BANGKOK, THAILAND – Die thailändische Polizei hat 13 Ausländer bei einer Razzia in einem Haus in Bang Phli, Bangkok, festgenommen. Die Ermittler vermuten dort ein Callcenter, das Menschen in Südkorea mit vorgetäuschten Behördenanrufen zur Überweisung von Geld gedrängt haben soll.
13 Arbeitsplätze mit mutmaßlichen Betrugsskripten
In dem Haus entdeckten Beamte 13 Arbeitsplätze mit Computern, Internet-Routern und Telefonsystemen über das Internet. Auf den Bildschirmen sollen Skripte für die Anrufe, gefälschte Unterlagen, die südkoreanische Staatsanwälte oder Staatsvertreter imitierten, sowie Listen mit südkoreanischen Namen und Telefonnummern geöffnet gewesen sein.
Nach Angaben der Polizei gab sich die Gruppe am Telefon als südkoreanische Staatsanwälte oder Regierungsvertreter aus. Die Angerufenen seien mit angeblichen Strafverfahren konfrontiert und anschließend zur Überweisung von Geld gedrängt worden.
Ein Chinese und zwölf Südkoreaner festgenommen
Bei dem chinesischen Verdächtigen handelt es sich laut Polizei um den 38-jährigen Guangyun. Die zwölf südkoreanischen Verdächtigen wurden als Seokyeon, Sanghun, Dongyong, Yongwon, Geunho, Subom, Minjae, Jaeuk, Yongsul, Jaeyong, Jaemin und Chanmi identifiziert.
Alle 13 wurden zunächst wegen Arbeitens in Thailand ohne gültige Arbeitserlaubnis beschuldigt. Sie wurden zur weiteren rechtlichen Bearbeitung zur Polizeistation Bang Kaeo gebracht.
Ermittler durchsuchen Haus mit südkoreanischer Unterstützung
Beamte der ersten Abteilung der Abteilung zur Bekämpfung von Technologiedelikten durchsuchten das Haus gemeinsam mit der polizeilichen Konsularabteilung der südkoreanischen Botschaft in Thailand.
Die Razzia wurde am 8. September beim Zentralen Ermittlungsbüro bekannt gegeben. An der Vorstellung nahmen der Leiter des Büros, Polizeigeneralleutnant Natsak Cheawnasai, Polizeioberst Watcharaphan Siriphak und Vertreter Südkoreas teil.
Operation gegen grenzüberschreitende Callcenter
Der Einsatz lief unter dem Namen „Thailand-Korea Breaking Chains EP.3“. Die Polizei begründete das Vorgehen mit verstärkten Maßnahmen gegen internationale Technologiedelikte und Callcenter-Netzwerke mit Verbindungen über Landesgrenzen hinweg.
Geleitet wurde die Kampagne von Polizeigeneral Thana Chuwong, dem stellvertretenden nationalen Polizeichef und Leiter des Zentrums zur Bekämpfung von Technologiedelikten, sowie von Polizeileutnantgeneral Jiraphop Phuridech, einem Assistenten des nationalen Polizeichefs.
Mehr als 71 Geräte nach Südkorea geschickt
Die thailändischen Ermittler schickten mehr als 71 Computer und Mobiltelefone an die südkoreanischen Behörden. Dort sollen die Geräte weiter untersucht und mögliche rechtliche Schritte geprüft werden.
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In der ersten Ermittlungsphase fanden die Beamten nach eigenen Angaben keine Verbindung zu thailändischen Opfern. Auch gab es zunächst keine thailändischen Beschwerdeführer, die mit der Gruppe in Verbindung standen.
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