PHUKET – Das thailändische Innenministerium hat eine beispiellose Kehrtwende im Umgang mit Tausenden illegalen Hotels auf der Ferieninsel eingeleitet. Statt nur Razzien zu fahren, öffnet die Regierung jetzt eine zweiwöchige Beratungsoffensive und fordert die Betreiber direkt auf, ins legale System zu wechseln. Gleichzeitig brodelt hinter den Kulissen ein schmutziger Politskandal um Korruption und Wahlmanipulation.
Beratungszentrum mitten im Bezirksamt
Am Donnerstag eröffneten die Minister Polapee Suwunchwee, Polpeerap Suwannachawi und Worasit Liengprasit persönlich ein Beratungs- und Beschwerdezentrum im Mueang Phuket District Office. Bis zum 2. Juli können sich Hotelbetreiber dort täglich von 8:30 bis 16:30 Uhr, auch an öffentlichen Feiertagen, rechtlichen Rat holen, Lizenzanträge stellen und ihren Frust direkt bei den Beamten abladen.
Die Regierung will damit einen Ausweg aus dem jahrelangen Lizenzierungs-Fiasko bieten. „Wir sind bereit, uns Vorschläge aus allen Bereichen anzuhören und Gesetze, ministerielle Verordnungen und Vorschriften zu ändern, um die aktuelle Lage widerzuspiegeln“, erklärte Polapee.
Nur 800 von 5.000 Hotels legal
Die nackten Zahlen zeigen das ganze Drama: Von geschätzt 5.000 Hotelbetrieben in Phuket besitzen gerade mal 800 eine gültige Lizenz. Weitere 700 Anträge dümpeln in der Warteschleife der Behörden. Der Rest operiert im rechtlichen Graubereich – oder schlicht illegal.
Branchenvertreter klagen seit Jahren über restriktive Bauvorschriften, absurde Planungsgesetze und Lizenzhürden, die kleine familiengeführte Hotels systematisch ausbremsen. Viele Betreiber scheiterten trotz wiederholter Anläufe an den komplexen Verfahren, Doppelanforderungen und endlosen Genehmigungszeiten.
Razzien treffen Wiederholungstäter
Parallel zur Beratungsoffensive läuft die harte Durchsetzungslinie weiter. Erst am Dienstag durchsuchten DOPA-Beamte das Chateau du Village Patong Hotel – ein Wiederholungstäter, dessen Betreiber bereits Anfang des Jahres wegen fehlender Lizenz verurteilt worden war. Das Haus soll munter weitergemacht haben.
Die Razzien sind Teil einer landesweiten Kampagne der DOPA gegen mutmaßlich nicht lizenzierte Unterkünfte. Offizielle Stellen behaupten zudem, einige Betriebe hätten sich mit Bestechungsgeldern vor Durchsuchungen geschützt – Beweise dafür legten sie bislang nicht vor. Die Unterscheidung zwischen Bestechung und Erpressung wird in lokalen Berichten nicht klar getroffen.
„Helping the Blue“-Skandal kocht hoch
Während die Lizenz-Kampagne läuft, gerät DOPA-Generaldirektor Narucha Khosasilvilai massiv unter Druck. Bei der Nationalen Antikorruptionskommission und der Wahlkommission liegen Beschwerden vor, er habe bei der Senatswahl im Februar, dem nationalen Wahljahr, Beamte angewiesen, Kandidaten der Bhumjaithai-Partei zu unterstützen.
Narucha weist die Vorwürfe im sogenannten „Helping the Blue“-Skandal zurück. Der politische Streit überschattet die Bemühungen, Tausende Hotelbetreiber endlich aus der Illegalität zu holen und das Lizenzierungssystem grundlegend zu reformieren.
290 Millionen Baht Wartungsgebühren
Die PPAO vermeldete unterdessen bei einem Tourismusseminar mit über 400 Hotelbetreibern auch finanzielle Daten: Von Oktober 2025 bis Mai 2026 flossen mehr als 290 Millionen Baht an Wartungsgebühren von Hotelgästen – ein Plus von 4,17 Prozent zum Vorjahreszeitraum.
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Der Mai brachte allerdings einen Dämpfer: Die Einnahmen sackten um 8,36 Prozent auf gut 25 Millionen Baht ab. Branchenkenner sehen darin die anhaltende Volatilität des Tourismusmarktes trotz des vordergründigen Wachstums.
Zwei Wochen Schonfrist für Anträge
Die Regierung drängt die Betreiber, Baupläne, Grundstücksdokumente und alte Antragsunterlagen mitzubringen und die zweiwöchige Frist zu nutzen. Minister Worasit versprach, das Ministerium werde die Probleme „in jeder Dimension“ prüfen und ein Gleichgewicht zwischen Geschäftsinteressen, öffentlicher Ordnung und Gemeinwohl finden.
Behörden wurden angewiesen, vollständige Anträge zügig durchzuwinken. Wer nach der Kampagne weiter ohne Lizenz arbeitet, dem drohen Strafverfolgung und neue Razzien. Schätzungen zufolge beherbergen die nicht lizenzierten Hotels täglich über 20.000 Gäste.
Jahrelanges Fiasko vor der „letzten Chance“
Bereits im Oktober 2024 hatten Behörden inklusive der SME Bank eine „letzte Chance“-Kampagne gestartet. Frühere befristete Ausnahmeregelungen ermöglichten zwar etwa 1.000 Hotels die Legalisierung, doch Tausende Kleinbetriebe konnten die Fristen nicht einhalten.
Die jetzige Initiative markiert einen Strategiewechsel: weg von reiner Strafverfolgung, hin zum aktiven Werben um die Betreiber, die seit Jahren behaupten, vom System schlicht ausgeschlossen zu sein. Ob das reicht, um den Milliardenmarkt aus dem Schatten zu holen, muss sich bis zum 2. Juli zeigen.



Haben die nicht legalen Hotelbetriebe auch bislang keine Hotelabgabe-Steuer gezahlt ?
Ich meine die, die jetzt auf 3% angehoben werden
soll ?
Ich Frage für nen Freund.