BANGKOK – Thailands Langzeitvisum für wohlhabende Ausländer und Fachkräfte, das sogenannte LTR-Visum (Long-Term Resident), zieht immer mehr Antragsteller aus aller Welt an. Seit dem Programmstart am 1. September 2022 bis zum 30. Juni 2026 hat das Board of Investment (BOI) insgesamt 10.473 Visa an Ausländer aus über 80 Nationen erteilt. Die USA führen die Rangliste mit 2.157 genehmigten Anträgen an, gefolgt von Japan mit 1.184 und Großbritannien mit 930.
Pensionäre stellen die größte Gruppe – Deutschland auf Platz sechs
Die mit Abstand größte Einzelkategorie bilden wohlhabende Rentner: 3.911 sogenannte „Wealthy Pensioners“ erhielten in dem knapp vierjährigen Zeitraum ein LTR-Visum, was 37 Prozent aller genehmigten Anträge entspricht. Auf Platz zwei folgen Familienangehörige von Hauptantragstellern – sogenannte „Dependants“ – mit 3.359 bewilligten Visa. Hochqualifizierte Fachkräfte („High Skilled Professionals“) kommen auf 1.595 Genehmigungen.
Deutschland landet im Ländervergleich auf Rang sechs mit insgesamt 512 genehmigten Anträgen. Dabei entfällt der größte Anteil auf Fachkräfte (116), gefolgt von Rentnern (174) und Familienangehörigen (148). Zum Vergleich: Frankreich kommt auf 523 und liegt knapp vor Deutschland auf Platz fünf. Russland belegt mit 805 Visa den vierten Rang, wobei russische Staatsangehörige besonders häufig in der Kategorie „Work from Thailand Professionals“ vertreten sind – mit 328 von 805 Genehmigungen.
USA und Japan dominieren – Schweizer Rentner überproportional vertreten
Amerikanische Staatsbürger stellen mit 2.157 Visa die größte nationale Gruppe. Auffällig ist dabei die Zusammensetzung: 1.533 der US-amerikanischen Antragsteller wurden als wohlhabende Rentner zugelassen – ein außergewöhnlich hoher Anteil von 71 Prozent der US-Genehmigungen. Japan folgt auf Platz zwei mit 1.184 Visa, wobei japanische Staatsbürger besonders häufig in der Fachkräfte-Kategorie vertreten sind (575 von 1.184).
Die Schweiz fällt trotz ihrer vergleichsweise kleinen Bevölkerung auf: 383 Schweizer erhielten ein LTR-Visum, davon 275 als Rentner. Das entspricht einem Rentneranteil von 72 Prozent – dem höchsten Wert unter den zehn führenden Nationen. Australien belegt mit 369 Genehmigungen den zehnten Platz. Alle übrigen Nationalitäten zusammen kommen auf 2.670 Visa.
Was das LTR-Visum bietet – und was es kostet
Das LTR-Visum wurde im September 2022 vom thailändischen Board of Investment eingeführt, um vermögende Ausländer, qualifizierte Fachkräfte und Digitalarbeiter langfristig ins Land zu holen. Es gilt zehn Jahre, ist verlängerbar und bietet unter anderem einen vergünstigten Einkommenssteuersatz von 17 Prozent, die Möglichkeit einer Arbeitsgenehmigung sowie die Befreiung von der sonst üblichen 90-Tage-Meldepflicht bei der Einwanderungsbehörde. Die Antragsgebühr beträgt 50.000 Baht (rund 1.300 Euro).
Je nach Kategorie gelten unterschiedliche Voraussetzungen: Rentner müssen ein passives Einkommen von mindestens 80.000 US-Dollar pro Jahr nachweisen, Fachkräfte eine Beschäftigung bei einem international anerkannten Unternehmen oder einer Forschungseinrichtung. Im Jahr 2026 hat die Regierung die Zugangsvoraussetzungen für einzelne Kategorien angepasst und die Anforderungen teilweise gelockert, um die Attraktivität des Programms weiter zu steigern.
Ihre Meinung ist gefragt
Thailand zieht mit dem LTR-Visum gezielt wohlhabende Ausländer und Fachkräfte an – ein Modell, das andere Länder in der Region bereits kopieren. Ist das LTR-Visum auch für Sie eine Option, oder sehen Sie in solchen Programmen eher eine Zweiklassengesellschaft bei der Einwanderung? Schreiben Sie uns Ihre Einschätzung in den Kommentaren.



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