BANGKOK – Eine thailändische Frau saß 20 Tage in japanischer Haft, weil sie ahnungslos ein Paket mit verstecktem Methamphetamin als Reisegepäck transportierte. Jetzt schlägt sie Alarm – und die thailändische Polizei hat das mutmaßliche Schleusernetzwerk dahinter teilweise zerschlagen.
Kaffeetüten als tödliche Falle
Juthathip hatte das Paket kurz vor ihrem Flug nach Japan angenommen. Es enthielt scheinbar harmlose Lebensmittel und Snacks, darunter Kaffeebeutel, in denen das Rauschgift versteckt war.
Sie schöpfte keinen Verdacht – bis die japanischen Behörden zugriffen. „Ich wusste 20 Tage lang nicht, wann ich wieder rauskomme“, erinnerte sie sich später.
Die entscheidenden Zweifel an der Sprache
Erst im Nachhinein kamen Juthathip die Nachrichten spanisch vor. Die Formulierungen wirkten unnatürlich, als hätte jemand ohne Thailändisch-Kenntnisse sie übersetzt.
Eine Nachricht enthielt den Satz: „Ich werde dir das Geld jetzt überweisen.“ Für sie klang das nicht nach einem echten thailändischen Auftraggeber.
Bang – der Mann hinter dem falschen Konto
Die Polizei identifizierte das Konto „ING ING“, das Juthathip angeheuert hatte. Dahinter steckt laut Ermittlern ein Vietnamese namens Bang.
Er reiste am 8. Juli über die Zweite Thailändisch-Laotische Freundschaftsbrücke in Mukdahan ein. Zwei Tage später kaufte er in einem Einkaufszentrum in Bang Kapi Lebensmittel und verpackte alles zusammen mit den präparierten Kaffeebeuteln.
Paket kam um 21:20 Uhr – einen Tag vor dem Flug
Bang bestellte über eine App einen Lieferfahrer zum Haus von Juthathip. Das Paket traf am 10. Juli um 21:20 Uhr ein.
Nur einen Tag später trat sie ihre Reise nach Japan an. Bang verließ Thailand am 12. Juli über die Dritte Thailändisch-Laotische Freundschaftsbrücke in Nakhon Phanom.
12 Millionen Baht flossen über ein einziges Konto
Die Finanzermittlung führte zu Tang, einem weiteren Vietnamesen. Er soll das Geld des Netzwerks verwaltet haben und hält sich vermutlich in Vietnam auf.
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Über das Konto von Frau Ho, die in Thailand lebt, liefen in einem Jahr rund 12 Millionen Baht. Das Geld wurde meist sofort abgehoben oder weitertransferiert.
Ho in Haft – Ehemann als Zeuge vernommen
Beamte nahmen Ho am 28. Juli fest. Sie räumte ein, Geld verwaltet zu haben, bestritt aber tiefere Verstrickung und berief sich auf Anweisungen von Bang.
Ihr Ehemann Nguyen, der jüngere Bruder von Tang, wurde als Zeuge befragt. Die Polizei fand keine direkten Beweise gegen ihn, hält aber weitere Nachforschungen für nötig.
Organisatoren hielten bewusst Abstand
Ermittler fanden keine direkte Verbindung zwischen Bang und Ho. Sie gehen davon aus, dass beide ihre Rollen bewusst trennten.
Bang gilt als Hauptorganisator und hat Thailand bereits verlassen. Die Polizei stuft den Fall als grenzüberschreitende organisierte Kriminalität ein – mindestens drei Personen in zwei Ländern.
Lieferfahrer wusste von nichts
Der Fahrer, der das Paket am 10. Juli brachte, arbeitet regelmäßig als App-Kurier. Er nahm den Auftrag ganz normal an und hatte keinerlei Verbindung zu der Gruppe.
Es war sein erster und einziger Auftrag für das Netzwerk. Ein anderer Fahrer hatte die Lieferung vor Juthathips erstem Transport im Mai ausgeführt.
Woher kam das Methamphetamin?
Die Herkunft der Droge ist noch unklar. Polizeigeneralmajor Woraphot Ditsayabut nennt zwei Möglichkeiten: Entweder wurde das Rauschgift im Ausland verpackt und nach Thailand gebracht – oder es kam vor dem Abfüllen in die Kaffeebeutel ins Land.
Die Ermittler prüfen beide Routen. Der Empfänger in Japan könnte derselbe sein wie bei der ersten Lieferung im Mai – eine Festnahme halten sie für möglich.
Polizei warnt vor bezahlten Transportaufträgen
Das Büro zur Drogenbekämpfung verstärkt jetzt die Kontrollen bei ähnlichen Fällen. Polizeigeneralleutnant Archayon nannte mehrere Warnsignale: falsche Online-Identitäten, kurzfristige Anfragen kurz vor Abreise und Waren, die im Zielland eigentlich leicht erhältlich wären.
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Juthathip selbst hat ihre Lektion gelernt. Auf die Frage, ob sie noch einmal einen bezahlten Transport übernehmen würde, antwortete sie knapp: „Ich glaube nicht, dass ich das noch einmal machen werde.“
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Das ist die Isaan Route.
Die 2 und 3 Thailändisch-Laotische Freundschaftsbrücke kennt man doch und ist die Drehscheibe für Drogentransporte.