Visafreie Einreise vor Aus?

Wegen krimineller Firmennetzwerke fordert ein thailändischer Politiker das Ende der visafreien Einreise für betroffene Staaten.

Visafreie Einreise vor Aus?
DailyNews

BANGKOK, Thailand – Die thailändische Regierung soll die visafreie Einreise für Länder mit vielen Fällen von ausländischen Strohfimen abschaffen und Verstöße mit echten Haftstrafen ahnden. Das fordert der unabhängige Politiker, frühere Senator und frühere stellvertretende Vorsitzende der Partei Palang Pracharath Suradet Yasawat. Er warnt, dass die Visa-Ausnahme ausländischen Kapitalgruppen und Arbeitsmigranten den Aufbau illegaler Geschäftsnetzwerke erleichtern könne. Suradet äußerte sich am 22. September 2026.

Werbeanzeige

Visa-Ausnahme soll Schlupfloch schließen

Suradet fordert, die visafreie Einreise für Länder mit einer hohen Zahl von Nominee-Fällen zu beenden. Das kurzfristige Ziel, den Tourismus zu fördern, dürfe kein Einfallstor für sogenannte graue Kapitalgruppen werden.

Das Außenministerium soll nach seiner Vorstellung vor der Ausstellung von Visa stärker prüfen. Ausländische Investoren und thailändische Strohmänner müssten damit rechnen, dass Verstöße verfolgt und bestehende Netzwerke aufgelöst werden.

Werbeanzeige
Werbeanzeige

Haft statt Geldstrafe und vorübergehender Schließung

Nach Ansicht des früheren Senators reicht es nicht, Unternehmen vorübergehend zu schließen oder Geldstrafen zu verhängen. Die Behörden müssten tatsächlich Haftstrafen vollstrecken, ohne Ausnahmen zuzulassen.

Nur so lasse sich verhindern, dass ausländische Kapitalgruppen und Thailänder als Strohmänner erneut gegen das Gesetz verstoßen. Suradet sprach sich für ein konsequentes Vorgehen aus, das als abschreckendes Beispiel dienen soll.

Werbeanzeige

Zentrale Behörden sollen Ermittlungen führen

Suradet will, dass zentrale Behörden die Ermittlungen in den betroffenen Regionen übernehmen. Er nannte das Ermittlungsbüro der Polizei und die Behörde für Sonderermittlungen, kurz DSI, als geeignete Stellen.

Die DSI könne Finanzströme, Geldwäsche und komplizierte Firmenstrukturen untersuchen. Wenn Polizei oder lokale Behörden allein vor Ort ermittelten, könnten Einflussnahme und begrenzte Zuständigkeiten die Arbeit erschweren.

Werbeanzeige
Werbeanzeige

Ministerien sollen Daten zusammenführen

Nach Suradets Vorschlag sollen unter Führung des Handelsministeriums Innenministerium, Polizei, DSI, die Behörde zur Bekämpfung der Korruption im Staatssektor und die Geldwäschebekämpfungsbehörde gemeinsam vorgehen. Ihre Datenbanken sollen miteinander verbunden werden, damit Prüfungen schneller und genauer ablaufen.

Die Kontrolle müsse bereits bei der Unternehmensgründung beginnen. Behörden sollen Firmenanmeldungen prüfen, Risikounternehmen überwachen und nicht erst nach eingetretenem Schaden reagieren.

Werbeanzeige

Staatsangehörigkeit und Firmen rückwirkend prüfen

Suradet fordert auch eine Überprüfung von Gesetzen und Regelungen zur Staatsangehörigkeit. Dabei soll geklärt werden, ob illegale Einbürgerungen möglich waren.

Stört Sie die Werbung?
JETZT den Wochenblitz WERBEFREI lesen!
ZUM ANGEBOT

Rückwirkend soll geprüft werden, um Schlupflöcher für missbräuchliche Stellvertretung zu schließen. Außerdem müssten die Regeln für bestimmte ausländische Dienstleistungen neu geordnet und doppelte Verfahrensschritte abgebaut werden.

Werbeanzeige
Werbeanzeige

Kontrollen in acht Geschäftsbereichen

Betroffen wären nach seinen Angaben acht Bereiche: Telekommunikationsdienste, Finanzzentren, Verwaltungs-, Personal- und IT-Dienstleistungen innerhalb verbundener Unternehmen, inländische Bürgschaften, die Vermietung von Flächen für elektronische Geräte, Finanz- oder Verkaufsautomaten, Erdölbohrungen, Geschäfte nach dem Wertpapier- und Börsengesetz sowie Dienstleistungen als Vertreter, Händler, Berater oder Vermögensverwalter für Termingeschäfte.

Für diese Branchen sollen die Regeln transparenter werden. Gleichzeitig fordert Suradet höhere Strafen für Personen, die ausländische Geschäftsleute unterstützen, ihnen helfen oder stellvertretend Anteile halten.

Werbeanzeige

Forderung nach Fristen, Beschlagnahmen und Einreiseverboten

Die Regierung soll nach Suradets Vorstellungen eine Frist für die Umsetzung festlegen und Beamte bestrafen, die mit ausländischen Nominee-Kapitalgruppen zusammenarbeiten. Er verlangt außerdem, Lizenzen zu entziehen, Strafverfahren einzuleiten, Vermögen zu beschlagnahmen, Haftstrafen zu verhängen und Betroffene abzuschieben.

Zusätzlich soll eine schwarze Liste die erneute Einreise nach Thailand verhindern. Bürger sollen den Behörden Informationen liefern können. Suradet schlägt auch den Einsatz künstlicher Intelligenz für frühzeitige Kontrollen vor.

Lesen Sie auch: Wenn Thailänder ihrem Rechtssystem nicht trauen – was bedeutet das für dich?

Was denkst du darüber? Schreib uns deine Meinung in die Kommentare.

Newsletter abonnieren

Newsletter auswählen:
Abonnieren Sie den täglichen Newsletter des Wochenblitz und erhalten Sie jeden Tag aktuelle Nachrichten und exklusive Inhalte direkt in Ihr Postfach.

Wir schützen Ihre Daten gemäß DSGVO. Erfahren Sie mehr in unserer Datenschutzerklärung.
Quelle: Thairath

Wichtiger Hinweis für unsere Leser

Wir freuen uns auf Ihren Beitrag! Bitte beachten Sie für ein freundliches Miteinander unsere Regeln:

  • Höflichkeit: Keine Beleidigungen, Kraftausdrücke oder Gewaltandrohungen.
  • Sorgfalt: Bitte achten Sie auf die korrekte Schreibweise von Namen.
  • Quellen: Zitate nur mit Namensnennung (Internet-Links/URLs sind nicht erlaubt).
  • Themen: Bitte keine Kritik an der Regierung, der Monarchie oder Diskussionen zur Moderation.
Vorbehalt der Redaktion: Wir behalten uns das Recht vor, Kommentare nachträglich zu bearbeiten oder zu löschen, sollten diese gegen unsere Regeln oder geltendes Recht verstoßen. Ein Anspruch auf Veröffentlichung besteht nicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert


Daten bleiben 30 Tage lokal im Browser-Cookie.