BANGKOK, THAILAND – Bei einer Razzia in einem Wohnkomplex im Bangkoker Bezirk Din Daeng hat die Polizei sieben Verdächtige festgenommen. In den Melderegistern waren mindestens 1.366 ausländische Kinder eingetragen, teils in Wohnungen mit ungewöhnlich vielen registrierten Bewohnern.
1.366 Kinder in den Melderegistern entdeckt
Die Ermittler überprüften den Wohnkomplex mit insgesamt 5.726 Zimmern. Dabei fanden sie 44 verdächtige Wohnungen, in denen jeweils mindestens 16 ausländische Kinder im Alter von fünf bis 15 Jahren gemeldet waren.
Bei einer ersten Kontrolle von drei dieser Wohnungen stießen die Beamten auf insgesamt 140 eingetragene Kinder. Die Behörden gehen dem Verdacht nach, dass zahlreiche Namen innerhalb kurzer Zeit in die Melderegister aufgenommen wurden.
Sieben Haftbefehle nach Razzia in sieben Zielen
Am 18. August rückten mehr als 100 Einsatzkräfte aus mehreren Behörden aus und durchsuchten sieben Ziele. Die Operation trug den Namen „Hausputz in der Hauptstadt“ und richtete sich gegen mutmaßlichen Missbrauch der Melderegister im Din-Daeng-Komplex.
Das Zentrale Strafgericht für Korruption und Fehlverhalten erließ sieben Haftbefehle. Die Polizei nahm alle sieben gesuchten Personen fest und leitete rechtliche Schritte ein.
Staatsbedienstete und Vermittler unter den Beschuldigten
Zu den Beschuldigten gehören drei Staatsbedienstete. Weitere drei Verdächtige sollen als Haushaltsvorständin, Vermittlerin und Maklerin an den Vorgängen beteiligt gewesen sein; eine weitere Person wird als Zeugin zur Bestätigung von Handschriften geführt.
Nach Angaben der Ermittler gibt es Verbindungen zwischen den Staatsbediensteten und einem Netzwerk von Vermittlern. Sie sollen Ummeldungen ausländischer Kinder trotz Warnungen des Systems genehmigt haben, obwohl dort bereits mehr als 16 Bewohner registriert waren.
Unterschriften sollen vorab vorbereitet worden sein
Die Ermittler fanden nach eigenen Angaben Hinweise auf vorab unterzeichnete Dokumente. Außerdem sollen Unterschriften von Haushaltsvorständen nachgeahmt und anschließend für die Beantragung sogenannter rosa Ausweise für Personen ohne thailändische Staatsangehörigkeit verwendet worden sein.
Mit einem solchen „rosa Ausweis Nummer 7“ können die eingetragenen Personen im Rahmen der gesetzlichen Rechte unter anderem Zugang zu grundlegender Bildung und medizinischer Versorgung erhalten. Auch Geschäfte wie die Eröffnung eines Bankkontos sind möglich.
Polizei prüft mögliche Verbindungen zu Kriminalität
Die Behörden sehen in den Vorgängen ein mögliches Risiko, weil Bankkonten mit sogenannten Strohleuten, Betrügern oder grenzüberschreitenden kriminellen Netzwerken verbunden werden könnten. Ob solche Verbindungen im konkreten Fall bestehen, soll die weitere Untersuchung klären.
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Die Aktion folgt der Anweisung von Ministerpräsident und Innenminister Anutin Charnvirakul, den Missbrauch der Melderegister konsequent zu bekämpfen. Die Polizei fordert Haushaltsvorstände und andere Beteiligte auf, sich bei den Ermittlern der Polizeistation Din Daeng zu melden und Angaben zu machen.
Hinweise können rund um die Uhr gemeldet werden
Wer Informationen über missbräuchliche Eintragungen, die Forderung von Geld für Melderegister-Vorgänge oder mutmaßlich unrechtmäßig beschaffte Ausweisdokumente hat, kann sich an die örtliche Polizei wenden. Hinweise nimmt auch die rund um die Uhr besetzte Hotline der thailändischen Polizei unter 1599 entgegen.
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