BERLIN, Deutschland – Thailand und Deutschland haben eine neue gemeinsame Absichtserklärung zur beruflichen Bildung und Ausbildung unterzeichnet. Geplant sind unter anderem ein thailändisch-deutsches Berufskolleg, die gegenseitige Anerkennung von Abschlüssen und mehr Austausch für Lehrkräfte und Schüler. Die Vereinbarung soll Fachkräfte für Branchen mit hohem Bedarf vorbereiten.
Thailand schlägt gemeinsames Berufskolleg vor
Thailand brachte die Gründung eines Thai-German Vocational College ins Gespräch. Die Einrichtung soll als Modell für gemeinsame Lehrpläne sowie für die Ausbildung von Lehrkräften, Fachpersonal und Schülern dienen.
Der thailändische Botschafter in Berlin schlug außerdem vor, Berufsabschlüsse und Zertifikate beider Länder gegenseitig anzuerkennen. Geplant sind auch mehr Austauschprogramme und Praxiserfahrungen im Ausland für Berufsschullehrer und Schüler.
Neue Erklärung setzt Rahmen für die Zusammenarbeit
Am 14. September unterzeichneten Thailands Bildungsminister Prasert Chantrarungthong und die deutsche Bildungsministerin Karin Prien in Berlin die neue Gemeinsame Absichtserklärung. Prasert leitete die thailändische Delegation und folgte damit einer Einladung der deutschen Seite.
Die Vereinbarung soll den Austausch von Wissen und Erfahrungen in der beruflichen Bildung und Ausbildung vertiefen. Beide Länder wollen dafür eine gemeinsame Arbeitsgruppe einsetzen, die einen Fahrplan für konkrete Vorhaben ausarbeitet.
Thailand setzt auf Technik, Deutsch und neue Lehrpläne
Das thailändische Bildungsministerium will das Lernen stärker an Kompetenzen ausrichten und Technologie sowie künstliche Intelligenz im Unterricht einsetzen. Ein Kreditsystem soll den Lernenden mehr Flexibilität geben.
Bei der dualen Berufsausbildung setzt Thailand auf drei Schwerpunkte: kompetenzorientierte Lehrpläne, moderne technische Fähigkeiten zusammen mit Deutschkenntnissen sowie eine bessere Ausbildung von Lehrkräften und weiterem Berufsschulpersonal.
Fachkräfte für den künftigen Arbeitsmarkt
Beide Seiten sehen die berufliche Bildung als wichtigen Weg, um Fachkräfte mit passenden Fähigkeiten für den heutigen Arbeitsmarkt auszubilden. Die geplante Zusammenarbeit soll sich an den Anforderungen der Industrie orientieren.
Für thailändische Berufsschüler sollen dadurch Chancen in Branchen mit hoher Nachfrage entstehen. Nach Angaben der thailändischen Seite könnten sich daraus künftig auch Möglichkeiten für höhere Einkommen und Vergütungen ergeben.
Gemeinsame Antworten auf eine alternde Gesellschaft
Bei den Gesprächen ging es auch um den demografischen Wandel und die alternde Gesellschaft. Thailand und Deutschland stehen nach Angaben der Beteiligten vor ähnlichen Herausforderungen.
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Beide Länder wollen Wissen und Erfahrungen darüber austauschen, wie Bildung, Personalentwicklung und Arbeitskräfteplanung an die Veränderungen bei Bevölkerung und Arbeitsmarkt angepasst werden können.
PISA, Flüchtlingskinder und nächste Schritte
Die Minister tauschten sich außerdem über die PISA-Ergebnisse und Bildungsreformen aus. Deutschland interessierte sich für Thailands Programme „All for Education“ und „Thailand Zero Dropout“ sowie für Unterricht, der analytisches Denken und Kompetenzen stärker fördert.
Deutschland berichtete über Herausforderungen durch Bildschirmzeit und soziale Medien sowie über die Bildung von Flüchtlingskindern und Jugendlichen. Die gemeinsame Arbeitsgruppe soll nun den Austausch mit den deutschen Bundesländern und mit iMOVE vorbereiten und die Vereinbarung in konkrete Projekte überführen.
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