BANGKOK, THAILAND – Thailand verschärft den Kampf gegen ausländische Strohfimen, illegalen Landbesitz und verdächtige Finanznetzwerke. Die Zahl risikoreicher Firmengründungen sank binnen eines Jahres um 81,77 Prozent, während die Geldwäschebehörde AMLO Vermögenswerte von mehr als 20 Milliarden Baht einfrieren oder beschlagnahmen ließ. Rund 14.000 Unternehmen und Tausende Grundstücke werden weiter geprüft.
Risikoreiche Firmengründungen brechen um 81,77 Prozent ein
Nach Angaben des Büros des Premierministers registrierte das Amt für Unternehmensentwicklung im August 2025 noch 894 Unternehmen mit hohem Strohfimen-Risiko. Im August 2026 waren es 163. Das entspricht einem Rückgang um 81,77 Prozent.
Parallel weitete AMLO ihre Ermittlungen gegen verdächtige Finanzstrukturen aus. In einem Verfahren gegen das Netzwerk von Yim Liak und Ben Smith wurden zuletzt weitere 34 Vermögenswerte im Wert von rund 8,269 Milliarden Baht eingefroren oder beschlagnahmt.
AMLO sichert Vermögen im Wert von 20,392 Milliarden Baht
Damit stieg die Zahl der in dem Verfahren gesicherten Vermögenswerte auf 102. Ihr Gesamtwert beläuft sich laut Regierung auf rund 20,392 Milliarden Baht.
Die Behörden sehen den Fall als Teil des Vorgehens gegen verdächtige Finanzgeschäfte und grenzüberschreitende Kriminalität. Premierminister Anutin Charnvirakul ordnete außerdem entschlossenes Vorgehen gegen Personen an, die thailändische Eigentumsbeschränkungen umgehen, sowie gegen Ausländer, die illegal Geschäfte betreiben.
Prüfungen erfassen Firmen, Land und Einwanderung
Die Ermittler beschränken sich nicht mehr auf die Namen in Firmenregistern. Sie prüfen auch thailändische Anteilseigner, Grundstücke, Finanzierungen, Einwanderungsdaten und die tatsächliche Kontrolle über Unternehmen.
Im Visier stehen unter anderem Hotels, andere Beherbergungsbetriebe, Krankenhäuser, private Bildungseinrichtungen, Restaurants und Dienstleistungsunternehmen. Auch Anwälte und Buchhalter werden untersucht, wenn sie mutmaßliche Strohfimen-Strukturen unterstützt haben sollen.
Innenministerium übernimmt zentrale Rolle
Am 17. März 2026 übertrug das Kabinett dem Innenministerium eine führende Rolle beim Vorgehen gegen ausländische Kontrolle über thailändische Firmen, Grundstücke und Immobilien.
Die Kampagne läuft seit November 2024. Nach Anutins Amtsantritt im September 2025 wurde sie ausgeweitet. Besonders Phuket, Koh Samui und Koh Pha Ngan gerieten wegen ihrer großen ausländischen Tourismus-, Immobilien- und Geschäftszweige in den Blick.
Grundstücksämter sollen Finanzierungen prüfen
Im Mai drängte Anutin ranghohe Polizeiführer zu härterem Vorgehen. Phuket und Koh Pha Ngan nannte er dabei besonders. Auch Visa-Kontrollen und die Prüfung von Einwanderungsdaten waren Teil der Beratungen.
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Am 16. Mai wies Anutin das Landamt an, landesweit genauer hinzusehen. Geprüft werden können Einkommen, Beruf und finanzielle Verhältnisse. Auch ungewöhnliche Kapital- oder Eigentumsveränderungen sowie plötzliche Wechsel bei Anteilseignern können weitere Untersuchungen auslösen.
Polizei durchsucht Betriebe in drei Südprovinzen
Im Juni und Juli fanden koordinierte Durchsuchungen in Phuket, Krabi und Phang Nga statt. Kontrolliert wurden unter anderem Hotels, Restaurants, Reiseveranstalter und Autovermietungen.
Die Ermittler suchten nach Hinweisen darauf, dass thailändische Anteilseigner die tatsächliche Kontrolle ausländischer Betreiber verdecken. Beteiligt waren mehrere Polizeieinheiten und Behörden unter Anweisungen Anutins und des nationalen Polizeichefs Kitrat Phanphet.
36.277 Firmen mit ausländischer Beteiligung halten Land
Das Amt für Unternehmensentwicklung wertete Daten zu 125.622 beaufsichtigten Unternehmen aus. Dabei wurden 36.277 Firmen mit ausländischer Beteiligung identifiziert, die zusammen 305.838 Grundstücke mit einer Fläche von 1.064.265,38 Rai halten.
Weitere 7.082 ausländisch verbundenen Unternehmen besitzen 76.840 Eigentumswohnungen mit einer Gesamtfläche von mehr als 4,1 Millionen Quadratmetern. Eine ausländische Beteiligung an einer thailändischen Firma gilt für sich allein jedoch nicht als Beweis für eine Strohfimen-Struktur.
Am 4. September vereinbarten das Amt für Unternehmensentwicklung, die Abteilung für Provinzverwaltung und das Landamt, ihre Informationen zu integrieren und laufend zu aktualisieren.
Rund 14.000 Unternehmen stehen unter Verdacht
Intensiver geprüft werden etwa 14.000 Unternehmen wegen mutmaßlicher Strohfimen-Vereinbarungen. Die Verfahren betreffen rund 5.800 Grundstücke mit einem Gesamtwert von ungefähr 60 Milliarden Baht.
Zusätzlich wurden mehr als 1.500 Unternehmen mit möglichem illegalem Landbesitz erfasst. Provinzgouverneure wurden aufgefordert, in ihren Zuständigkeitsbereichen gegen Verstöße vorzugehen.
Fälle auf Koh Pha Ngan gehen vor Gericht
Auf Koh Pha Ngan identifizierten die Behörden 112 juristische Personen für weitere Ermittlungen. Nach Regierungsangaben lag der Anteil ausländischer Gesellschafter über den gesetzlichen Grenzen. Die Unternehmen besitzen zusammen 124 Grundstücke mit einer Fläche von rund 86 Rai, drei Ngan und 42,4 Quadrat-Wah. 104 Fälle wurden neu entdeckt.
In acht Verfahren haben Gerichte bereits entschieden. Acht Unternehmen verkauften danach Land, insgesamt neun Grundstücke. Gegen weitere juristische Personen laufen die rechtlichen Schritte weiter.
Kontrollen in Huai Khwang führen zu neuen Prüfungen
In Bangkoks Stadtteil Huai Khwang kontrollierten mehrere Behörden gemeinsam Hotels und andere Betriebe. Beteiligt waren unter anderem die Einwanderungsbehörde, das Amt für Unternehmensentwicklung, das Arbeitsministerium und die Abteilung für Sonderermittlungen.
Einige Betriebe verfügten nach ersten Feststellungen nicht über die nötigen Lizenzen. Die Beamten fanden auch mögliche Verstöße bei Bauarbeiten und Umbauten. Weitere Untersuchungen sollen Anteilseigner, Geldflüsse, Grundstücke und verbundene Personen erfassen.
Deportationsanordnungen gegen zwei Ausländer
Die Maßnahmen gegen Unternehmen überschneiden sich mit einem Vorgehen gegen einzelne Ausländer. Anutin unterzeichnete eine Anordnung zur Abschiebung des israelischen Staatsangehörigen Yaacov Ohayon. Als Gründe nannte die Regierung Verstöße gegen thailändisches Recht sowie ein Verhalten, das öffentliche Ordnung, Moral und das Gemeinwohl beeinträchtige.
Eine weitere Abschiebungsanordnung betrifft den französischen Staatsangehörigen Kevin Dimino. Ihm werfen die Behörden Drohungen, Belästigungen und körperlich übergriffiges Verhalten vor. Außerdem soll er Spannungen zwischen Volksgruppen und Religionen verstärkt haben. Die neue Abschieberegelung gilt seit dem 28. August und sieht nach der formellen Mitteilung eine Einspruchsfrist von sieben Tagen vor.
Sondhi bringt ausländischen Einfluss auf die Straße
Am Donnerstag führte der veterane Protestführer Sondhi Limthongkul mehrere hundert Demonstranten vor die israelische Botschaft in Bangkok. Er warf einigen israelischen Staatsangehörigen Verstöße gegen thailändische Gesetze und Respektlosigkeit gegenüber thailändischen Bräuchen vor.
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Sondhis Kampagne richtet sich auch gegen ausländische Unternehmen, Grundstücksbesitz und Strohfimen-Strukturen. Die Regierung erklärte zugleich, ihre Maßnahmen richteten sich nicht gegen eine bestimmte Nationalität. Premierminister Anutin betone eine gleiche Anwendung des thailändischen Rechts auf alle Personen im Land.
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