THAILAND/GEORGIEN – Traurige Gewissheit für die Familie und die Millionen Fans von Hlun Solo: Der seit über zwei Wochen in Georgien vermisste thailändische Reise-YouTuber ist tot aufgefunden worden. Die Nachricht überbrachte am Mittwoch der thailändische Reisemacher Wanchai Wongseng, der bei der internationalen Suche mitgeholfen hatte.
Suchhelfer bestätigt den Fund der Leiche
Am 29. Juli meldete sich Akira „Wanchai“ Wongseng, Betreiber der bekannten thailändischen YouTube-Reisesendung „Asa Pha Pai Long“, über die sozialen Netzwerke zu Wort. In seiner Nachricht schrieb er sinngemäß: „Ich habe Hluns Leichnam gefunden. Mein tief empfundenes Beileid an die Familie. Ich habe die Angehörigen bereits informiert. Weitere Einzelheiten wird die Familie selbst mitteilen.“
Wongseng, der in Georgien über eigene Tourismuspartner verfügt, hatte sich in den vergangenen Tagen aktiv an der Koordination der Suche beteiligt. Zu den genauen Umständen des Todes und zum Fundort hat er sich bislang nicht geäußert. Er bat ausdrücklich darum, weitere Informationen der Familie zu überlassen.
Verschwunden am 13. Juli
Der 26-jährige Baworntat Pengsook, im Netz bekannt als „Hlun Solo“, war allein nach Georgien gereist, um dort neue Inhalte für seine Reisekanäle zu produzieren. Das letzte Lebenszeichen an seinen Bruder datiert vom 13. Juli. Danach brach jeder Kontakt ab – weder per Telefon noch über soziale Medien war er zu erreichen.
Die Familie vermutete ihn in den bei Wanderern und Backpackern beliebten Bergregionen Swanetien, Kasbegi oder Mestia im Kaukasus. Sein Bruder, in den sozialen Netzwerken unter dem Namen „Klose Mos“ bekannt, hatte am 28. Juli einen öffentlichen Suchaufruf gestartet, der sich in Thailand innerhalb weniger Stunden viral verbreitete.
Diplomatische Suchaktion lief auf Hochtouren
Das thailändische Außenministerium hatte die länderübergreifende Suche noch am Mittwochmorgen bestätigt. Die Königlich Thailändische Botschaft im türkischen Ankara, die konsularisch auch für Georgien zuständig ist, koordinierte gemeinsam mit georgischen Strafverfolgungsbehörden, dem designierten thailändischen Honorarkonsul in Tiflis sowie einem Netzwerk thailändischer Auswanderer die Ermittlungen.
Jaithai Upakarnitikaset, Direktorin der Informationsabteilung und Sprecherin des Außenministeriums, hatte zuvor erklärt, das Ministerium beobachte die Lage engmaschig. Zeitgleich mit den offiziellen Bemühungen mobilisierten die Millionen Follower von Hlun Solo in Thailand eine der größten Online-Suchaktionen der letzten Jahre.
Vom Fabrikarbeiter zum globalen Reisestar
Hlun Solo war in Thailand weit mehr als ein gewöhnlicher Influencer. Sein Lebensweg berührte Millionen: Aufgewachsen in der Nordost-Provinz Kalasin bei seiner Großmutter, nachdem sein Vater früh verstorben war, arbeitete er nach der Schule in einer Fabrik in Bangkok – für den gesetzlichen Mindestlohn von 300 Baht am Tag und in Zehn-Stunden-Schichten.
Von diesem Geld sparte er sich das Studium zusammen und erkämpfte sich schließlich ein Vollstipendium an der renommierten Chulalongkorn-Universität, wo er Politikwissenschaft abschloss. Statt einer klassischen Karriere wählte er das Reisen: Mit Rucksack bereiste er über 50 Länder und dokumentierte dabei bevorzugt entlegene Orte abseits der touristischen Pfade.
Auf Facebook folgten ihm rund 2,5 Millionen Menschen, auf YouTube hatte er über 900.000 Abonnenten. Für viele junge Thailänder war er ein Vorbild: der Beweis, dass es sich lohnen kann, gegen alle Widerstände dem eigenen Traum zu folgen.
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Landesweite Anteilnahme in Thailand
Nach Bekanntwerden der Todesnachricht überschlagen sich in den thailändischen sozialen Netzwerken die Beileidsbekundungen. Prominente, Wegbegleiter und Fans nehmen Abschied von einem Mann, der Millionen mit seiner Bescheidenheit und seinen unkonventionellen Reiseberichten für sich einnahm.
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Die Familie hat sich bislang nicht öffentlich zum Tod geäußert und um Zurückhaltung gebeten. Details zum genauen Hergang, zur Todesursache und zur Überführung nach Thailand sollen zu einem späteren Zeitpunkt von den Angehörigen selbst kommuniziert werden. Das Außenministerium in Bangkok hat weitere Unterstützung bei den notwendigen Formalitäten zugesagt.
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