im September oder Oktober 2026 anzukurbeln, was in die Nebensaison fällt“, so Surasak. Tourismusunternehmen und Fluggesellschaften ächzen unter den Auswirkungen der Nahostkrise und gestiegener Energiepreise.
Drei Säulen für 56 Milliarden Baht Umsatz
Die drei geplanten Maßnahmen zielen darauf ab, einen Tourismusumsatz von rund 56 Milliarden Baht zu generieren. Alle Programme wurden im Juli von einem öffentlich-privaten Komitee gebilligt. Das Gespräch mit Finanzminister Ekniti Nitithanprapas über die finalen Budgetdetails ist für die kommende Woche anberaumt.
Bis Ende August 2026 sollen die Vorschläge dann dem Kabinett zur Prüfung vorliegen. Das Ministerium peilt die Finanzierung aus dem zweiten Teil des 400-Milliarden-Baht-Rahmens an, jenen 200 Milliarden Baht, die für dringende Hilfe bei der Energiekrise vorgesehen sind.
„Thai Tiew Thai Plus“: 500.000 Zuschüsse für Inlandsreisen
Das Kernstück der Offensive ist das Ko-Zahlungsprogramm „Thai Tiew Thai Plus“. Reisende und Regierung teilen sich die förderfähigen Ausgaben jeweils zur Hälfte. Insgesamt stehen 500.000 Berechtigungen zur Verfügung, jeder Reisende kann bis zu fünf davon nutzen.
Hotelsubventionen sind auf 3.000 Baht pro Berechtigung gedeckelt, zusätzlich gibt es Gutscheine im Wert von bis zu 500 Baht. Mit einem Budget von 1,75 Milliarden Baht rechnet das Ministerium mit einem wirtschaftlichen Effekt von über 32 Milliarden Baht und Steuereinnahmen von 1,6 Milliarden Baht.
400 Baht Rabatt auf Inlandsflüge
Das zweite Programm „Fly Thai All the Feelings“ verbilligt Inlandsflüge zu Nebenzielen. Für 400.000 Sitzplätze gibt es 400 Baht Rabatt auf Flüge zu Hauptzielen und 600 Baht auf Verbindungen zu sekundären Destinationen. Sechs thailändische Airlines verteilen die Aktionscodes nach dem Windhundprinzip.
Die erwarteten 200.000 Reisenden könnten laut Ministerium rund 1,6 Milliarden Baht an wirtschaftlicher Aktivität auslösen. Die Kosten für den Staat belaufen sich auf 200 Millionen Baht.
Charter und Linie aus dem Ausland ankurbeln
Mit 500 Millionen Baht für gemeinsame Marketingaktionen zielt „Thailand Air Connect“ auf internationale Charter- und Linienflüge. Mindestens 600 Flüge sollen so abgedeckt werden. Das bringt nach Berechnungen rund 87.000 Charterpassagiere und 400.000 Reisende über kommerzielle Airlines ins Land.
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Insgesamt werden mindestens 487.000 zusätzliche Ankünfte erwartet, die einen Umsatz von über 23 Milliarden Baht in die Kassen spülen sollen.
Zweite Runde in der nächsten Flaute
Das Ministerium sieht die erste Phase als eine Art Testlauf. Sollte sie erfolgreich sein, ist eine Wiederholung bereits fest eingeplant. Surasak kündigte an, das Portfolio an Konjunkturmaßnahmen in der nächsten Nebensaison um eine zweite Phase zu erweitern.
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Es gibt viele Wege Geld zu verbrennen. Das Feuer mit „Notkrediten“ am lodern zu halten dürfte wohl zu den effektivsten und nachhaltigsten gehören. 😯