Thailands Polizei hat Erfolg: Betrugsdelikte massiv eingebrochen

30.000 Kriminelle hinter Gittern: Hat die Regierung den Kampf gegen Callcenter-Banden und Scheinfirmen endgültig gewonnen? Ermittler decken riesige Netzwerke auf, doch tausende illegale Firmen stehen noch immer im Visier der Behörden.

Thailands Polizei hat Erfolg: Betrugsdelikte massiv eingebrochen
Chanat Katanyu / Bangkok Post

BANGKOK – Die thailändische Regierung hat in den vergangenen neun Monaten knapp 30.000 Betrüger und deren Bandenführer hochgenommen. Vermögenswerte im Wert von 24 Milliarden Baht wurden sichergestellt. Premierminister Anutin Charnvirakul spricht von einem massiven Rückgang der Betrugsfälle.

Premier erklärt Kampf gegen Betrug zur Chefsache

Premierminister Anutin Charnvirakul stellte die Zahlen am Montag im Government House persönlich vor. Er betonte, dass die Unterdrückung von Betrügern und illegalen Strohmann-Geschäften ganz oben auf der nationalen Agenda stehe.

„Die Aktion führte zu zufriedenstellenden Ergebnissen. Die Anzahl der Fälle und der Schaden gingen zurück. Dies zeigt, dass Unterdrückungsmechanismen den Menschen effektiv helfen“, zitierte der Premier die Bilanz der Ermittler.

29.233 Festnahmen und 70 kassierte Bandenbosse

Die Königlich Thailändische Polizei legte beeindruckende Zahlen vor: 29.233 Betrüger und rund 70 Bandenführer wurden festgenommen. Die Beamten beschlagnahmten betrugsbezogene Vermögenswerte und Bargeld im Gesamtwert von etwa 24 Milliarden Baht.

Gleichzeitig leitete die Regierung rechtliche Schritte gegen 1.450 Strohmann-Firmen ein, die als Tarnung für kriminelle Geschäfte dienten. Der Druck auf die Netzwerke zeigt nun offenbar Wirkung.

Betrugsfälle stürzen um fast 70 Prozent ab

Die massive Polizeiaktion hinterlässt Spuren in der Statistik. Verglichen mit den Zahlen vom Oktober des letzten Jahres sanken die gemeldeten Betrugsfälle um drastische 69,2 Prozent. Der finanzielle Schaden durch die abgezockten Opfer brach sogar um 87,3 Prozent ein.

Die monatlichen Betrugsanrufe gingen um über 77 Prozent zurück. Auch die Zahl der sogenannten Maultier-Konten schrumpfte um 83,67 Prozent, die Transaktionen über diese Konten fielen um mehr als 81 Prozent.

Über 1.800 Thailänder aus Kambodscha und Laos zurückgeholt

Die Regierung holte 1.862 Thailänder zurück ins Land, die für Betrügerbanden im Ausland gearbeitet hatten. 67,9 Prozent von ihnen kamen aus Kambodscha, die übrigen 32,1 Prozent aus Laos.

Zudem wurden 2.489 Thailänder festgenommen, die sich wegen Grenzübertritten verantworten müssen und in 1.031 Betrugsfälle verwickelt waren. 2.647 illegal eingereiste Ausländer wurden nach der Räumung bekannter Betrugshochburgen in Myanmar abgeschoben.

Rettungszentrum sperrt Hunderttausende Betrugsnummern

Das Anti-Cyber-Betrugszentrum der Regierung rettete 862 Menschen aus den Fängen von Betrügerbanden. Als effektive Waffe gegen die Kriminellen erwies sich die Sperrung von über 300.000 Telefonnummern.

Stört Sie die Werbung?
JETZT den Wochenblitz WERBEFREI lesen!
ZUM ANGEBOT

Behörden blockierten zudem 122.840 betrügerische Webadressen, allein 108.517 davon auf Facebook. Beamte schlossen 351.884 Maultier-Konten und sicherten rund 3,6 Milliarden Baht an ergaunertem Geld – das ist rund ein Viertel des gemeldeten Schadens.

Großrazzia gegen Scheinfirmen im Süden

Der Staat holte sich zudem Land zurück. Insgesamt 130 Rai Land, das illegal von ausländischen Besetzern über Strohmann-Firmen gehalten wurde, wurde wiedererlangt. Der Wert des Landes und der Gebäude wird auf 1,67 Milliarden Baht geschätzt.

Auf Koh Phangan in Surat Thani nahmen Beamte 243 verdächtige Firmen ins Visier, 105 davon müssen sich rechtlichen Schritten stellen und 14 führten bereits zu Gerichtsurteilen.

Haftbefehle gegen Dutzende Ausländer aus sieben Nationen

Die Polizei erwirkte wegen Vergehen im Zusammenhang mit den Tarnfirmen Haftbefehle gegen 29 Thailänder und 67 Ausländer. 24 Thailänder und 41 Ausländer wurden bereits festgenommen.

Unter den beschuldigten Ausländern befinden sich Staatsbürger aus Israel, Frankreich, Russland, Polen, der Schweiz, Südafrika und Großbritannien. Die Ermittlungen zu weiteren verdächtigen Firmen in Krabi, Phangnga und Phuket laufen weiter.

Newsletter abonnieren

Newsletter auswählen:
Abonnieren Sie den täglichen Newsletter des Wochenblitz und erhalten Sie jeden Tag aktuelle Nachrichten und exklusive Inhalte direkt in Ihr Postfach.

Wir schützen Ihre Daten gemäß DSGVO. Erfahren Sie mehr in unserer Datenschutzerklärung.
Quelle: Bangkok Post Thailand

Wichtiger Hinweis für unsere Leser

Wir freuen uns auf Ihren Beitrag! Bitte beachten Sie für ein freundliches Miteinander unsere Regeln:

  • Höflichkeit: Keine Beleidigungen, Kraftausdrücke oder Gewaltandrohungen.
  • Sorgfalt: Bitte achten Sie auf die korrekte Schreibweise von Namen.
  • Quellen: Zitate nur mit Namensnennung (Internet-Links/URLs sind nicht erlaubt).
  • Themen: Bitte keine Kritik an der Regierung, der Monarchie oder Diskussionen zur Moderation.
Vorbehalt der Redaktion: Wir behalten uns das Recht vor, Kommentare nachträglich zu bearbeiten oder zu löschen, sollten diese gegen unsere Regeln oder geltendes Recht verstoßen. Ein Anspruch auf Veröffentlichung besteht nicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert


Daten bleiben 30 Tage lokal im Browser-Cookie.