Großrazzia in Thailand: Polizei zerschlägt globales Piraten-Netzwerk

Schlag gegen MyIPTV4K: Behörden sprengten in Chiang Mai den Betrieb des Streaming-Giganten. Ein Verdächtiger wurde in Handschellen abgeführt, doch die Hintermänner des Netzwerks halten eisern dagegen. Was wird die Beweiskraft verraten?

Großrazzia in Thailand: Polizei zerschlägt globales Piraten-Netzwerk
DailyNews

CHIANG MAI, THAILAND – Bei koordinierten Razzien gegen das illegale Streaming-Netzwerk MyIPTV4K nahmen Ermittler in Chiang Mai einen Verdächtigen fest, zeitgleich gab es Festnahmen und Durchsuchungen in Malaysia. Die internationale Aktion, an der Interpol, Warner Bros. und mehrere nationale Polizeibehörden beteiligt waren, richtet sich gegen mutmaßliche Urheberrechtsverletzungen und den grenzüberschreitenden Verkauf von Zugängen zur Streaming-App.

Festnahmen in Thailand und Malaysia

Beamte der thailändischen Wirtschaftskriminalpolizei nahmen laut Angaben Akkharawat in einem Haus in Mae Hia, Bezirk Mueang, Chiang Mai, fest und durchsuchten anschließend ein Firmenbüro in Suthep.

In Malaysia verhafteten die Behörden das Ehepaar Long Chin Hwang und Hu Siew Liew. Dort durchsuchten Ermittler drei Standorte in Selangor und beschlagnahmten elektronische Geräte.

Beschlagnahmte Beweismittel in Chiang Mai

Die Polizei sicherte nach eigenen Angaben 19 Buchhaltungsdokumente, vier Aufzeichnungen zu Zahlungen für Cloud-Computing, 22 E-Mail-bezogene Dokumente, eine Kreditkartenkopie sowie drei Mobiltelefone, ein Notebook und einen Desktop-Computer.

Den thailändischen Ermittlern zufolge sollen die Unterlagen und Geräte zeigen, dass Filme ohne Genehmigung vervielfältigt, angepasst und öffentlich verbreitet wurden.

Anklagen gegen die Verdächtigen

Akkharawat wird wegen gemeinschaftlicher Urheberrechtsverletzung zu kommerziellen Zwecken angeklagt, heißt es in den offiziellen Mitteilungen.

In Malaysia erhoben die Behörden ebenfalls Anklagen gegen Long Chin Hwang und Hu Siew Liew; die Verfahren und die Auswertung der beschlagnahmten digitalen Beweise laufen weiter.

Internationale Ermittlungskooperation

Die Aktion folgte laut Polizei auf Thailands Teilnahme an „Operation Awan Merah“ am Interpol Global Complex for Innovation in Singapur und ist Teil des Interpol-Programms I-SOP zur Bekämpfung von Online-Piraterie.

An der internationalen Operation waren neben Interpol und thailändischen Stellen auch die Royal Malaysia Police, Südkoreas National Police Agency und Kulturministerium sowie die US-Behörde Homeland Security Investigations beteiligt; Warner Bros. unterstützte die Ermittlungen.

Verdächtige bestreiten die Vorwürfe und Firmenhintergrund

Akkharawat bestreitet laut Polizei alle Vorwürfe. Die malaysischen Verdächtigen wiesen den Vorwurf zurück, Zugänge zur MyIPTV4K-Anwendung über das E-Handels-Konto „Unimax Pro“ betrieben und verkauft zu haben.

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Die in Malaysia beschuldigten Verdächtigen sind Direktoren von Alula Marketing Sdn Bhd, einem Anbieter für Webdesign, Grafik, Automatisierungssysteme und elektronische Produkte. Behörden fanden zudem Hinweise auf frühere Urheberrechtsprobleme: Akkharawat war bereits 2018 in einen ähnlichen Fall verwickelt.

Polizei warnt vor Betrugsrisiken – Verfahren läuft

Die Polizei warnt, dass Webseiten mit Raubkopien Nutzer Betrugsrisiken aussetzen können, weil Kunden Mitgliedsgebühren zahlen, aber nur eingeschränkten Zugang erhalten. Lt Gen Nattasak Chawanasai betonte, dass Piraterie Urheberrechtsinhaber, die Unterhaltungsindustrie und das Investitionsimage des Landes schade.

Die Behörden beider Länder prüfen weiterhin die digitalen und finanziellen Beweismittel und führen die Gerichtsverfahren fort.

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Quelle: DailyNews

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