PHUKET – Erneut sorgt braun verfärbtes Meerwasser vor Patong Beach für behördliche Ermittlungen. Eine erste Vermutung der Umweltexperten: Schuld könnte eine sogenannte Phytoplankton-Blüte sein. Offene Fragen zu Abwassereinleitungen in der Bucht bleiben jedoch trotz langjähriger Diskussionen im Raum stehen. Letzte Klarheit soll eine Laboranalyse bringen.
Braune Brühe auf eineinhalb Kilometern
Am Montag meldeten Augenzeugen eine etwa 1,5 Kilometer lange braune Verfärbung des Wassers. Das Phänomen zog sich von der Mündung des Khlong Pak Bang am südlichen Ende des Strandes durch die Patong Bay.
Unmittelbar nach Bekanntwerden rückten gestern Beamte der Umweltbehörde Region 15 gemeinsam mit der Stadtverwaltung Patong zur Kontrolle aus. Sie nahmen Strand, Kanal und das Seewasser vor Kalim Beach unter die Lupe.
Betonabrieb statt Abwasserrohr
Ein besonderes Augenmerk der Kontrolleure galt dem Verdacht, eine Hotelbaustelle leite Abwasser in den Kanal. Vor Ort gab es jedoch schnell Entwarnung: Die Inspektoren fanden keine Beweise für illegale Einleitungen.
Stattdessen hatten Regenfälle Betonrückstände vom Bau in den Khlong Pak Bang geschwemmt. Der zuständige Auftragnehmer reinigte den betroffenen Bereich sofort und muss jetzt auf Anweisung der Behörde einen sogenannten Sedimentabscheider nachrüsten.
Alarmierende Färbung bei Flut
Trotz dieser Baustellen-Entwarnung bot sich am Nachmittag ein unschönes Bild. Mit der einsetzenden Flut drückte Meerwasser zurück in den Kanal und färbte ihn nahe der Mündung fast schwarz.
Das Ministerium für natürliche Ressourcen und Umwelt bestätigte diesen optischen Effekt und führt ihn auf eine Algenblüte zurück. Die Wasserproben für die entscheidende Laboranalyse sind bereits entnommen.
Abflüsse am Kalim Beach ohne Befund
Auch Kalim Beach geriet ins Visier der Ermittler. Bürger hatten sich über stinkende Abwasserrohre in direkter Meeresnähe beschwert.
Doch beim Ortstermin zeigte sich ein anderes Bild: Das austretende Wasser war klar. Die Inspektoren fanden keinerlei sichtbare Anzeichen für eine Verschmutzung durch die Abflüsse.
Phosphat und Touristenboote im Februar-Fall
Die aktuelle Aufregung reiht sich in eine Kette ähnlicher Vorfälle ein. Erst vor weniger als einem Monat schob die Stadtverwaltung Patong eine Schwarzfärbung des Wassers auf eine Algenblüte – und nicht auf unbehandeltes Abwasser.
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Bereits im Februar hatten Provinzbeamte bei Untersuchungen eingeräumt, dass hohe Phosphatwerte aus Abwässern das Algenwachstum fördern. Damals wurden zudem in der Bucht ankernde Ausflugsboote als mögliche Ursache für angeschwemmte Algen genannt.
Klarheit erst im Labor
Eine öffentliche Erklärung, was die jetzt erneut vermutete Phytoplankton-Blüte konkret ausgelöst haben könnte, bleiben die Behörden bislang schuldig. Die Kläranlage von Patong leitet ihr Wasser nach wie vor in den Khlong Pak Bang ein. Offiziell hat jedoch noch keine Untersuchung diese Einleitung direkt als Auslöser der wiederkehrenden Verfärbungen identifiziert. Ob Verschmutzung oder natürliche Ursachen der Grund sind, müssen jetzt die Laborergebnisse der aktuellen Proben zeigen.
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