BANGKOK/LONDON – Mehr als 200 britische Staatsangehörige sitzen derzeit im Ausland wegen Drogenschmuggels mit Cannabis aus Thailand fest. Die Zahl der konsularischen Fälle wegen Drogenschmuggels hat sich zwischen 2023 und 2025 auf mehr als 340 vervierfacht. Britische Besucher und Einwohner in Thailand werden gewarnt, niemals Gepäck, Pakete oder Waren für andere mitzunehmen.
Mehr als 200 Briten wegen Thailand-Cannabis festgehalten
Nach Angaben der britischen Regierung vervierfachte sich die Zahl der konsularischen Fälle zwischen 2023 und 2025 von etwas mehr als 80 auf über 340. 2026 kamen bereits mehr als 160 neue Fälle hinzu.
Die meisten Festnahmen gab es in Südostasien. Dazu zählen Thailand, Malaysia, Kambodscha und Laos. Rund 60 Prozent der seit 2024 betroffenen Briten sind zwischen 16 und 30 Jahre alt.
Wer Gepäck für andere trägt, geht ein hohes Risiko ein
Das britische Außenministerium rät Reisenden in Thailand, keine Koffer, Pakete oder Waren für andere Personen mitzunehmen. Das gilt auch dann, wenn die Gegenstände harmlos wirken oder als Teil einer kostenlosen Reise angeboten werden.
Gepäck kann bei einem Zwischenstopp in einem weiteren Land erneut kontrolliert werden. Nach Angaben der britischen Regierung profitieren organisierte Banden, während die angeworbenen Reisenden die Folgen tragen. In den Koffern befindet sich demnach Cannabis.
Versprochen werden Reisen und schnelles Geld
Die Anwerbung erfolgt laut Außenministerium oft über soziale Medien. In Aussicht gestellt werden kostenlose Urlaube, schnelles Geld oder scheinbar ungefährliche Arbeit.
Den Betroffenen wird demnach mitunter gesagt, in den Koffern lägen Kleidung, Gold oder Bargeld. Stephen Doughty, Minister für konsularische Angelegenheiten und Krisen, warnte, die Wirklichkeit sehe völlig anders aus. Betroffene berichteten von sehr schlechten Haftbedingungen und jahrzehntelangen Haftstrafen oder in manchen Ländern der Todesstrafe.
Junge Reisende unterschätzen das Gepäckrisiko
Eine Umfrage des britischen Außenministeriums ergab, dass ein Drittel der jungen Befragten kein Risiko darin sah, mit Gepäck zu reisen, das eine andere Person gepackt hatte. 30 Prozent erklärten, sie würden einen Gegenstand ins Ausland mitnehmen, obwohl sie nicht sicher seien, ob dies erlaubt ist.
Ein wegen Cannabisdelikten festgehaltener Brite sagte: „Am Ende des Tages riskierst du deine Freiheit. Und wenn du sie verloren hast, bekommst du sie nicht leicht zurück.“
Haftstrafen bis hin zur Todesstrafe
Je nach Land drohen jahrzehntelange Haft, lebenslange Gefängnisstrafen, Stockhiebe oder die Todesstrafe. Malaysia kann für Drogenschmuggel lebenslange Haft und mindestens 15 Stockhiebe verhängen. In Kambodscha sind bis zu 30 Jahre Gefängnis möglich.
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Bis ein Verfahren vor Gericht kommt, können Monate vergehen. Das Außenministerium warnt außerdem vor harten Haftbedingungen und eingeschränkter medizinischer Versorgung. Britische Staatsangehörige sind in Südostasien bereits in Haft gestorben.
Fälle in Georgien und der Türkei
Bella Culley aus Billingham wurde im Mai des Vorjahres am Flughafen von Tiflis festgenommen, nachdem sie aus Thailand eingereist war. Ein georgisches Gericht verurteilte sie wegen 12 Kilogramm Marihuana und 2 Kilogramm Haschisch zu fünf Monaten und 25 Tagen Haft. Die Strafe galt durch die bereits verbüßte Zeit als erledigt, nachdem ihre Familie im Rahmen einer Vereinbarung über ein Schuldbekenntnis eine Geldstrafe von 137.000 Pfund gezahlt hatte.
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Culley, die inzwischen nach Großbritannien zurückgekehrt ist, erklärte, sie habe nicht gewusst, dass sich 14 Kilogramm illegale Fracht in ihrem Gepäck befanden. Taylor Johnson aus Wednesbury erhielt in der Türkei im Juli eine Haftstrafe von neun Jahren und zwei Monaten, nachdem ein Spürhund Cannabis im Wert von 300.000 Pfund in seinem Koffer gefunden hatte. Seine Freundin Holly Cooper wurde freigesprochen, weil in ihrer Tasche keine Drogen entdeckt wurden.Sie durfte anschließend nach Großbritannien zurückkehren.
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