BANGKOK, THAILAND – Nach Angriffen iranischer Kräfte auf Handelsschiffe in der Straße von Hormus bereitet sich Thailands Staatsenergiekonzern PTT auf eine Diversifizierung der Rohölquellen vor. Die Eskalation zwischen Washington und Teheran erhöht das Risiko einer erneuten Kriegsphase – mit spürbaren Folgen für Thailands Wirtschaft durch Inflation, Lieferkettenprobleme und mehr Fabrikschließungen.
PTT reagiert auf neue Eskalation und will Rohölquellen breiter aufstellen
Als es am Samstag rund um die Straße von Hormus zu Schusswechseln und maritimen Zwischenfällen kam, kündigte PTT Plc an, Thailands Rohölbeschaffung bei einer erneuten Eskalation des US-Iran-Konflikts diversifizieren zu wollen.
Der staatliche Energieriese erklärte zugleich, man könne den Zugang zu Öl und Gas auch dann vollständig sicherstellen, falls die Meerenge geschlossen würde.
Angriffe auf Handelsschiffe verschärfen die Sicherheitslage in der Meerenge
Iranische Kräfte nahmen nach Angaben maritimer Quellen mehrere kommerzielle Schiffe in oder nahe der Meerenge ins Visier, darunter einen indischen Öltanker sowie weitere Frachter.
Berichtet wurde zudem von anhaltendem Schusswaffengebrauch während der Angriffe, was die ohnehin angespannte Lage in einem der wichtigsten Energiekorridore der Welt weiter verschärfte.
Britische Stelle bestätigt Beschuss – Projektil trifft Containerschiff nahe Oman
Die United Kingdom Maritime Trade Operations (UKMTO) bestätigte, dass zwei iranische Schnellboote das Feuer auf einen Tanker eröffneten.
Separat wurde ein Containerschiff nahe der nordöstlichen Küste Omans von einem nicht identifizierten Projektil getroffen, wobei mehrere Container beschädigt wurden.
Teheran droht erneut mit Schließung und ordnet Stillstand für Schiffe an
Kurz vor den Angriffen warnten iranische Behörden, die Straße von Hormus werde erneut für den kommerziellen Verkehr geschlossen, und näherten sich Schiffe der Wasserstraße, würden sie als Unterstützer feindlicher Kräfte betrachtet.
In der Folge ordnete die Revolutionsgarde an, Schiffe sollten auf Reede bleiben und sich weder im Persischen Golf noch im Golf von Oman bewegen, bis die USA ihre Blockade iranischer Häfen aufheben.
US-Blockade bleibt – Waffenruhe läuft aus, Diplomatie bleibt unsicher
Die USA bekräftigten am Samstag, dass die seit dem 13. April durchgesetzte Blockade iranischer Häfen bestehen bleibt, bis ein Friedensabkommen mit Teheran unterzeichnet ist; Iran bezeichnete dies als Verstoß gegen die geltende Waffenruhe.
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US-Angaben zufolge wurden bereits 23 Schiffe im Rahmen der Durchsetzung abgewiesen, während die zweiwöchige Waffenruhe am 22. April ausläuft und Präsident Donald Trump eine Verlängerung offenließ.
Iran lehnt direkte Gespräche ab und stellt Bedingungen
Der iranische Vizeaußenminister Saeed Khatibzadeh erklärte am Samstag, Teheran sei nicht bereit für direkte Gespräche und verwies auf aus seiner Sicht „maximalistische“ Forderungen aus Washington.
Zudem wies er Behauptungen zu Transfers angereicherten Urans zurück und verlangte zunächst ein Rahmenabkommen sowie Fortschritte bei Kernfragen wie Sanktionen, bevor es zu direkten Verhandlungen kommen könne.
Gespräche hinter den Kulissen – mögliches Treffen in Islamabad bleibt fraglich
Hinter verschlossenen Türen laufen diplomatische Kontakte weiter, und es gab Hinweise auf mögliche Gespräche in Islamabad am Montag.
Allerdings deuteten beide Seiten an, dass ein solches Treffen womöglich nicht zustande kommt, wodurch der Weg zur Deeskalation unklar bleibt.
Straße von Hormus als Nadelöhr: 20% der globalen Öl- und LNG-Transporte
Die Straße von Hormus ist zentral, weil sie normalerweise rund 20% der weltweiten Öl- und Flüssiggaslieferungen (LNG) abwickelt, sodass jede Störung sofort globale Auswirkungen hat.
Tracking-Daten zeigten zuletzt deutlich rückläufigen Schiffsverkehr, mit nur begrenzter Bewegung in kurzen Phasen einer Wiederöffnung, wodurch Schiffe umleiten oder Durchfahrten verschieben mussten.
Ölpreise steigen – Thailand spürt Inflation, Lieferkettenprobleme und Fabrikschließungen
Der aktuelle Konflikt begann am 28. Februar mit US- und israelischen Angriffen auf Iran; seither verschlechterte sich die maritime Sicherheitslage, und die Ölpreise stiegen zeitweise auf über 100 US-Dollar pro Barrel.
Thailand ist als stark importabhängiges Land besonders betroffen: Höhere Energiepreise treiben die Inflation, Störungen im Schiffsverkehr belasten Lieferketten und Handel, und Daten zeigen für Anfang 2026 einen Anstieg der Fabrikschließungen um 58%.



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