Hotels und Unterkünfte in Thailand geraten unter Druck. Das KASIKORN Research Center (KResearch) meldet für die ersten neun Monate 2026 eine Schließung von 148 Betrieben, 42 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Schwache Nachfrage, wachsende Konkurrenz und hohe Betriebskosten setzen den Sektor zusätzlich unter Druck, gut die Hälfte der Betreiber schrieb 2025 rote Zahlen.
148 Schließungen in neun Monaten
KResearch zufolge meldeten in den ersten neun Monaten 2026 148 Hotels und Unterkünfte ihre Schließung an. Das waren 42 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Rund 51 Prozent der Betreiber verbuchten 2025 Verluste. Besonders betroffen sind kleine Unternehmen, von denen etwa 54 Prozent rote Zahlen schrieben. 42 Prozent hatten in den Jahren 2023 bis 2025 drei aufeinanderfolgende Jahre mit Verlusten. Insgesamt traf das auf 38 Prozent der Betreiber über den gesamten Dreijahreszeitraum zu.
Markt wächst, Erholung bleibt ungleich
Der Markt soll 2026 etwa 1,1 Billionen Baht wert sein, 2,6 Prozent mehr als 2025. Rund 77 Prozent der Erlöse stammen aus Unterkünften, der Rest aus Catering, Tagungen, Seminaren sowie Speisen und Getränken.
In der Branche arbeiten rund 430.000 Menschen in etwa 15.000 Betrieben. Mehr als 98 Prozent davon sind kleine und mittlere Unternehmen. Der Marktwert entspricht etwa 5,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu aktuellen Preisen.
Auslastung steigt kaum, 19 Provinzen verlieren
Die landesweite Auslastung stieg in den ersten neun Monaten 2026 nur um 0,18 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In 19 Provinzen ging sie zurück.
Auch bei den Neugründungen zeigt sich ein Minus. 779 Betriebe entstanden in den neun Monaten, 31,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Zahl liegt aber noch über dem Vergleichswert für 2024.
Ausländische Gäste bleiben unter dem Vor-Corona-Niveau
KResearch erwartet für 2026 rund 31,4 Millionen ausländische Besucher, vier Prozent weniger als 2025. Das entspricht nur etwa 79 Prozent des Niveaus von 2019.
Als Gründe nennt das Institut den stärkeren Wettbewerb unter Reisezielen, die Wirtschaftsschwäche in den Herkunftsmärkten, das Sicherheitsempfinden und geopolitische Spannungen. Aus 18 wichtigen Märkten kamen 2025 weniger Besucher als 2019, darunter China, Südkorea, Japan, Laos, die USA und skandinavische Länder.
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2025 hatten 29 Provinzen weniger Übernachtungsgäste als 2019. Dazu gehörten Bangkok, Phuket, Chiang Mai, Songkhla, Trat, Udon Thani, Khon Kaen und Sukhothai. In 17 dieser Provinzen lag der Rückgang bei mehr als zehn Prozent.
Zimmerangebot wächst schneller als die Nachfrage
Im ersten Halbjahr 2026 gab es in Thailand rund 876.000 Hotelzimmer und Unterkünfte. Das waren 3,4 Prozent mehr als Ende 2025 und 11,7 Prozent mehr als 2019. In 64 Provinzen stieg die Zahl der Zimmer.
Besonders in Bangkok, Phuket, Surat Thani und Chiang Mai kommen neue Angebote aus allen Preisklassen auf den Markt. KResearch schätzt, dass die Zahl der Übernachtungsgäste pro Zimmer von 249 im Jahr 2019 auf 228 im Jahr 2026 gesunken ist.
Ferienwohnungen setzen Hotels zusätzlich unter Druck
Laut Daten von AirDNA waren im Oktober 2026 in Bangkok, Phuket, Chonburi, Chiang Mai und Surat Thani rund 50.000 Mietobjekte verfügbar. Das entspricht etwa zehn Prozent der registrierten Zimmer in Hotels und Unterkünften in diesen Märkten.
Die Objekte kamen in den vorangegangenen zwölf Monaten auf eine durchschnittliche Auslastung von rund 60 Prozent. KResearch erwartet 2026 einen Rückgang des durchschnittlichen Tageszimmerpreises um etwa 0,8 Prozent, nach einem Anstieg von nur 0,1 Prozent im Jahr 2025.
Prognose für 2027 bleibt unsicher
KResearch rechnet für 2027 mit 31 bis 33 Millionen ausländischen Gästen. Das wäre ein Rückgang von einem Prozent bis zu einem Plus von fünf Prozent gegenüber 2026.
Die Langstreckenmärkte in Europa und dem Nahen Osten brauchen besondere Aufmerksamkeit. Die Prognose setzt voraus, dass sich die geopolitischen Spannungen nicht weiter ausbreiten und Reiserouten nicht stark stören. Für den Inlandstourismus werden 205,5 bis 208 Millionen Reisen erwartet, ein Plus von 0,5 bis 1,8 Prozent.
Hohe Fixkosten und sinkende Auslastung
Die landesweite Hotelauslastung könnte 2027 zwischen 69,58 und 71,69 Prozent liegen. Das entspricht einem Rückgang von bis zu zwei Prozent oder einem Anstieg von bis zu einem Prozent.
Variable Kosten machen je nach Geschäftsmodell 40 bis 45 Prozent der Gesamtausgaben aus. Sie können mit Energiepreisen, Stromrechnungen, Transportkosten, Lebensmitteln, Hotelbedarf und Gebühren der Online-Reisebüros steigen. Bei Hotels mit hohen Fixkosten und wenig Liquidität könnten schwächere Auslastung und steigende Ausgaben die Rentabilität weiter drücken und zu Schließungen oder Verkäufen führen.
Neues Beherbergungsgesetz und Nachhaltigkeit
Ein geplantes Beherbergungsgesetz soll neue Formate wie Homestays, Hostels, Boutique-Hotels und Angebote der Sharing Economy erfassen. Die Regeln sollen sich nach Betriebsgröße und Risiko richten. KResearch sieht darin mehr Verbraucherschutz, aber auch mehr Wettbewerb und Druck bei der Einhaltung von Vorschriften.
Nachhaltigkeitsstandards nach ESG gewinnen an Bedeutung, vor allem für europäische Reisende und Firmenkunden. Betriebe ohne anerkannte Nachweise könnten bei der Vermarktung über Online-Plattformen benachteiligt sein. Klimaschwankungen verteuern Strom, Wassermanagement, Prämien für Katastrophenversicherungen und Lebensmittel und erhöhen Risiken wie Überschwemmungen. Viele Reisende buchen deshalb kurzfristig, weil sie zuerst das Wetter abwarten.
Neue Angebote statt reiner Preiskampf
KResearch rät Betreibern, Kundenmärkte und Einnahmequellen breiter aufzustellen, statt nur über den Preis zu konkurrieren. Genannt werden Inlandsreisende, Coworking-Flächen, Cafés, Tagungsangebote und Langzeitpakete, dazu Technik, erneuerbare Energien und lokal beschaffte Materialien zur Kostenkontrolle. Bei neuen Hotelinvestitionen sollten Investoren vorher das lokale Zimmerangebot, die Zielkundschaft und Nachhaltigkeitsfragen prüfen.
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