Bangkok – Eine 28-jährige Thailänderin wurde am Flughafen Fukuoka in Japan festgenommen, nachdem Zollbeamte in ihrem Reisegepäck in Kaffeepackungen verstecktes Eis (Methamphetamin) entdeckten. Das thailändische Rauschgiftkontrollamt ONCB warnt nun eindringlich davor, für Dritte Waren ins Ausland zu transportieren – selbst gutgläubige Reisende können so in die Fänge internationaler Drogenkartelle geraten.
Kaffeepackungen mit brisantem Inhalt
Beim Durchleuchten des Gepäcks der 28-Jährigen schlugen die japanischen Beamten Alarm. In scheinbar harmlosen Kaffeepackungen stießen sie auf eine nicht genannte Menge Eis (Methamphetamin).
Die Frau hatte den Transportauftrag zuvor angenommen, ohne den Paketinhalt selbst geprüft zu haben. Ihre Familie erstattete nach Bekanntwerden der Festnahme Anzeige bei der Polizei in Bang Bua Thong und beteuert, die Tochter sei nie in Drogenaktivitäten verwickelt gewesen.
ONCB warnt vor blindem Vertrauen bei Kurierdiensten
Am Sonntag bezog die ONCB-Sprecherin Ariephak Ngernbamrung klar Stellung: Reisende müssen sich darüber im Klaren sein, dass sie für den Inhalt ihres Gepäcks rechtlich voll verantwortlich sind – ganz gleich, ob sie von der illegalen Fracht wussten oder nicht.
Die Behörde beobachtet seit Langem, dass Drogennetzwerke gezielt Online-Plattformen ausspähen, auf denen Privatleute freie Kapazitäten in ihrem Gepäck anbieten. Wer solche Dienste bewirbt, macht sich angreifbar. Zudem nehmen die Kartelle gezielt Crewmitglieder von Fluggesellschaften und Reiseleiter ins Visier.
Testphase mit harmlosen Paketen als Masche
Nach Erkenntnissen des ONCB gehen die Hintermänner taktisch vor. Sie kaufen zunächst das Vertrauen der Kuriere und schicken dann unverfängliche Testsendungen, um die Zuverlässigkeit des Kuriers zu prüfen.
Erst wenn diese problemlos am Ziel ankommen, folgt der eigentliche Coup: Die Kartelle verstecken in neuen Lieferungen Rauschgift und bringen die ahnungslosen Transporteure in höchste Gefahr.
Kontakt nur über anonyme Avatare
Die Auftraggeber bleiben dabei meist völlig unsichtbar. Kommuniziert wird laut ONCB fast ausschließlich über Online-Chats mit gefälschten Profilen, persönliche Treffen gibt es nie.
Gerade diese Distanz macht es den Netzwerken leicht, immer neue Mittelsmänner zu ködern. Preise und Bedingungen werden direkt in den Nachrichten ausgehandelt, die Spur der Drahtzieher verliert sich im Digitalen.
Rechtliche Konsequenzen kennen keine Ausreden
Wer mit illegalen Substanzen im Gepäck erwischt wird, kann sich nicht einfach auf Unwissenheit berufen. In vielen Zielländern drohen bei Drogendelikten hohe Haftstrafen, deren Härte je nach Staat erheblich schwankt.
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Zudem verstoßen schon einfache Warentransporte für Dritte häufig gegen das Zollrecht, etwa wegen Steuerhinterziehung. Das ONCB rät deshalb dringend, ungewöhnlich schwere Pakete zurückzuweisen und grundsätzlich nur eigene Gegenstände mitzuführen.
Thailand als Drehkreuz der Kartelle
Die geografische Lage Thailands mit seinen langen Grenzen, Bergen und Küsten macht das Land zu einem Transitknotenpunkt für Drogen. Kartelle aus Nachbarstaaten nutzen die gut ausgebaute Infrastruktur, um Stoff in die Metropolregion Bangkok zu schmuggeln.
Von dort verteilen sie die Substanzen in alle Welt – Fentanyl in die USA, Heroin und Ecstasy nach Europa, Methamphetamin nach Australien und Neuseeland sowie innerhalb Südostasiens. Jede Region hat ihre eigene bevorzugte Substanz, die Netzwerke passen ihre Routen entsprechend an.
Ermittlungen und nächste Schritte
Beamte der ONCB-Region 1 arbeiten derzeit mit der Polizei in Bang Bua Thong an einer umfassenden Datenintegration. Ziel ist es, die Verbindungen der festgenommenen Frau zu möglichen Drahtziehern aufzudecken.
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Das ONCB bietet den Behörden Unterstützung bei der Untersuchung des Falls an.
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