Zoll stoppt Schwindel: Chinesische Waren als Thai-Produkte getarnt

Thai-Zoll deckt massiven Etikettenschwindel auf: Chinesische Zigaretten und Werkzeuge wurden millionenfach als Thai-Produkte verkauft.

Zoll stoppt Schwindel: Chinesische Waren als Thai-Produkte getarnt
Pattaya News

LAEM CHABANG – Zollbeamte haben am Hafen Laem Chabang zwei große Lieferungen mit gefälschten Thailand-Etiketten ausgehoben. Zigaretten und Schneidwerkzeuge aus China waren mit „Made in Thailand“-Aufklebern versehen worden, um Handelsprivilegien zu erschleichen. Der wirtschaftliche Schaden liegt bei rund 100 Millionen Baht.

Zollbeamte entlarven Etikettenschwindel

Am 20. Juli 2026 präsentierten Thailands Zoll und das Department of Foreign Trade die beschlagnahmten Waren auf einer Pressekonferenz im Zollamt Laem Chabang. Die Beamten hatten gezielt Freizonen (EAT/Free Zone) und Industriegebiete am Hafen durchsucht.

Dabei stießen sie auf 5,37 Millionen Zigaretten der Marke TWOMOON und 202.000 Sätze gebrauchsfertiger Schneidwerkzeuge. Beide Warenposten waren aus China eingeführt, dann aber mit falschen Herkunftsetiketten versehen worden.

100-Millionen-Baht-Schlag gegen Herkunftsbetrug

Die als „Made in Thailand“ gekennzeichneten Zigaretten verursachten laut Zoll einen wirtschaftlichen Schaden von etwa 17 Millionen Baht. Bei den Werkzeugen – halbfertige Klingen, Mehrzweckmesser und Zubehör – summiert sich der Schaden auf rund 82,7 Millionen Baht.

„Solche Praktiken verzerren internationale Handelssysteme und schädigen den Ruf thailändischer Exporte“, sagte Panthong Loykulnanth, Generaldirektor der Zollbehörde. Die Ware sollte offenbar mit gefälschten Papieren in Drittländer weitergeschickt werden.

Freizonen-Privilegien als Einfallstor

Die Importeure hatten die Zigaretten unter Freizonen-Privilegien (EAT/Free Zone) und die Werkzeuge über Vergünstigungen für Industriegebiete ins Land gebracht. Anschließend etikettierten sie die Ware um, um von Handelsvorteilen für thailändische Produkte zu profitieren.

Für die Werkzeuge galt: Sie waren bereits fertig konfektioniert und verkaufsbereit. Die falsche Kennzeichnung sollte verschleiern, dass es sich um reine China-Importe handelte. Die Zollbehörde spricht von gezieltem Missbrauch der Einfuhrregeln.

Drei Gesetze – gebündelte Strafe

Gegen die Verantwortlichen leiteten die Behörden rechtliche Schritte nach drei Gesetzen ein: dem Zollgesetz von 2017, dem Gesetz über das Verbot von Waren mit falscher Herkunft von 2001 sowie dem Export- und Importgesetz von 1979. Die Strafen für Falscherklärungen wurden verschärft.

Zusätzlich setzt die Zollbehörde bei Verstößen künftig Handelsvorteile aus. Die enge Zusammenarbeit mit dem Department of Foreign Trade unter Generaldirektorin Arada Pheungthong soll solche Machenschaften frühzeitig unterbinden.

Premierminister-Anweisung setzt Maßstäbe

Die Razzia folgt einer Regierungsstrategie von Premierminister Anutin Charnvirakul und Vize-Premierminister und Finanzminister Dr. Ek-niti Nitithanpraphat. Im Fokus stehen illegale Importe, gefakte Produktursprünge und die Umgehung außenhandelsrechtlicher Maßnahmen.

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Panthong betonte, dass falsche Herkunftsangaben Thailands globales Image beschädigen. Handelspartner würden getäuscht und könnten Gegenmaßnahmen ergreifen. Die Durchsetzung sei deshalb deutlich hochgefahren worden.

177 Fälle in zehn Monaten aufgedeckt

Die Statistik belegt den Umfang des Problems: Von Oktober 2025 bis zum 10. Juli 2026 verzeichnete der Zoll in Laem Chabang 177 bedeutende Fälle. Der Gesamtwirtschaftswert summiert sich auf 1.377,8 Millionen Baht.

Allein 41 Fälle betrafen falsche Herkunftsangaben mit über 8,8 Millionen beschlagnahmten Artikeln im Wert von 426,64 Millionen Baht. Die Behörden führen eine verstärkte Durchsetzung gegen Herkunftsbetrug durch.

Gefährlicher Abfall und Produktpiraterie

88 Fälle richteten sich gegen Importe gefährlicher Abfälle. 5,66 Millionen Kilogramm im Wert von 204,56 Millionen Baht wurden beschlagnahmt und in die Herkunftsländer zurückgeschickt. Hier liegt ein Verstoß gegen das Basler Übereinkommen vor.

Bei Verletzungen geistigen Eigentums und gefälschten Waren gab es 35 Fälle. 303.472 Artikel im Wert von 582,19 Millionen Baht zogen die Beamten aus dem Verkehr. Die Palette reicht von Markenplagiaten bis zu kompletten Produktfälschungen.

Cannabis in Exportfracht versteckt

13 Fälle von Cannabisschmuggel in Exportlieferungen deckte der Zoll auf. 14.840 Kilogramm mit einem Wert von 148,40 Millionen Baht wurden sichergestellt. Die Rauschmittel waren in allgemeiner Fracht versteckt.

Die Behörde hat Röntgenscreenings und Risikomanagement intensiviert, um verstecktes Cannabis aufzuspüren. Die Kontrollen an den Hafenterminals wurden spürbar ausgeweitet.

Zoll setzt auf modernste Technik

Panthong kündigte an, die enge Koordinierung mit allen relevanten Stellen fortzusetzen. Herkunftsbetrug, illegaler Handel und Schmuggel sollen mit vereinten Kräften bekämpft werden. Die Strafverfolgung werde an globale Standards angepasst.

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Ziel ist, thailändische Unternehmen zu schützen, die internationale Glaubwürdigkeit zu wahren und Täuschungsmanövern das Handwerk zu legen. Die verbesserte Zusammenarbeit zwischen Zoll und Department of Foreign Trade zeigt bereits Wirkung.

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Quelle: Pattaya News

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