Wie Gangster Thailand austricksen

Ein mutmaßlicher Schwerverbrecher flog in Thailand mit gefälschten Papieren auf. Die PACC spricht von einem „perfekten Verbrechen“.

Wie Gangster Thailand austricksen
Nation

BANGKOK – Die thailändische Kommission zur Korruptionsbekämpfung im öffentlichen Sektor (PACC) warnt vor vier Methoden, mit denen ausländische kriminelle Netzwerke Melderegister und Ausweisdaten ausnutzen sollen. Im Mittelpunkt steht die sogenannte Identitätswäsche: Echte Behördenpapiere können demnach auf falschen Angaben beruhen und für Bankgeschäfte, Firmengründungen oder den Besitz von Vermögen genutzt werden.Siripong äußerte diese Warnung am Dienstag, dem 18. August 2026.

Echte Dokumente aus falschen Angaben

Der PACC-Vizegeneralsekretär Pol Lt Col Siripong Sritula verwies auf den Fall des chinesischen Staatsangehörigen Mingchen Sun. Sun muss sich wegen Vorwürfen im Zusammenhang mit militärischen Waffen und explosiven Materialien verantworten.

Laut Siripong besaß Sun chinesische und kambodschanische Pässe, die Staatsangehörigkeit der Dominikanischen Republik, ein südkoreanisches Visum und eine thailändische rosa Identitätskarte. Die Dokumente seien zwar echt gewesen, hätten aber angeblich auf falschen Informationen beruht.

Vier Wege durch das Melderegister

Als erste Methode nannte Siripong die Übernahme kaum genutzter oder nicht korrekt als verstorben gemeldeter Identitäten.Laut Siripong war diese Methode besonders zwischen 2007 und 2017 verbreitet. Netzwerke sollen dafür Datensätze von Kindern, deren Tod nicht registriert wurde, von Menschen ohne Ausweis und von bettlägerigen Patienten suchen, die keinen Kontakt zu Behörden halten können.Laut Siripong ermöglichen teils auch zugriffsberechtigte Behördenmitarbeiter den Vorgang oder vermitteln zwischen Maklern und ausländischen Antragstellern.

Die Namen könnten über Vermittler an ausländische Staatsangehörige verkauft werden. Als zweiten Weg beschrieb Siripong die Eintragung von Ausländern in gelbe Hausregister für Menschen ohne thailändische Staatsangehörigkeit und anschließend die Ausstellung einer rosa Identitätskarte.Er verwies dabei auf die Operation Salai Mok Chiang Dao gegen ein mutmaßliches Netzwerk in den Bezirken Chiang Dao und Wiang Haeng in Chiang Mai.

Falsche Geburtsdaten und mehrere Identitäten

Bei der dritten Methode sollen Netzwerke falsche Geburtsdaten in staatliche Systeme eintragen. Siripong sprach von sogenannten „chinesischen Babybanden“, die dadurch echte Geburtsurkunden für Kinder erhalten könnten, denen die Einträge nicht zuzuordnen seien. Dafür werde angeblich auch mit Krankenhauspersonal zusammengearbeitet.

Die vierte Methode bezeichnete Siripong als die komplizierteste: Eine Person nutzt demnach mehrere Identitäten oder unterschiedliche Staatsangehörigkeitsstatus. Beim Reisen oder bei Geschäften können die Identitäten gewechselt werden, sodass Behörden einzelne Datensätze schwerer miteinander verbinden können.

So kam Sun an die rosa Karte

Nach Angaben Siripongs nutzte Sun seine Ehe mit einer thailändischen Person, um in Chiang Dao in ein TR.13-Hausregister für Menschen ohne thailändische Staatsangehörigkeit eingetragen zu werden. Diese Registrierung habe anschließend die Ausstellung einer echten rosa Karte ermöglicht.

Die Karte weist eine Person ohne thailändische Staatsangehörigkeit aus und verleiht keine thailändische Staatsbürgerschaft. Mit der Karte und einer registrierten Adresse konnte Sun laut Siripong Bankkonten eröffnen, Finanzgeschäfte tätigen, juristische Personen registrieren und größere Vermögenswerte halten, ohne sofort Verdacht zu erregen.

Ermittlungen gegen zwei Verwaltungsmitarbeiter

Die Behörden haben einen Bezirksbeamten und einen Mitarbeiter des Bezirks festgenommen. Beide werden beschuldigt, Melderegister-Einträge für Sun gefälscht zu haben.

Stört Sie die Werbung?
JETZT den Wochenblitz WERBEFREI lesen!
ZUM ANGEBOT

Die Vorwürfe sind noch Gegenstand des rechtlichen Verfahrens. Siripong bezeichnete Suns Fall im Hinblick auf Identitätswäsche als „perfektes Verbrechen“.

PACC fordert zentrale Datenbank

Einzelne Festnahmen reichen nach Einschätzung Siripongs nicht aus, um die Ursache des Problems zu beseitigen. Die Behörden führen ihre Daten derzeit getrennt, wodurch die vollständige Identitätsgeschichte einer Person nicht sichtbar sei.

Siripong schlug deshalb ein zentrales System vor, das Informationen der Behörde für die Provinzverwaltung, der Einwanderungsbehörde, von Krankenhäusern und Banken verbindet. Automatische Warnungen sollen widersprüchliche oder risikoreiche Identitätsdaten erkennen. Siripong warnte, die Identitätswäsche gehe über Geldwäsche hinaus und könne die staatliche Infrastruktur sowie das Vertrauen in Thailands Melderegister schwächen.

Lesen Sie auch: 1.366 Geister-Kinder im Register

Was denkst du darüber? Schreib uns deine Meinung in die Kommentare.

Newsletter abonnieren

Newsletter auswählen:
Abonnieren Sie den täglichen Newsletter des Wochenblitz und erhalten Sie jeden Tag aktuelle Nachrichten und exklusive Inhalte direkt in Ihr Postfach.

Wir schützen Ihre Daten gemäß DSGVO. Erfahren Sie mehr in unserer Datenschutzerklärung.
Quelle: Nation Thailand
Bramburi Pattaya - Futtern wie bei Muttern

Wichtiger Hinweis für unsere Leser

Wir freuen uns auf Ihren Beitrag! Bitte beachten Sie für ein freundliches Miteinander unsere Regeln:

  • Höflichkeit: Keine Beleidigungen, Kraftausdrücke oder Gewaltandrohungen.
  • Sorgfalt: Bitte achten Sie auf die korrekte Schreibweise von Namen.
  • Quellen: Zitate nur mit Namensnennung (Internet-Links/URLs sind nicht erlaubt).
  • Themen: Bitte keine Kritik an der Regierung, der Monarchie oder Diskussionen zur Moderation.
Vorbehalt der Redaktion: Wir behalten uns das Recht vor, Kommentare nachträglich zu bearbeiten oder zu löschen, sollten diese gegen unsere Regeln oder geltendes Recht verstoßen. Ein Anspruch auf Veröffentlichung besteht nicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert


Daten bleiben 30 Tage lokal im Browser-Cookie.