BANGKOK – Thailands Zentralbank verschärft die Prüfungen bei der Eröffnung von Einlagenkonten. Die Banken sollen so erschweren, dass Gruppen gleichzeitig zahlreiche Mule-Konten anlegen. Die strengeren Vorgaben sind Teil des Vorgehens gegen verdächtige Geldflüsse und mutmaßliche Geldwäsche.
Banken müssen neue Kunden genauer prüfen
Gouverneur Vithai Ratanakorn kündigte die Vorgaben bei einer Veranstaltung mit dem Titel „Zero Corruption: From Policy to Action“ an. Ausgerichtet wurde sie vom gemeinsamen Ausschuss für Handel, Industrie und Banken.
Zusätzlich zu den bisherigen Prüfungen zur Kundenidentität müssen Banken nun eine gründlichere Kundenprüfung und weitergehende Kontrollen vornehmen. Vithai zufolge soll das erschweren, dass Gruppen mehrere Mule-Konten gleichzeitig eröffnen.
Große Bargeldabhebungen gingen um mehr als die Hälfte zurück
Seit dem 1. April müssen Kunden bei Abhebungen von mehr als einer Million Baht geprüft werden und den Zweck der Auszahlung erklären. Die Zentralbank führte diese Vorgabe ein, um verdächtige Geldbewegungen besser zu kontrollieren.
Seitdem sank das monatliche Volumen solcher Abhebungen um mehr als 50 Prozent. Es fiel von rund 100 Milliarden Baht im Monat auf derzeit etwa 50 Milliarden.
Auch Goldgeschäfte über Apps werden stärker kontrolliert
Bei Online-Goldgeschäften in Baht gelten ebenfalls strengere Kontrollen. Händler, die Bargeld abheben wollen, um mehr als zwei Kilogramm Gold im Wert von rund zehn Millionen Baht pro Vorgang zu kaufen, müssen ihre Identität nachweisen.
Nach Angaben Vithais gingen Abhebungen für Goldmengen von mehr als zwei Kilogramm über Anwendungen um über 70 Prozent zurück. Die verstärkte Aufsicht wurde sofort eingeführt.
Neue Regeln für Überweisungen über Händler geplant
Die Zentralbank bereitet Vorschriften für Geldtransfers über Händler vor. Sie sollen Geschäfte mit grauem Geld und Online-Fußballwetten eindämmen.
Die Regeln sollen kommende Woche im Amtsblatt veröffentlicht werden. Die Bank of Thailand arbeitet außerdem mit der Börsenaufsicht zusammen, um verdächtige Vorgänge beim Tausch von Bargeld in US-Dollar-Anlagen zu erkennen.
USDT-Käufe im Umfang von Hunderten Milliarden Baht
Im Blick stehen dabei Geschäfte mit Tether, einer an den US-Dollar gekoppelten Kryptowährung. Behörden hätten Fälle entdeckt, in denen Bargeld abgehoben oder Geld überwiesen wurde, um USDT zu kaufen und anschließend unter den Namen anderer Personen ins Ausland zu senden.
JETZT den Wochenblitz WERBEFREI lesen!
Vithai zufolge standen solche Vorgänge im Verdacht der Geldwäsche. Ihr Gesamtvolumen habe sich in den vergangenen vier bis fünf Monaten auf Hunderte Milliarden Baht summiert.
Zentralbank meldet 24 verdächtige Transaktionsmuster
Seit seinem Amtsantritt vor einem Jahr habe die Zentralbank mehrere Maßnahmen gegen illegale Vorgänge bei Einzahlungen, Abhebungen, Überweisungen und Goldgeschäften eingeführt. Gemeinsam mit der Anti-Geldwäsche-Behörde habe sie 24 verdächtige Muster ermittelt, darunter nächtliche Überweisungen runder Beträge wie 100, 500 oder 1.000 Baht mit sofortigem Weitertransfer.
Vithai zufolge haben strengere Hürden im Finanzverkehr das Volumen verdächtiger Transaktionen klar beeinflusst. Graues Geld und Korruption bedeuteten für die Wirtschaft einen Verlust von Ressourcen.
Lesen Sie auch: Krieg gegen Drogen: Neuer Polizeichef greift durch
Was denkst du darüber? Schreib uns deine Meinung in die Kommentare.

Alles gut. In die Verlegenheit, 2kg Gold oder 10 Millionen baht zu kaufen/transferieren, werde ich wohl nie kommen. Selbst Abhebungen von 1 Million macht man ja nicht täglich…und wenn, dann legt man dementsprechend einen Kaufvertrag für Auto/Condo vor und es sollten keine Probleme entstehen.