Wut in Thailand! Harte Strafen für Israelis gefordert

77 Prozent der Thailänder fordern harte Strafen für Israelis. Justizminister kündigt Ermittlungen gegen Immobilien-Netzwerk in Pattaya an.

Wut in Thailand!  Harte Strafen für Israelis gefordert
Naewna

BANGKOK/PATTAYA – Eine Mehrheit der Befragten in Thailand fordert eine strikte Anwendung des thailändischen Rechts gegenüber Israelis. Gleichzeitig bereiten die Behörden nach Angaben von Justizminister Pol. Lt. Gen. Rutthaphon Naowarat rechtliche Schritte gegen ein mutmaßliches Netzwerk vor, das in Pattaya Grundstücke über Firmen oder thailändische Strohmänner halten soll.

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Mehrheit fordert strikte Anwendung des Gesetzes

Die vom National Institute of Development Administration (NIDA) veröffentlichte Umfrage wurde vom 8. bis 10. September telefonisch durchgeführt. Befragt wurden 1.410 wahlberechtigte Erwachsene ab 18 Jahren in Bangkok sowie in den Provinzen Chachoengsao, Chon Buri, Surat Thani, Phuket und Mae Hong Son.

76,38 Prozent der Teilnehmer hatten nach eigenen Angaben Medienberichte über mutmaßlich unangemessenes oder rechtswidriges Verhalten von Israelis in Thailand gehört. 5,11 Prozent berichteten von eigenen Erfahrungen. Unter den 1.164 Befragten mit direkter oder indirekter Kenntnis solcher Berichte forderten 77,49 Prozent eine strikte Durchsetzung des Gesetzes.

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Vorwürfe reichen von Gesetzesverstößen bis zu Strohmännern

71,22 Prozent der Befragten aus dieser Gruppe nannten einen angeblich fehlenden Respekt vor dem Gesetz als Kritikpunkt. 46,39 Prozent verwiesen auf unhöfliche Äußerungen oder eine vermeintlich herabwürdigende Behandlung von Thailändern. Weitere häufig genannte Punkte waren ein angeblich fehlender Respekt vor der thailändischen Kultur, dem Leben örtlicher Gemeinden sowie privaten und öffentlichen Bereichen.

31,44 Prozent äußerten den Verdacht, Israelis würden thailändische Strohmänner für den Besitz von Grundstücken einsetzen. 29,04 Prozent nannten eine mutmaßliche Nutzung von Strohmännern für Geschäfte. Außerdem wurden mögliche Visa-Überziehungen, Tätigkeiten in für Thailänder reservierten Berufen und Arbeiten außerhalb einer gültigen Arbeitserlaubnis genannt.

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Ermittlungen in Pattaya laufen

Justizminister Rutthaphon sagte dem Bangkok Post, die Behörden bereiteten rechtliche Schritte gegen ein mutmaßliches Netzwerk israelischer Staatsangehöriger in Pattaya vor. Die Ermittlungen seien Teil eines größeren Vorgehens gegen grenzüberschreitende Kriminalität. Das Department of Special Investigation (DSI) habe bei Einsätzen in Pattaya Beweismaterial gesammelt und prüfe die Verbindungen des Netzwerks.

Nach Angaben des Ministers untersucht das DSI den Einsatz von Firmen und möglicherweise thailändischen Strohmännern für den Besitz von Grundstücken. Die Behörden wollten im Laufe des Monats einen Einsatz starten. Ob es zu Anklagen kommt und welche Gesetze konkret betroffen sein könnten, war aus den zugänglichen Angaben noch nicht ersichtlich.

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Forderungen nach kürzeren Aufenthalten

45,45 Prozent der 1.164 Befragten sprachen sich für eine Verkürzung der erlaubten Aufenthaltsdauer israelischer Staatsangehöriger in Thailand aus. 38,49 Prozent forderten, die israelische Botschaft müsse das Verhalten ihrer Staatsangehörigen im Land strenger überwachen.

23,54 Prozent wollten mögliche Auswirkungen wachsender israelischer Gemeinschaften auf die nationale Sicherheit prüfen lassen. Eine Abschiebung von Personen, die gegen Gesetze verstoßen, befürworteten 6,62 Prozent. 1,20 Prozent verlangten zunächst eine Überprüfung der Berichte, während 1,12 Prozent vor zu harten Maßnahmen mit möglichen Folgen für den Tourismus warnten.

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Umfrage belegt keine einzelnen Straftaten

Die NIDA-Umfrage gibt die Wahrnehmungen und Angaben der Befragten wieder. Sie beweist nicht, dass die genannten Vorwürfe in einzelnen Fällen tatsächlich stattgefunden haben oder strafrechtlich relevant sind. Auch die laufenden Ermittlungen in Pattaya sind nach den vorliegenden Berichten noch nicht abgeschlossen.

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ZUM ANGEBOT

Die NIDA bezeichnete die Umfrage in ihrer ursprünglichen Darstellung als Erhebung über „jüdische Menschen“. Die veröffentlichten Fragen und Ergebnisse bezogen sich jedoch auf Israelis in Thailand. Eine Gleichsetzung von Religion, Nationalität und mutmaßlichem Fehlverhalten ist deshalb nicht sachgerecht.

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Wie sollte Thailand mit nachgewiesenen Gesetzesverstößen ausländischer Besucher umgehen? Halten Sie strengere Kontrollen oder kürzere Aufenthaltszeiten für angemessen?

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Quelle: Nation

2 Kommentare zu „Wut in Thailand! Harte Strafen für Israelis gefordert

  1. Ich habe keine Ahnung ob die Vorwürfe berechtigt sind oder auch nicht. Und schon gar nicht will ich diese beurteilen. Aber was aus diesem Bericht sehr deutlich wird, wie man Stimmung machen kann. Ganz unabhängig von Tatsachen. Heute trifft es Israeli. Und wer ist morgen dran?
    🫩

  2. Je nachdem wie die Fragestellung und die Antwortmöglichkeiten sind lässt sich fast jedes Ergebnis mit einer Umfrage erzielen. Die ganzen Social media Kampagnen gegen Ausländer und derartige Umfragen führen dann zu einem sich ständig selbst verstärkenden Effekt, der wo und wie endet?

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