BANGKOK – Thailand prüft den Bau seines ersten Atomkraftwerks und hat dafür ein Abkommen mit einer US-Behörde geschlossen. Eine Machbarkeitsstudie soll klären, ob kleine modulare Reaktoren mit rund 600 Megawatt Leistung künftig zur Stromversorgung des Landes beitragen können.
Studie nimmt Reaktoren mit 600 Megawatt ins Visier
Die US-Handels- und Entwicklungsbehörde USTDA gab die Vereinbarung mit der Electricity Generating Authority of Thailand (EGAT) bekannt. Im Mittelpunkt steht eine erste Machbarkeitsstudie zur Nutzung amerikanischer kleiner modularer Reaktoren, kurz SMR.
Nach Angaben der USTDA könnte eine Anlage mit rund 600 Megawatt Strom für mehrere hunderttausend Haushalte liefern. Thailand prüft SMR-Technologie als möglichen Teil seiner langfristigen Stromerzeugung, weil der Energiebedarf steigt.
Standort, Kosten und Regeln werden geprüft
Die Studie soll mögliche Standorte, die voraussichtlichen Kosten und die rechtlichen Anforderungen untersuchen. Thailand will damit klären, welche Voraussetzungen vor einem möglichen Einsatz der Technologie erfüllt sein müssten.
Die USTDA will bei der Untersuchung neutral gegenüber den einzelnen Herstellern bleiben. Geprüft werden Reaktorkonzepte von GE Hitachi, Holtec, Kairos Power, NuScale, TerraPower, Westinghouse und X-Energy.
EGAT sieht Beitrag zu sicherer Stromversorgung
Die Ergebnisse sollen EGAT bei der Einschätzung helfen, ob SMR-Anlagen zu einer sichereren und breiter aufgestellten Stromversorgung beitragen können. Zugleich soll Thailand ein klareres Bild davon erhalten, welche Infrastruktur für Atomkraft nötig wäre.
EGAT-Gouverneur Dr. Narin Phaowanich erklärte, die Studie könne eine wichtige Grundlage für die Bewertung der SMR-Technologie und einer saubereren Energiezukunft bilden. EGAT wolle dabei vom Wissen, der Erfahrung und der Nukleartechnik aus den USA lernen. Zudem sehe EGAT darin eine Möglichkeit, die Zusammenarbeit zwischen Thailand und den USA auszubauen.
USTDA verbindet Projekt mit regionaler Energiepolitik
USTDA-Vizedirektor Thomas R. Hardy sagte, die Vereinbarung zeige die US-Bemühungen, amerikanische Atomtechnik zu fördern und verlässliche Energietechnik zugänglicher zu machen. Er stellte das Vorhaben in den Zusammenhang einer breiteren Energiekooperation der USA mit Partnern im Indopazifik. Dabei ging es insbesondere auch um die Stärkung der regionalen Energiesicherheit.
Nach Einschätzung der USTDA könnte eine SMR-Infrastruktur das Stromnetz flexibler und sicherer machen, während der Energiebedarf weiter steigt. Das soll auch das wirtschaftliche und industrielle Wachstum Thailands unterstützen.
Thailand steht noch am Anfang
Die Empfehlungen der Studie könnten später in Thailands Umgang mit einem möglichen Atomkraftprogramm einfließen. Sie könnten auch US-Unternehmen Chancen bei künftigen Infrastrukturprojekten eröffnen.
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Die von der USTDA unterstützten Projekte werden von US-Unternehmen umgesetzt. Eine Ausschreibung für die Thailand-Studie soll über die internationale Projektplattform der Behörde veröffentlicht werden. Das Vorhaben befindet sich damit weiterhin in der Phase einer Machbarkeitsprüfung.
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