Wer Wise in Thailand nutzt, muss jetzt handeln. Ab dem 3. August 2026 gelten für alle Konten mit Thai-Adresse neue Regeln – und die bringen sowohl echte Verbesserungen als auch einen empfindlichen Verlust. Das Wichtigste zuerst: Bargeld am Thai-ATM mit der Wise-Karte abheben geht dann nicht mehr. Wer das bisher täglich gemacht hat, braucht einen Plan B.
Der Hintergrund ist regulatorischer Natur. Am 17. März 2026 erhielt Wise fünf Lizenzen der Bank of Thailand und ist damit der erste Nicht-Bank-Anbieter mit einem vollständigen Lizenzsatz in Thailand. Ab August werden alle Thailand-Konten unter die lokale Tochtergesellschaft Wise Payments (Thailand) Limited gestellt – mit neuen Pflichten, aber auch neuen Möglichkeiten.
Was sich konkret ändert – und wann
Das Datum hängt davon ab, wann das Konto eröffnet wurde. Wer sich vor dem 21. Januar 2026 registriert hat, hat bis zum 3. August 2026 Zeit – bis dahin läuft alles wie gewohnt. Wer sich danach registriert hat, bekommt die neuen Regeln schon ab Juni 2026 aufgespielt. Wise kündigt an, im Juni eine E-Mail mit Verifikationsanforderungen zu verschicken – diese sollte man nicht ignorieren.
Die Wise-Karte selbst wird nicht einfach umgestellt: Alle bestehenden Karten, die an ein Konto mit Thai-Adresse geknüpft sind, werden bis September 2026 eingezogen. Wise schickt dafür einen kostenlosen Ersatz – der aber eben keine Thai-ATMs mehr unterstützt. Kartenzahlungen in Geschäften und online in Thailand bleiben weiterhin möglich. ATM-Abhebungen im Ausland ebenfalls.
Was man dafür neu bekommt
Die Einschränkungen kommen nicht ohne Gegenleistung. Neu ist die Möglichkeit, Baht direkt über PromptPay zu senden und zu empfangen – also auch vom Thai-Bankkonto auf das Wise-Konto zu überweisen und umgekehrt. QR-Zahlungen bei lokalen Händlern sind ab August über die Wise-App möglich, auch bei kleineren Läden ohne Kartenlesegerät. Das war bisher der große Alltagsvorteil des Thai-Bankkontos – Wise schließt diese Lücke zumindest teilweise.
Die Limits sind dabei allerdings zu beachten: Eingehende PromptPay-Zahlungen sind auf 10.000 Baht pro Transaktion begrenzt, ausgehende auf 30.000 Baht täglich. Wer größere Beträge bewegt – Mietzahlungen, Arztrechnung, Verlängerungsgebühr – kommt damit an Grenzen. Für den Café-Kaffee und den Markteinkauf reicht es. Für den Monatsübertrag nicht immer.
Wer betroffen ist – und wer nicht
Wer sein Wise-Konto mit einer Adresse außerhalb Thailands registriert hat – etwa noch mit einer deutschen Adresse – ist von diesen Änderungen nicht betroffen. Das Konto bleibt unter der europäischen Wise-Entität und funktioniert wie bisher, inklusive ATM-Abhebungen in Thailand. Das ist der entscheidende Punkt für viele Langzeitbewohner, die ihr Konto noch mit der alten Heimatadresse laufen lassen.
Wer dagegen bei der Registrierung oder einem späteren Update eine Thai-Adresse hinterlegt hat, ist direkt betroffen. Das betrifft vor allem Expats, die Wise als primäres Zahlungsmittel genutzt haben, und digitale Nomaden, die Wise als Bankkonto-Ersatz im Alltag einsetzen. Für diese Gruppe ist der Verlust der ATM-Funktion spürbar – besonders in Gegenden, wo Bargeld noch unverzichtbar ist.
Die Steuerfrage – noch ungeklärt
Ein Aspekt, den bisher kaum jemand öffentlich diskutiert: Was passiert steuerlich, wenn Wise Fremdwährungen auf dem Konto automatisch in Baht umrechnet – wie es unter der neuen Thai-Regulierung möglicherweise erforderlich wird? Das Revenue Department Thailand hat dazu noch keine offiziellen Leitlinien veröffentlicht. Ob eine automatische THB-Konvertierung innerhalb einer Thai-regulierten Entität als Remittance gilt und damit die Steuerpflicht für Thailand-Residents auslöst, ist rechtlich offen.
Wer regelmäßig größere Auslandsbeträge über Wise nach Thailand transferiert und mehr als 180 Tage im Jahr im Land lebt, sollte diesen Punkt vor August mit einem Steuerberater klären. Die Remittance-Regel gilt seit 2024 – Einkünfte, die ab Januar 2024 erzielt und im selben Kalenderjahr nach Thailand überwiesen werden, sind grundsätzlich steuerpflichtig. Ob ein Wise-Transfer darunter fällt, hängt von der rechtlichen Einordnung des Transfers ab.
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Was jetzt zu tun ist
Wer Wise hauptsächlich für Thai-ATM-Abhebungen genutzt hat: Konto-Adresse auf eine Nicht-Thailand-Adresse umstellen, bevor die Umstellung greift – dann bleibt die ATM-Funktion erhalten. Wer das nicht will oder kann, braucht eine Alternative für Bargeld: Revolut funktioniert weiterhin an Thai-ATMs, Kurs und Gebühren sind vergleichbar mit Wise. Ein einfaches Thai-Sparkonto bei der Bangkok Bank ist die verlässlichste Dauerlösung.
Wer Wise für PromptPay-Zahlungen nutzen will und kein Thai-Bankkonto hat: Die neuen Funktionen ab August sind ein echter Schritt vorwärts. Die Limits reichen für den Alltag – wer größere Beträge braucht, kombiniert Wise mit einem regulären Thai-Konto. Wer noch kein Thai-Konto hat und eines eröffnen möchte, sollte das möglichst mit dem richtigen Visum tun – der Ratgeber dazu steht auf Wochenblitz.
Redaktionelle Hinweise
Die steuerlichen Auswirkungen der Wise-Umstellung auf die Thai-Entität sind zum Stand Mai 2026 rechtlich ungeklärt. Wer regelmäßig größere Auslandsbeträge über Wise nach Thailand transferiert, sollte einen Steuerberater konsultieren. Alle Angaben beruhen auf dem Recherche-Stand Mai 2026.



Für mich ist die ungeklärte Steuerfrage der wichtigste Punkt,; zu welchem Zeitpunkt erfolgt eine Einführung und Versteuerung. Ich habe mehrmals Wise angeschrieben und bekam immer die Nachricht…wir nehmen keine Steuerberatung vor,fragen sie ihren Steuerberater….was natürlich Blödsinn ist, wie sollte er es wissen, wenn der Leitweg unbekannt ist. Ansonsten habe ich ein Konto bei Currencies Direct eröffnet – ist mit Wohnsitz Thailand – möglich und bietet alles wie Wise bisher. Nur Sofortüberweisungen sind nicht möglich.Die Laufzeiten betragen 24-48 Stunden
Ja ja, die UNGEKLÄRTEN Steuerfragen in Thailand. Es wird für viele Dauer-Expats langsam eng und höchste Zeit, sich mittels Beantragung einer Steuer-TIN und fristgerechten Abgabe ihrer Steuererklärung in Thailand rechtskonform zu verhalten…!!!