Nach Zug-Tragödie: Thailand will Bahnverkehr in Bangkok massiv einschränken

Raus aus der City: Nach tödlichem Unglück droht das Aus für tägliche Züge in Bahnhöfe des Bangkoker Zentrums. Das Verkehrsministerium plant radikale Umbauten für das gesamte Schienennetz. Kommt jetzt das Ende für Pendler?

Nach Zug-Tragödie: Thailand will Bahnverkehr in Bangkok massiv einschränken
Facebook/ ประชาสัมพันธ์กระทรวงคมนาคม

BANGKOK, THAILAND – Nach der tödlichen Kollision zwischen einem Bus und einem Zug am 16. Mai kündigt Thailands Verkehrsministerium weitreichende Änderungen an: Personenzüge sollen weniger ins Stadtzentrum fahren, Bahnübergänge werden reduziert und binnen drei Monaten sollen neue Sicherheitsregeln umgesetzt und kontrolliert werden. Premierminister Anutin Charnvirakul und Verkehrsminister Phiphat Ratchakitprakarn stellten die Pläne am 17. und 18. Mai vor, um ähnliche Unfälle in Zukunft zu verhindern.

Tödliche Kollision und laufende Untersuchungen

Am 16. Mai kam es zu einer tödlichen Kollision zwischen einem Bus und einem Zug; mehrere Regierungsbehörden prüfen seitdem die Unfallursache. Die Untersuchungen laufen weiter, während zugleich Sofortmaßnahmen geplant werden.

Die Behörden wollen mit den geplanten Änderungen das Risiko an Bahnübergängen deutlich senken und ähnliche Tragödien verhindern. Konkrete Schuldzuweisungen nannten die Stellen nicht.

Anutin fordert weniger Bahnübergänge

Premierminister Anutin Charnvirakul schlug am 17. Mai vor, die Anzahl der Bahnübergänge in Bangkok zu reduzieren und einzelne Zugstrecken anzupassen. Er sagte, einige Übergänge könnten langfristig durch Tunnel ersetzt werden, nannte dafür aber keinen Zeitplan.

Die geplanten Anpassungen betreffen laut Regierung sowohl die Streckenführung als auch die Infrastruktur an neuralgischen Punkten. Ein konkreter Baufahrplan für Tunnel steht noch aus.

Phiphat: Sicherheitsstandards auf Luftfahrt-Niveau

Verkehrsminister Phiphat Ratchakitprakarn erklärte am 18. Mai, die Sicherheitsstandards für den Eisenbahnverkehr sollen an das Niveau der Luftfahrt herangeführt werden. Stichprobenhafte Drogentests für Lokführer sollen durch tägliche Tests für alle Betreiber öffentlicher Verkehrsmittel ersetzt werden.

Damit will das Ministerium systematisch Fehlverhalten oder gesundheitliche Einschränkungen vor Schichtbeginn ausschließen. Die Maßnahmen gelten für Fahrer und anderes Betriebspersonal im öffentlichen Verkehr.

Neue Regel: Keine Abfahrt bei offenem Bahnübergang

Das Ministerium führt das Prinzip „Keine Schranke unten, kein Zug fährt ab“ an Bahnübergängen ein, um Fahrten bei unsicheren Zuständen zu verhindern. Zudem sollen Bahnübergänge mit Ampelsteuerungen verknüpft werden, um den Verkehr besser zu regeln.

Autofahrer wurden aufgefordert, an Bahnübergängen hinter den gelben Sicherheitslinien zu halten, um das Risiko von Kollisionen zu verringern. Diese Vorgaben sollen die Interaktion von Straßen- und Schienenverkehr sicherer machen.

Weniger Personenzüge ins Zentrum – Folgen für Pendler

Das Ministerium plant, Personenzugverbindungen in die Innenstadt zu beenden; Züge sollen stattdessen in Lat Krabang und Taling Chan enden. Pendler werden angehalten, für die letzte Strecke auf die SRT Red Line oder das Airport Rail Link umzusteigen.

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ZUM ANGEBOT

Die Regierung prüft finanzielle Hilfen oder Shuttlebusse für betroffene Fahrgäste, um zusätzliche Reisekosten abzufedern. Ziel ist, den Umstieg so praktikabel wie möglich zu gestalten.

Güterverkehr soll umgeleitet und eingeschränkt werden

Container- und Güterzüge sollen vermehrt an Logistikzentren am Stadtrand umgeladen und per Lkw in die Stadt gebracht werden. Nur Züge, die zwingend ins Zentrum müssen, dürfen künftig nur noch spät nachts und unter strengeren Sicherheitsvorkehrungen fahren.

Mit dieser Regelung will das Verkehrsministerium die Zahl von Zugbewegungen durch dicht besiedelte Innenstadtbereiche deutlich reduzieren. Die Umstellung betrifft Transportketten und Logistikabläufe außerhalb der Stadt.

Umsetzung und Kontrolle durch die SRT

Verkehrsminister Phiphat forderte die Staatliche Eisenbahn von Thailand (SRT) auf, die Maßnahmen dringend umzusetzen und möglichst schnell sichtbare Fortschritte zu zeigen. Die SRT soll verschiedene Maßnahmen prüfen und binnen drei Monaten umgesetzt haben. Die SRT muss dem Ministerium monatlich über den Fortschritt berichten, um die beschleunigte Umsetzung zu überwachen und der Öffentlichkeit Sicherheit zu signalisieren.

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Quelle: Thaiger

5 Kommentare zu „Nach Zug-Tragödie: Thailand will Bahnverkehr in Bangkok massiv einschränken

  1. Das wird in einem Chaos enden. Alles umladen. Alles umsteigen. Wieviele Stunden wird die Person oder der Container länger unterwegs sein? Es ist noch die Frage offen, ob der Unfall auf den Zugführer zurückzuführen ist. Auch wenn er Drogen genossen haben sollte, heißt das noch nicht automatisch, daß er schuld am Unfall ist. Warum standen die Autos und die Busse auf der Bahnstrecke? Obwohl doch sicher lange zuvor Rot geblinkt hat. Dem Busfahrer ist wahrscheinlich eine sehr große oder alleinige Schuld zuzusprechen. Ein solcher Zug hat ja einen Bremsweg von vielen hundert Metern. Bei innerstädtischen Fahrten gibt es ein Geschwindigkeitslimit von 40 km/h. Und da gibt es dann einen Bremsweg von 200 bis 300 Meter, unter normalen Bedingungen. Auf freien Strecken sind für Güterzüge 90 km/h und für Personenzüge bis 120 km/h erlaubt. Praktisch fahren die Güterzüge meist mit 60 bis 80 km/h. Da ist der Bremsweg dann 500 bis 600 Meter unter normalen Bedingungen. Aus dem Video ist nicht ersichtlich, daß der Streckenwärter mit der roten Fahne 200 bis 300 Meter vor der Unfallstelle stand. Es ist also zu einfach, einfach dem Zugführer die Schuld zu geben.

  2. das ist immer das gleiche wenn schwere unfaelle passiert sind, tagelang hat die presse zu berichten und die politik ueberschlaegt sich mit ihren ankuendigungen.
    ich wette meinen allerwertesten das in 4 wochen kein hahn mehr danach kraeht, siehe die schweren busunfaelle aus der juengsten vergangenheit , bla ,bla bla , thailand eben !!

  3. Was ist mit der Baustelle wo ein Kranausleger auf einen fahrenden Zug stürzte?
    Es wird munter weitergebaut, durch die gleiche Firma
    Und welche Massnahmen wurden durch den Innenminister angekündigt, und welche umgesetzt?

  4. Im WB konnte man lesen, dass es bekannt war, dass die Unfallstelle als höchst gefahrlich bekannt war. 20 Jahre in denen zugeschaut wurde, getan wurde nichts! Ebenfalls lesen konnte man, dass ein Grossteil der Lokführer in Thailand ohne erforderliche Lizenz “ arbeiten“! Ausserdem war die Drogensucht des Lokführers des Unfallzuges bekannt.
    Das alles hat nichts mehr mit der „mpr-Mentalität“ zu tun, sondern ist höchst kriminell!! Das Leben von Millionen von Passagieren stand und steht immer noch auf dem Spiel! Und wie üblich werden ein paar Bauernopfer gefunden und eingesperrt, diejenigen die eingesperrt werden sollten laufen jeden Montag in ihren Paradeuniformen ungehindert durch die Gegend. Im Weitern schliesse ich mich den Aussagen des Lesers Frank an!!

  5. Als ich das über den schnellen Tunnelbau las, bin ich vor lachen fast vom Stuhl gefallen.
    Die PKW Fahrer werden gebeten, der nächste Lachanfall.

    POLIZEI hingestellt, wer auf den Schienen hält zahlt.
    Wer über die Sperrflächen fährt zahlt.
    Die Beamten erhalten 50% der Summe als Prämie und die Aktion ist unbegrenzt.

    Wetten das das hilft.

Kommentare sind geschlossen.

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