BANGKOK – Starlink soll in Thailand nicht mit einer vollständig ausländischen Eigentümerstruktur starten dürfen. Digitalminister Chaichanok Chidchob verlangt eine thailändische Mehrheit von mehr als 50 Prozent und verweist auf Chancen für heimische Telekom- und Satellitenunternehmen.
Minister verlangt 51 Prozent für Thailand
Chaichanok sagte am 20. August, Starlink könne in Thailand nur unter einer Struktur mit 51 Prozent thailändischem und 49 Prozent ausländischem Kapital zugelassen werden. Eine hundertprozentige Beteiligung ausländischer Anteilseigner lehnt er ab.
Bei einer vollständigen ausländischen Kontrolle könnten andere Anbieter nach Einschätzung des Ministers kaum gegen Starlink bestehen. Dabei gehe es um Daten, Preise, Qualität und Produktionskapazitäten sowie um künftige Chancen für thailändische Unternehmen.
Foreign Business Act setzt den Rahmen
Die Regierung beruft sich auf den Foreign Business Act aus dem Jahr 1999. Danach gilt ein in Thailand registriertes Unternehmen als ausländisch, wenn Ausländer mindestens die Hälfte des Kapitals halten.
Chaichanok sagte, die Regierung halte deshalb an einer thailändischen Mehrheit fest. Er verwies außerdem auf Fragen zu Daten und Sicherheit, die bei einer vollständig ausländischen Eigentümerstruktur berücksichtigt werden müssten.
Technologietransfer könnte Zugang erleichtern
Eine andere Lösung sei möglich, wenn Starlink Technologie nach Thailand überträgt und einen thailändischen Partner in den Betrieb einbindet. Unter diesen Bedingungen könne er eine solche Lösung akzeptieren.
Eine Beteiligung von 100 Prozent für Starlink könne er dagegen nicht erlauben, sagte Chaichanok. Er schütze nicht Technologie oder Fortschritt, sondern Thailands künftige Chancen im Markt.
Weltraumausschuss berät über neue Regeln
Das Thema kam auch bei der ersten Sitzung des National Space Policy Committee in diesem Jahr am 17. August zur Sprache. Besprochen wurden die Landerechte ausländischer Satellitenbetreiber und ein Entwurf für ein Weltraumwirtschaftsgesetz.
Auch bei diesen Beratungen zeichnet sich weiter eine Regelung ab, nach der thailändische Unternehmen die Mehrheit halten sollen.
Thailand will eigene Infrastruktur behalten
Im Vergleich zum staatlichen Unternehmen National Telecom verwies Chaichanok auf unterschiedliche Aufgaben. Die Regierung wolle kein Satellitenkommunikationssystem aufbauen, das direkt mit globalen Anbietern konkurriert.
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Thailand solle aber über eine eigene Infrastruktur verfügen, auf die das Land in Notfällen zurückgreifen kann oder wenn externe Anbieter ihren Dienst einstellen. Das Interesse an Starlinks Einstieg in Thailand lebte erneut auf, nachdem der Dienst am 13. August in Vietnam kommerziell gestartet war.
Starlink wartet weiter auf Markteintritt
In Thailand bietet Starlink der Öffentlichkeit weiterhin keinen kommerziellen Dienst an. Online wird deshalb gefragt, was den Start des Satelliteninternets bislang verhindert; die Eigentümerstruktur gilt dabei wiederholt als einer der Streitpunkte.
Die Regierung hält damit vorerst an einer thailändischen Mehrheitsbeteiligung fest.
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