Baht „zu stark“ – Zentralbank greift ein

📉 Eine starke WĂ€hrung klingt gut – bis ganze Branchen unter Druck geraten. Welche Schritte die Notenbank nun prĂŒft, könnte Thailand merkbar verĂ€ndern


Baht "zu stark" – Zentralbank greift ein
Bank of Thailand

BANGKOK – Der thailĂ€ndische Baht wird immer stĂ€rker – und das bereitet der Regierung schlaflose NĂ€chte. Jetzt greift die Zentralbank mit einem Notfall-Plan ein. Die WĂ€hrung soll gezielt geschwĂ€cht werden, um Exporteure und die Tourismusbranche zu retten.

Baht als asiatischer Spitzenreiter – ein zweifelhafter Erfolg

Seit Jahresbeginn ist der Baht um 7 Prozent gegenĂŒber dem US-Dollar gestiegen. Das macht ihn zur zweitstĂ€rksten WĂ€hrung Asiens.

FĂŒr auslĂ€ndische Urlauber wird’s teuer, und fĂŒr die heimische Wirtschaft ist es ein Albtraum. ThailĂ€ndische Produkte werden im Ausland teurer, der Tourismus verliert an PreisattraktivitĂ€t.

„Der AufwĂ€rtstrend des Baht wird als Bedrohung fĂŒr die WettbewerbsfĂ€higkeit der Export- und Tourismussektoren gesehen“, erklĂ€rt die Bank of Thailand (BoT) in einer offiziellen Stellungnahme.

Goldhandel im Fokus der WĂ€chter

Ein Hauptansatzpunkt der Notenbank ist der Goldhandel. Dieser wird oft fĂŒr spekulative DevisengeschĂ€fte genutzt, die den Baht zusĂ€tzlich treiben.

Konkret plant die BoT zwei Schritte: Banken mĂŒssen ihre Kontrollen bei goldbezogenen Devisentransaktionen verschĂ€rfen.

ZusĂ€tzlich sollen große GoldhĂ€ndler verpflichtet werden, ihre Transaktionsdaten an die Aufsicht zu melden. So will man undurchsichtige Kapitalströme eindĂ€mmen.

Steuerliche Entlastung fĂŒr Unternehmen

Ein weiterer Hebel ist steuerlicher Natur. Die BoT will dem Finanzministerium vorschlagen, die Steuergrenze fĂŒr auslĂ€ndische EinkĂŒnfte anzuheben.

KĂŒnftig sollen 20 Millionen Baht (ca. 500.000 Euro) pro Transaktion steuerfrei im Ausland bleiben können, statt wie bisher nur 1 Million Baht.

Das soll Firmen mehr FlexibilitĂ€t geben und den Zwang verringern, Devisen nach Thailand zu bringen – was den Baht entlastet.

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Kommt die nÀchste Zinssenkung schon im Dezember?

BoT-Gouverneur Vitai Ratanakorn ließ am Montag durchblicken, dass es „Spielraum fĂŒr Zinssenkungen“ gebe. Allerdings warnte er, der Effekt auf die von strukturellen Problemen geplagte Wirtschaft sei begrenzt.

Bereits viermal senkte die Notenbank im vergangenen Jahr den Leitzins, auf jetzt 1,50% – ein Drei-Jahres-Tief. Die nĂ€chste Sitzung am 17. Dezember wird mit Spannung erwartet.

Viele Ökonomen rechnen mit einer weiteren Senkung, um die schwĂ€chelnde Konjunktur weiter zu stĂŒtzen.

Ein Wettlauf gegen die Zeit

Die geplanten Maßnahmen zeigen, wie ernst die Lage ist. Die Zentralbank betont, sie werde „jede VolatilitĂ€t des Baht genau beobachten und handeln, um die Auswirkungen auf die Unternehmen zu verringern“.

FĂŒr Thailands Exportwirtschaft und die gerade erst erholte Tourismusbranche ist jede weitere Aufwertung des Baht eine direkte Gefahr. Der Notenbank-Chef hat klar gemacht, dass alle Optionen auf dem Tisch liegen.

🗣 Starker Baht – starker Schaden?

Die einen feiern eine starke WĂ€hrung, die anderen sehen Jobs, Hotels und Fabriken gefĂ€hrdet. Wenn der Baht weiter steigt – wer zahlt den Preis? Und hilft eine Zinssenkung, wenn Thailands Probleme tiefer liegen als jeder Wechselkurs?

💬 Schreib deine Sicht: Starke WĂ€hrung – Segen oder Fluch fĂŒr Thailand?

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Quelle: Bangkok Post

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