Pak Kret, Thailand – Ein 59-jähriger Friseursalon-Betreiber und seine zwei Ehefrauen sitzen in Untersuchungshaft, nachdem ein 26-jähriger Mann in ihrem Betrieb in Pak Kret (Provinz Nonthaburi) ums Leben kam. Was anfänglich als Notwehr nach einem angeblichen Erpressungsversuch dargestellt wurde, bewertet die Polizei aufgrund forensischer Befunde und einer Audioaufnahme als mutmaßlich vorsätzliche Tötung.
Vorfall und erste Darstellung der Beschuldigten
Der Vorfall ereignete sich an einem Freitag in einem Friseursalon in Pak Kret nahe Bangkok. Der Ladenbesitzer, Jirawat Rattanawimantip (59), gab gegenüber der Polizei an, er habe sich gegen einen Mann gewehrt, der ihn mit einer Waffe bedroht und Geld von ihm gefordert habe.
Die Polizei nahm Jirawat sowie zwei im Laden befindliche Frauen, die später als seine Ehefrauen identifiziert wurden, noch am Tatort fest. Vor dem Gebäude versammelten sich Angehörige des Opfers, die Polizei sicherte den Bereich.
Forensische Befunde stellen Notwehr-Version infrage
Ermittler beschrieben die Verletzungen des Ladenbesitzers, der angegeben hatte, selbst angegriffen worden zu sein, als oberflächlich und auffällig gleichmäßig. Ein forensischer Gutachter der Srinakharinwirot University bewertete diese Gleichförmigkeit als untypisch für Verletzungen aus einer echten körperlichen Auseinandersetzung.
Die Polizei prüfte darüber hinaus die Beweislage am Tatort, darunter die Position des Opfers und der vorgefundenen Gegenstände. Experten kamen zu dem Schluss, dass die vorgefundene Situation nicht mit einer spontanen Konfrontation in Einklang zu bringen sei.
Audioaufnahme als zentrales Beweismittel
Als drittes zentrales Beweiselement tauchte eine Audioaufnahme auf, die den Mann laut Polizei kurz vor seinem Tod im Salon zeigt. Der Inhalt der Aufnahme widerspricht nach Einschätzung der Ermittler der Darstellung einer spontanen Konfrontation.
Laut Polizeirekonstruktion soll das Opfer zuvor telefonisch in den Salon gelockt worden sein. Diese Version stützt den Verdacht auf ein geplantes Vorgehen, nicht auf einen spontan eskalierten Streit.
Anklage und Verfahren vor dem Provinzgericht
Auf Basis der gesammelten Beweise erhoben Staatsanwälte Anklage gegen Jirawat und seine beiden Ehefrauen, Natthayan Rattanawimantip (43) und Phonephimonh Sengchanh (34), wegen gemeinschaftlich begangenen, vorsätzlichen Mordes sowie wegen Verschleierung der Todesursache.
Am folgenden Samstag wurden die drei Beschuldigten dem Provinzgericht Nonthaburi vorgeführt und in Untersuchungshaft genommen. Das Gericht gab dem Antrag der Staatsanwaltschaft auf Inhaftierung statt.
Offene Fragen zu Motiv und Beteiligung
Die Beschuldigten schwiegen bislang zu den Vorwürfen. Medien berichteten von Spekulationen über mögliche Motive, darunter persönliche Konflikte oder finanzielle Streitigkeiten. Die Polizei äußerte sich dazu nicht offiziell.
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Die Rolle der beiden Ehefrauen im Einzelnen sowie die genaue Tatplanung sind Gegenstand der laufenden Untersuchungen. Weitere forensische Gutachten und Zeugeneinvernahmen sind angekündigt.
Einordnung: Verfahren mit öffentlichem Interesse
Der Fall hat in Thailand breites Medieninteresse ausgelöst, weil die Notwehr-Argumentation durch forensische Mittel widerlegt worden sein soll. Solche Fälle sind in der öffentlichen Wahrnehmung Thailänder eine Seltenheit, da kriminaltechnische Gegenbeweise selten so frühzeitig kommuniziert werden.
Die Ermittlungen laufen weiter. Ein Urteilsdatum ist noch nicht bekannt; das Verfahren wird von der Staatsanwaltschaft als Fall mit erschwerenden Umständen geführt.



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