PATTAYA – Die thailändische Polizei hat am Nachmittag des 27. Juli 2026 drei Touristen aus einem Townhouse in Nong Prue befreit. Die Männer waren über fünf Tage von einer Bande festgehalten worden. Die mutmaßlichen Täter – vier Pakistaner und ein Inder – konnten zunächst fliehen, wurden inzwischen aber allesamt festgenommen. Die Ermittler von Chonburi Immigration und der Polizei Pattaya vermuten ein Netzwerk, das gezielt mit günstigen Reisepaketen als Lockmittel arbeitet.
16 Uhr: Polizei umstellt das Versteck
Gegen 16 Uhr rückte ein gemeinsames Team unter Leitung von Polizeioberst Anek Srathongyu, Chef der Polizeistation Pattaya City, sowie der Superintendents von Chonburi Immigration und Nong Prue Police Station an. Auch Mitglieder der Indian Association of Pattaya waren vor Ort. Das Ziel: ein zweistöckiges Reihenhaus an der Adresse 36/4 Moo 13, nahe der Kreuzung am Phuyai-Kui-Markt.
Die Beamten umstellten das Gebäude, nachdem Angehörige in Indien Alarm geschlagen hatten. Die Verdächtigen bemerkten die Annäherung und flohen auf Motorrädern in verschiedene Richtungen. Im Obergeschoss fanden die Einsatzkräfte die drei Opfer.
Opfer in bedrohlicher Lage entdeckt
Zwei der jungen Männer befanden sich in einem Schlafzimmer, ein dritter in einem Nebenraum. Alle drei waren bewegungsunfähig gemacht worden und in sichtlich schlechter Verfassung. Die Einsatzkräfte leisteten sofort Erste Hilfe.
Sie selbst schilderten die belastenden Umstände ihrer Gefangenschaft: Die Bande setzte sie unter massiven psychischen Druck, inszenierte Bedrohungsszenarien und verweigerte ihnen Essen und Wasser. Die Täter setzten auch körperliche Gewalt ein, fotografierten und filmten die Opfer und schickten die Aufnahmen als Drohmittel an die Angehörigen, um die Zahlungen zu erzwingen. Einer der Geretteten sagte nach der Befreiung, er habe das Gefühl, „ein neues Leben geschenkt bekommen zu haben“. Sofort kontaktierten sie ihre Familien in Indien.
Für 70.000 Baht in die Falle gelockt
Laut Polizei buchten Haimanshu (23), Ehis (24) und Meghid (26) ein siebentägiges Reisepaket für je rund 70.000 Baht. Am 21. Juli landeten sie um 5 Uhr morgens am Flughafen Suvarnabhumi und nahmen ein Taxi zu einem McDonald’s an der Sukhumvit Road in Pattaya.
Dort holte sie ein Inder auf einem Motorrad ab – einer nach dem anderen. Er brachte sie direkt in das Townhouse in Soi Mab Ta Toi. Kaum angekommen, gerieten die drei in die Gewalt der Bande. Von da an wurden sie festgehalten und unter Druck gesetzt.
Satellitentelefon und Lösegeld aus Dubai
Die Entführer zwangen die Männer, mit einem Satellitentelefon ihre Verwandten in Indien anzurufen. Die Leitungen liefen über in den Vereinigten Arabischen Emiraten registrierte Nummern. Die Bande verlangte insgesamt 7 Millionen Rupien, umgerechnet etwa 2,5 Millionen Baht.
Polizeioberst Naphatphong Khositsuriyamanee von der Einwanderungsbehörde Chonburi räumte ein, dass die Rückverfolgung der Anrufe die Ermittler vor große Probleme stellte. Erst durch Hinweise aus dem Umfeld der Opfer gelang es, das Versteck zu lokalisieren.
Alle fünf Verdächtigen gefasst
Kurz vor der Razzia waren die mutmaßlichen Täter – vier pakistanische Männer und ein Inder – noch auf Motorrädern in verschiedene Richtungen entkommen. Inzwischen konnten die Ermittler jedoch alle fünf Beschuldigten aufspüren und die Haftbefehle vollstrecken. Sie sitzen in Untersuchungshaft.
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Die drei geretteten Touristen sind in Sicherheit und werden betreut. Die Ermittler prüfen nun Hintergründe und mögliche weitere Beteiligte des Netzwerks.
Sprecher warnt vor ungewöhnlich günstigen Angeboten
Polizeioberst Parinya Klinkaesorn, Sprecher des Immigration Bureau 3, richtete eine deutliche Warnung an ausländische Besucher: „Ich möchte daher ausländische Touristen warnen, bei der Auswahl von Reisepaketen vorsichtiger zu sein, insbesondere bei Angeboten, die ungewöhnlich günstig sind, oder bei Anbietern, deren Identität nicht überprüft werden kann.“
Die Ermittler gehen von einem Netzwerk aus, das gezielt mit Lockangeboten arbeitete. Die Opfer vertrauten den falschen Agenten und gerieten kurz nach der Einreise in die Gewalt der Täter.
Thailand bleibt sicheres Reiseland
Die Behörden betonten, dass Thailand weiterhin ein sicheres Reiseland sei. Einreisekontrollen erfolgen nach internationalen Standards, gestützt auf nationale und internationale Sicherheitsdatenbanken. Wer nicht auf einer Blacklist steht, keinen Haftbefehl und keine einschlägigen Vorstrafen hat, darf einreisen.
Straftaten wie dieser Fall ereignen sich laut Polizei erst nach der legalen Einreise. Die Beamten stünden aber bereit, Opfern zu helfen und Täter konsequent strafrechtlich zu verfolgen.
2,5 Millionen Inder reisen jährlich nach Thailand
Indische Touristen bilden mit rund 2,5 Millionen Besuchern pro Jahr die zweitgrößte Gruppe nach Chinesen. Nur ein verschwindend geringer Teil – unter 0,1 Prozent – wird straffällig. Der Sprecher der Einwanderungsbehörde betonte, die Polizei gehe strikt gegen grenzüberschreitende Kriminalität und sogenannte graue Kapitalgruppen vor. Jeder Verstoß werde konsequent geahndet.
Ermittlungen weiten sich aus – Hinweise erwünscht
Die fünf Verdächtigen sitzen in Untersuchungshaft. Die Ermittler prüfen Hintergründe und mögliche weitere Beteiligte. Die Indian Association of Pattaya unterstützt die Behörden weiter bei der Aufklärung. Das Immigrationsbüro bittet um Mithilfe aus der Bevölkerung.
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Wer verdächtige Handlungen bemerkt, kann sich an die Einwanderungsbehörde unter www.immigration.go.th wenden oder persönlich im Chalerm-Phrakiat-Gebäude, Nr. 904, Moo 6, Tambon Ban Mai, Amphoe Pak Kret, Provinz Nonthaburi 11120, melden.

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