Tötungsdelikt in Trat: 61-Jähriger nach Spaziergang tot aufgefunden

Ein 61-Jähriger macht seinen allerersten Morgenspaziergang – und kehrt nie zurück. Eine Überwachungskamera zeichnete den gesamten Vorfall auf. Der Täter schwieg wochenlang über den Verbleib des Opfers.

Tötungsdelikt in Trat: 61-Jähriger nach Spaziergang tot aufgefunden
Daily News

KHAO SAMING, TRAT – Am 30. Juni 2026 endete der allererste Morgenspaziergang von Boonyu Samjai, 61, tödlich. Ein 32-jähriger Nachbar aus der Umgebung steht im Verdacht, für sein Verschwinden verantwortlich zu sein. Ermittler fanden die Leiche Tage später in einer Kautschukplantage, 1,8 Kilometer vom Tatort entfernt.

Kamera zeichnete jeden Schritt auf

Eine Überwachungskamera an einem Anwohnerhaus in der Soi Nak Prasit, Moo 9, Tambon Thung Nonsi, zeichnete den Vorfall lückenlos auf. Die Aufnahmen bestätigten, dass sich der Tatverdächtige zum Zeitpunkt des Geschehens am Ort aufhielt und dort auf Boonyu Samjai traf. Moss – so der Spitzname des Tatverdächtigen, bürgerlicher Name auf Anordnung der Behörden zurückgehalten – war mit einer Honda PCX aus der Provinz Trat angereist.

Nach Angaben von Ermittlern kam es zwischen den beiden Männern zu einer Auseinandersetzung, bei der auch Anwohner zu intervenieren versuchten. Über die genauen Umstände des Verschwindens des Opfers wird weiterhin ermittelt.

Angreifer holte Beiwagen und schaffte das Opfer weg

Im Rahmen der Ermittlungen wurde festgestellt, dass der Tatverdächtige über ein Fahrzeug mit Beiwagen verfügte, das auf seiner rund 750 Meter entfernten Durianplantage abgestellt war. Der Aufenthaltsort des Opfers blieb zunächst unbekannt.

Die Ermittler verfolgten die Fluchtroute bis zur Plantage des Tatverdächtigen. Dort entdeckten sie sichergestellte Schusswaffen. Vom Opfer und vom Beiwagen fehlte jede Spur. Taucher durchkämmten daraufhin einen Teich am hinteren Ende der Plantage, weil die Beamten vermuteten, der Tote könnte dort versenkt worden sein.

Zeugen schweigen aus Angst

Journalisten, die vor Ort recherchierten, stießen auf eine Mauer des Schweigens. Kein Anwohner wollte öffentlich Auskunft geben oder den Ablauf schildern. Der Grund: Alle fürchteten, Moss könnte zurückkehren und sie genauso angreifen wie Boonyu.

Ermittler der Wache Khao Saming und Dorfbewohner bestätigten übereinstimmend, dass Moss seit Jahren regelmäßig Drogen konsumiert und mehrfach Entzugsbehandlungen hinter sich hat. Die Polizei geht davon aus, dass er zum Tatzeitpunkt unter dem Einfluss von Drogen stand und die Attacke auf einen drogeninduzierten Ausnahmezustand zurückzuführen ist.

Festnahme kurz vor Mitternacht

Um 23:05 Uhr, rund sieben Stunden nach dem Angriff, nahmen Kriminalbeamte der Provinzpolizei Trat und der Wache Mueang Trat den Tatverdächtigen in einem Haus nahe des Wat Bamron in Tambon Khao Saming fest. Auf der Wache Khao Saming verhörten die Beamten Moss mehr als eine Stunde lang.

Er bestand darauf, Boonyu sei aus eigener Kraft aus dem Beiwagen gesprungen. Den Verbleib des Opfers und den Abstellort des Beiwagens wollte er nicht preisgeben – auch nicht, nachdem seine Mutter und Bekannte auf ihn eingeredet hatten. Der Provinzpolizeichef Pol. Maj. Gen. Chukiat Phukabploi ordnete daraufhin um 0:10 Uhr eine erneute Durchsuchung der Plantage im Radius von 500 Metern an. Die Suche verlief in strömendem Regen und völliger Dunkelheit – nach mehr als einer Stunde ohne Ergebnis.

Toter in der Kautschukplantage gefunden

Die Suche endete mit einem Fund: In einer Kautschukplantage, rund 1,8 Kilometer vom ursprünglichen Tatort entfernt, lag der leblose Körper von Boonyu Samjai. Die Polizei sperrte das Gebiet sofort ab und leitete eine forensische Untersuchung ein. Der Tote wurde zur Untersuchung der Todesursache gebracht.

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Die entscheidende technische Spur führte parallel dazu zum Ta Kad Reservoir, rund 5,8 Kilometer vom Tatort. Dort bargen Einsatzkräfte den blauen Beiwagen aus dem Wasser. Im Inneren befand sich ein blauer Kunststoffbehälter, dessen mögliche Funktion beim Abtransport des Opfers noch untersucht wird.

Familie fordert Konsequenzen

Ratsami Samjai, die 55-jährige Schwester des Opfers, steht unter Schock. Ihr Bruder war erst knapp ein Jahr zuvor in die Gegend gezogen und kannte den Angreifer nach ihren Angaben überhaupt nicht. Boonyu habe regelmäßig Spaziergänge gemacht, um sich fit zu halten.

Sein erster Spaziergang in dieser Nachbarschaft endete tödlich. Ratsami fordert, dass der Täter die volle Konsequenz seines Handelns trägt.

Flucht mit Hilfe ahnungsloser Nachbarn

Während der Fahndung kam heraus, dass Moss bei seiner Flucht unwissentliche Helfer hatte. Ein Anwohner gab an, dem Flüchtigen Benzin gegeben zu haben – in dem Glauben, es handle sich um eine gewöhnliche Bitte. Erst später erkannte er, wen er damit unterstützt hatte.

Dorfvorsteher Phongsan Kruapinchai schilderte einen weiteren Vorfall: Moss sei in einem Beiwagen eines Anwohners an einem Polizeikontrollpunkt vorbeigekommen, ohne erkannt zu werden. Die Ermittlungen dauern an.

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Quelle: DailyNews

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