Traumhaus am Meer: Was kostet das Eigenheim in Thailand wirklich?

Ein Haus am Meer in Thailand kaufen – das geht, auch ohne Millionenbudget. Aber welche Küste, welche Regeln und welche Fallen warten?

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KI generiertes Symbolbild

Ein Haus mit Meerblick, morgens Kaffee auf der Terrasse, abends der Golf von Thailand vor der Haustür – für Hunderttausende Deutschsprachige ist das kein Urlaubstraum mehr, sondern ein konkreter Plan. Thailand hat die Küstenimmobilie längst zum Exportprodukt gemacht. Was die Prospekte verschweigen: Das Land verkauft Atmosphäre sehr gut, aber Grundeigentum an Ausländer eigentlich gar nicht. Wer trotzdem legal einzieht – und das geht – muss verstehen, was er wirklich kauft, was es kostet und wo an der Küste das Geld am sinnvollsten hinfließt.

Pattaya: Günstigster Einstieg, größte Auswahl, gemischtes Publikum

Pattaya polarisiert. Wer eine saubere Strandpromenade mit Designerhotels erwartet, wird enttäuscht. Wer eine funktionierende Stadt mit allem sucht, was ein Expat-Leben trägt – internationales Krankenhaus, europäische Supermärkte, direkter Flug via Bangkok –, findet hier mehr als anderswo. Der Immobilienmarkt ist der liquideste an der ganzen Küste: Studios in Jomtien gibt es ab rund 1,5 Millionen Baht, Häuser weiter draußen ab 2 bis 3 Millionen Baht – manchmal darunter. Premium-Lagen in Wongamat kosten 6 bis 15 Millionen Baht aufwärts.

Der Markt leidet 2026 unter Überangebot im mittleren Segment. Wer kauft, kauft mit Verhandlungsspielraum – 10 bis 20 Prozent unter Listenpreis sind bei Bestandsimmobilien keine Seltenheit. Neubauprojekte liefern dagegen kaum Rabatt, bieten aber den Vorteil der frischen Foreign Quota. Wer als Ausländer eine Eigentumswohnung kauft, muss auf genau diese Quote achten: In manchen älteren Pattaya-Projekten ist sie längst ausgeschöpft, was den Kauf im eigenen Namen unmöglich macht.

Hua Hin: Ruhe, Royal Flair und ein Markt ohne Hysterie

Hua Hin ist das Gegenteil von Pattaya. Die Stadt am Golf von Thailand, rund 200 Kilometer südlich von Bangkok, hat ihren Charakter als königlicher Badeort nie abgelegt. Das Tempo ist langsamer, das Publikum älter, die Preise gemäßigter als auf Phuket. Condominiums kosten zwischen 55.000 und 75.000 Baht pro Quadratmeter, einfache Häuser beginnen schon ab rund 2 Millionen Baht. Pool-Villas in Gated Communities starten bei etwa 4,5 bis 5 Millionen Baht – für Strandnähe werden schnell 10 Millionen Baht und mehr fällig.

Was Hua Hin für die Zielgruppe 50 plus besonders interessant macht: Es gibt internationale Kliniken, gute Golfplätze, eine gewachsene deutsch- und skandinavischsprachige Gemeinschaft und keinen Partytourismus. Die Infrastruktur verbessert sich, ein Flughafenausbau mit internationalen Verbindungen ist in Planung. Wer ein ruhiges Leben am Meer sucht, findet hier die vernünftigste Kombination aus Preis, Infrastruktur und Lebensqualität an der gesamten Küste.

Prachuap Khiri Khan: Die Geheimtipp-Provinz mit niedrigen Preisen

Wer südlich von Hua Hin weiterfährt, erreicht eine der am wenigsten überteuerten Küstenprovinzen Thailands. Prachuap Khiri Khan hat keine Massentourismus-Infrastruktur, dafür saubere Strände und Preise weit unter Hua-Hin-Niveau. Einfache Häuser starten ab 1,5 Millionen Baht, solide Objekte in Strandnähe kosten 2 bis 4 Millionen Baht. Eigentumswohnungen für Ausländer gibt es kaum – der Markt ist auf Thai-Käufer und Häuser ausgerichtet, was die Optionen für Ausländer auf Pacht und Superficies beschränkt.

Der Transfermarkt zeigt, warum die Provinz als Geheimtipp gilt: 2025 verzeichnete Prachuap Khiri Khan laut KKP Research ein Transferwachstum von 66 Prozent – mehr als jede andere Küstenregion. Das Wachstum kommt vor allem von Bangkok-Thais, die ein Ferienhaus suchen, zieht aber zunehmend auch ausländische Käufer an, die die Preise der populären Orte nicht mehr zahlen wollen. Für einen ersten Erkundungsaufenthalt lohnt sich besonders der Ort Bang Saphan Noi weiter im Süden.

Rayong und die Ostküste: Industrie, aber auch stille Strände

Die Ostküste um Rayong, Koh Samet und Ban Phe gilt nicht als klassisches Expat-Ziel – zu nah an der Industriezone des Eastern Economic Corridor, zu wenig internationales Flair. Dabei gibt es hier Strände, die ruhiger und sauberer sind als die meisten Pattaya-Zonen. Immobilienpreise liegen spürbar unter Pattaya-Niveau, Häuser in Strandnähe sind für 3 bis 7 Millionen Baht zu finden. Das Angebot richtet sich aber fast ausschließlich an Thais, weshalb der Condo-Markt für Ausländer dünn ist.

Koh Samet selbst ist als Insel ein Sonderfall: Viel der Landfläche liegt im Nationalpark und ist damit für privaten Erwerb grundsätzlich gesperrt. Wer trotzdem langfristig auf der Insel wohnen will, ist auf Langzeitmietverträge angewiesen, echte Kaufoptionen gibt es praktisch nicht. Die Ostküste eignet sich eher als günstigere Alternative zum Wohnen in Festlandnähe als für eine Immobilieninvestition.

Koh Samui: Inselfeeling mit Luxuspreisen und logistischen Tücken

Koh Samui hat sich in wenigen Jahren vom Backpacker-Ziel zur Luxusinsel gewandelt. Das Immobilienangebot ist entsprechend: Villas mit Pool kosten zwischen 8 und 35 Millionen Baht, Penthouses mit Meerblick starten bei 5 Millionen Baht. Der Markt boomt – Surat Thani inklusive Koh Samui verzeichnete 2025 laut KKP Research ein Transferwachstum von 220 Prozent, getrieben vor allem durch Luxusvillen in Bophut und Chaweng Noi. Ausländische Käufer stellen dabei einen erheblichen Teil der Nachfrage.

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Was viele unterschätzen: Das Inselleben hat seinen Preis jenseits der Immobilie. Alles ist teurer als auf dem Festland – Strom, Wasser, Lebensmittel, Handwerker. Krankenhäuser auf der Insel sind für Routinebehandlungen ausreichend, ernstere Eingriffe enden trotzdem im Hubschrauber oder auf der Fähre Richtung Festland. Wer die Insel nicht nur als Ferienwohnung nutzen will, sollte diese Alltagsrealität einkalkulieren.

Phuket: Teuerste Küste, stärkster Markt, höchste Ausländernachfrage

Phuket ist für viele Europäer der erste Gedanke, wenn sie an Thailand und Immobilien denken – und der Markt zeigt warum. Die Westküste zwischen Kamala, Surin, Bang Tao und Cherng Talay zählt zu den am stärksten nachgefragten Immobilienmärkten ganz Südostasiens. Freehold-Condominiums kosten dort zwischen 85.000 und 220.000 Baht pro Quadratmeter, Luxusvillen in Strandnähe starten bei 15 Millionen Baht und reichen weit über 100 Millionen Baht. Ausländer kaufen mehr als 60 Prozent der High-End-Einheiten.

Wer eine kleinere Einheit sucht, findet im Süden der Insel – Rawai, Nai Harn – Condos ab rund 1,5 bis 2,4 Millionen Baht für ein Studio; gut ausgestattete Ein-Zimmer-Einheiten liegen bei 2,5 bis 4 Millionen Baht. Diese Lagen haben weniger Tourismuslärm, aber eine gewachsene Expat-Community und ordentliche Infrastruktur. Ein Faktor, den Kaufinteressierte 2026 im Blick haben sollten: Diskutiert wird eine Absenkung der Foreign Quota von 49 auf möglicherweise 30 bis 39 Prozent – beschlossen ist nichts, aber die Debatte läuft.

Krabi, Khao Lak und die ruhigen Alternativen im Süden

Wer Phuket zu überlaufen findet, schaut nach Krabi oder Khao Lak. Krabi hat eine der schönsten Naturkulissen Thailands – Kalksteinfelsen, klares Wasser, weniger Massentourismus als die große Nachbarinsel. Der Immobilienmarkt ist kleiner und weniger liquide, dafür günstiger: Häuser in guter Lage kosten 4 bis 10 Millionen Baht, Condominiums für Ausländer gibt es, aber das Angebot ist überschaubar. Wer kauft, kauft in einem Markt mit weniger Wiederverkaufsvolumen.

Khao Lak nördlich von Phuket ist fast ausschließlich Touristengebiet mit Saisonbetrieb. Dauerhaft wohnen kann man dort, aber die Infrastruktur für Langzeitaufenthalte ist dünn. Der Reiz liegt im Preis und in der Ruhe – nicht in der Alltagstauglichkeit. Wer dort kauft, kauft eine Ferienimmobilie, kein Zuhause für zwölf Monate im Jahr.

Was Ausländer in Thailand legal kaufen dürfen – und was nicht

Der Grundsatz steht seit 1954 und hat sich nicht verändert: Ausländer dürfen in Thailand kein Grundstück auf den eigenen Namen kaufen. Section 86 des Land Code Act B.E. 2497 sagt das unmissverständlich. Wer ein Haus kauft, kauft damit das Gebäude – aber nicht den Boden darunter. Der gehört einem Thai. Diese Regel klingt wie ein Hindernis, ist in der Praxis aber lösbar – allerdings nur auf bestimmten gesetzlich definierten Wegen.

Was hingegen ohne Einschränkung möglich ist: der Kauf einer Eigentumswohnung. Der Condominium Act B.E. 2522 erlaubt Ausländern den vollständigen Freehold-Erwerb einer Einheit, solange der Ausländeranteil in einem Gebäude insgesamt 49 Prozent der Gesamtfläche nicht übersteigt – die sogenannte Foreign Quota. Diese Wohnung wird im Chanote, dem offiziellen Grundbucheintrag, auf den eigenen Namen eingetragen. Sie kann vererbt und verkauft werden. Das ist echtes Eigentum.

Die Foreign Quota beim Wohnungskauf: Was sie bedeutet und wo sie fehlt

Die 49-Prozent-Grenze gilt pro Gebäude, bezogen auf die verkaufbare Gesamtfläche – nicht auf die Anzahl der Einheiten. Ein Penthouse mit 200 Quadratmetern belegt dieselbe Quote wie vier Studios mit je 50 Quadratmetern. In gefragten Projekten in Phuket, Pattaya und Bangkok ist diese Quote oft schon vor Fertigstellung ausgeschöpft. Wer in einem solchen Projekt kaufen will, landet automatisch in der Thai Quota – und muss eine andere Struktur wählen.

Vor jeder Unterschrift lohnt sich deshalb eine schriftliche Bestätigung der verfügbaren Foreign Quota beim Juristic Person Office des Projekts oder beim zuständigen Landamt. Wer das versäumt, riskiert, dass das Landamt die Eigentumsübertragung auf den eigenen Namen verweigert – und zwar ohne Entschädigung. Gerade bei Neubauprojekten kann sich die Quotenlage zwischen Vertragsabschluss und Übergabe verändern.

Haus statt Wohnung: Pacht, Nießbrauch und Erbbaurecht als legale Wege

Wer ein Haus mit Garten will, braucht eine andere Konstruktion. Der gebräuchlichste Weg ist der registrierte Pachtvertrag: Section 540 des Civil and Commercial Code begrenzt die Laufzeit auf 30 Jahre. Der Vertrag muss beim Landamt eingetragen werden, damit er auch gegenüber einem späteren Grundstückseigentümer gilt. Was seit März 2025 nicht mehr funktioniert: die 30+30+30-Klausel. Der Oberste Gerichtshof hat mit Entscheidung Nr. 4655/2566 klargestellt, dass vorab vereinbarte automatische Verlängerungen nichtig sind.

Zwei weitere Instrumente kommen hinzu. Der Nießbrauch (Sections 1417–1428) gibt das Recht, eine Immobilie zu bewohnen und Erträge zu ziehen – auf Lebenszeit, erlischt beim Tod, geht nicht auf Erben über. Das Erbbaurecht, Thai-Recht: Superficies (Sections 1410–1416), trennt Gebäude- vom Bodeneigentum. Der Ausländer besitzt das Haus, der Thai das Grundstück. Anders als der Nießbrauch ist es vererbbar. In der Praxis kombinieren Anwälte alle drei: Pacht für den Boden, Superficies für das Gebäude, Nießbrauch als Absicherung.

Nominee-Firmen: Was viele noch machen und warum es 2026 gefährlich ist

Jahrzehntelang war die Nominee-Firma das inoffizielle Standardprodukt der Branche: Ein Ausländer gründet eine Thai-Gesellschaft mit thailändischen Strohmännern als Mehrheitsaktionäre, die Firma kauft das Grundstück. Auf dem Papier legal, in der Absicht eine Gesetzesumgehung. Seit Anfang 2026 durchsucht das Department of Business Development Firmenregister algorithmisch nach Nominee-Indikatoren: keine echte Geschäftstätigkeit, Strohmänner ohne Kapitaleinlage, einziger Vermögenswert ein Wohngrundstück.

Wer in einer solchen Struktur sitzt, riskiert Zwangsverkauf, Strafanzeige und Einreiseverbot. Die Anwälte, die diese Konstruktionen verkauft haben, stehen dagegen selten vor Gericht. Wer heute noch kauft und auf eine Nominee-Firma setzt, spielt russisches Roulette – mit dem einzigen Unterschied, dass die Wahrscheinlichkeit eines Treffers jedes Jahr steigt. Es gibt genug legale Wege, die keiner Grauzone bedürfen.

Das FET-Formular: Warum der Geldweg die Eigentumsfrage entscheidet

Wer eine Eigentumswohnung in Thailand kauft, muss den Kaufpreis aus dem Ausland überweisen – in Fremdwährung, auf ein Thai-Bankkonto. Die empfangende Thai-Bank stellt dann das Foreign Exchange Transaction Form aus, kurz FET. Ohne dieses Dokument verweigert das Landamt die Übertragung des Eigentumstitels auf einen ausländischen Namen – ausnahmslos. Das Dokument belegt, dass echtes Auslandskapital in die Transaktion geflossen ist.

Wer Baht von einem bereits bestehenden Thai-Konto überweist, erzeugt kein gültiges FET-Formular. Wer Geld auf Umwegen schickt oder die Summe aufteilt, riskiert Probleme bei der Eigentumsregistrierung. Das Original des Dokuments muss aufbewahrt werden – es wird auch dann benötigt, wenn die Wohnung irgendwann verkauft und der Erlös ins Ausland rücküberwiesen werden soll. Dieser Schritt klingt bürokratisch, ist aber der entscheidende Hebel für den gesamten Eigentumsvorgang.

Kaufnebenkosten: Was beim Landamt fällig wird

Beim Immobilienkauf fallen am Landamt mehrere Kosten an, die auf den Kaufpreis aufgeschlagen werden. Die Übertragungsgebühr beträgt 2 Prozent des behördlich geschätzten Immobilienwerts – dieser Schätzwert liegt oft unter dem tatsächlichen Kaufpreis. Hinzu kommt entweder die Specific Business Tax von 3,3 Prozent, wenn der Verkäufer die Immobilie weniger als fünf Jahre gehalten hat, oder die Stempelsteuer von 0,5 Prozent bei längerer Haltedauer. Beide werden nicht gleichzeitig fällig, sondern schließen sich gegenseitig aus.

In der Praxis tragen Käufer und Verkäufer diese Kosten meist hälftig, aber das ist verhandelbar – und sollte vor Vertragsunterzeichnung schriftlich geregelt sein. Dazu kommt eine Quellensteuer auf Verkäuferseite. Wer budgetiert, sollte pauschal mit 3 bis 5 Prozent des Kaufpreises an Nebenkosten rechnen. Für eine unabhängige Rechtsprüfung durch einen Thai-Anwalt kommen noch einmal 25.000 bis 80.000 Baht obendrauf – kein Luxus, sondern bei einem sechsstelligen Euro-Betrag schlicht vernünftig.

Immobilien kaufen in Thailand: Laufende Kosten und Instandhaltung

Nach dem Kauf beginnt das Rechnen erst richtig. In Kondominiumanlagen fallen monatliche Common-Area-Gebühren an – in der Regel 40 bis 80 Baht pro Quadratmeter Wohnfläche. Das entspricht bei einer 60-Quadratmeter-Wohnung zwischen 2.400 und 4.800 Baht im Monat für Sicherheitsdienst, Poolpflege, Gartenanlage und Gebäudebetrieb. Dazu kommt ein einmaliger Sinking Fund bei Neubau, der nicht rückerstattbar ist. Elektriker, Klimaanlagen-Service und Malerarbeiten addieren sich je nach Zustand des Objekts auf weitere 20.000 bis 60.000 Baht pro Jahr.

Das Klima an der Küste ist der härteste Feind jeder Immobilie. Salzluft, Hitze und Feuchtigkeit zersetzen Fassaden, Holzkonstruktionen und Klimaanlagen schneller als in Deutschland. Wer das ignoriert, verliert Wert. Wer es einplant, bleibt handlungsfähig. Als Faustregel gilt: Ein bis zwei Prozent des Kaufpreises pro Jahr als Rücklage für Instandhaltung ist keine Übervorsicht, sondern Realismus am Meer.

Krankenversicherung: Ohne Absicherung bleibt das Haus eine Falle

Wer dauerhaft an der Küste lebt, scheidet aus dem deutschen, österreichischen oder schweizerischen Pflichtversicherungssystem aus. Die gesetzlichen Kassen zahlen bei dauerhaftem Auslandsaufenthalt nicht mehr. Das klingt selbstverständlich, wird aber regelmäßig unterschätzt – bis ein Krankenhausaufenthalt im Privatspital kommt, der schnell 50.000 bis 200.000 Baht kostet. Eine internationale Krankenversicherung für Expats ist kein optionaler Zusatz, sondern der Baustein, ohne den das Wohnprojekt auf tönernen Füßen steht.

Für das Non-Immigrant-O-A-Visum ist ohnehin eine Mindestdeckung von 3 Millionen Baht Pflicht, die bei der Antragstellung nachgewiesen werden muss. Aber auch wer über das DTV oder das LTR-Visum nach Thailand einreist, sollte eine vollwertige Abdeckung haben. Die Prämien steigen mit dem Alter deutlich – wer mit 55 anfängt zu suchen, zahlt weniger als wer mit 70 zum ersten Mal fragt.

Visum und Aufenthaltsrecht: Was der Hauskauf nicht regelt

Ein Immobilienkauf schafft kein Aufenthaltsrecht. Das ist der Irrtum, der sich hartnäckig hält. Wer eine Eigentumswohnung kauft, ist trotzdem visumspflichtig – unabhängig vom Eigentumsrecht. Die gängigen Optionen für Langzeitaufenthalte sind das Non-Immigrant-O-A-Visum ab 50 Jahren, das Destination Thailand Visa für Remote-Worker, das LTR-Visum für wohlhabende Rentner sowie das Non-Immigrant-O auf Basis einer Thai-Partnerschaft. Zu Details und Voraussetzungen sollte ein auf Visum spezialisiertes Beratungsbüro konsultiert werden.

Wer das Visum nicht sauber plant, hat das schönste Haus am Meer – und muss trotzdem alle 30 oder 90 Tage ausreisen oder sich durch Verlängerungsmarathons kämpfen. Das Immobilienrecht und das Aufenthaltsrecht laufen in Thailand komplett getrennt. Beide Themen müssen gleichzeitig gelöst sein, bevor der Schlüssel in der Tür steckt.

Titelprüfung: Welches Grundbuchdokument wie viel wert ist

Thailand hat mehrere Kategorien von Grundbuchdokumenten, die nicht alle dasselbe bedeuten. Das stärkste ist der Chanote (NS4J) – ein vollständig vermessenes, GPS-registriertes Grundstück mit eindeutigen Grenzen und uneingeschränkten Nutzungsrechten. Wer kauft oder pachtet, will einen Chanote sehen. Schwächere Dokumente wie NS3 oder NS3K beschreiben Grundstücke mit unklaren Grenzen oder eingeschränkten Rechten – eine gute Basis für Nachbarschaftsstreit, aber keine für eine Investition in sechsstelliger Euro-Höhe.

Vor jedem Kauf gehört ein Blick ins Grundbuch beim zuständigen Landamt – nicht nur auf die Kopie, die der Verkäufer aushändigt. Dienstbarkeiten, Pfandrechte oder laufende Pachtverträge, die auf der Rückseite des Chanote eingetragen sind, sieht man nur dort. Ein Thai-Anwalt mit Immobilienschwerpunkt kann diese Prüfung übernehmen; wer darauf verzichtet, spart einige Tausend Baht und riskiert dafür alles andere.

Finanzierung: Warum Thai-Bankkredite für Ausländer kaum existieren

Thai-Banken vergeben Hypotheken an Ausländer nur in Ausnahmefällen – und diese setzen langjährigen Wohnsitz, einen Work Permit und nachgewiesenes Einkommen in Thailand voraus. Wer als Rentner oder Investor kommt, wird freundlich, aber bestimmt abgewiesen. Der Kaufpreis muss aus Eigenkapital kommen und in Fremdwährung überwiesen werden. Das macht Thailand zu einem Markt für Selbstfinanzierer – und schützt vor dem Hebel-Risiko, das anderswo Immobilienblasen erzeugt.

Einige Entwickler bieten Ratenzahlungsmodelle für Neubauprojekte an – oft über die Bauphase gestreckt, manchmal auch über die Fertigstellung hinaus. Diese Modelle können praktisch sein, sind aber kein Bankkredit: Bei Zahlungsunfähigkeit des Entwicklers hat der Käufer weniger Schutz als bei einer fertig registrierten Einheit. Den Entwickler prüfen, nie mehr als nötig vor Übergabe zahlen. Einen guten Einstieg bietet das Angebot von Immobilien in Thailand.

Was der Markt 2026 wirklich zeigt: Wo kaufen, wo warten

Der Thai-Immobilienmarkt ist 2026 gespalten. Landesweit erwartet KKP Research mit rund 290.000 Transfers den schwächsten Markt seit acht Jahren – getrieben von hoher Haushaltsüberschuldung und strengeren Kreditvergaberegeln für Thais. Ausländer kaufen trotzdem: In Phuket sind rund 1.000 Condo-Transfers an Ausländer pro Jahr zu zählen, mit stabilem Wachstum. Pattaya leidet im Mittelpreissegment unter Überangebot, während das Premiumsegment in Wongamat und Na Jomtien resilient bleibt.

Hua Hin und Prachuap Khiri Khan wachsen moderat mit echtem Lifestyle-Nachfragedruck. Koh Samui boomt im Luxussegment. Wer ein erstes Objekt kauft, fährt mit einem gut gelegenen Condo in einer etablierten Anlage mit verfügbarer Foreign Quota besser als mit einem Haus in einer Nominee-Konstruktion oder einem Neubauprojekt eines unbekannten Entwicklers. Der Küstentraum ist realisierbar – aber nur für die, die verstehen, was sie wirklich erwerben.

Anmerkung der Redaktion

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