Wasserkrise in Thailands Wirtschaftszone: Anutin schlägt Alarm

Trockene Stauseen und explodierender Bedarf drohen Thailands wichtigste Industrieregion lahmzulegen. Während der Wasserverbrauch bald explodiert, muss die Regierung nun entscheiden, wen sie im drohenden Verteilungskampf opfert.

Wasserkrise in Thailands Wirtschaftszone: Anutin schlägt Alarm
Bangkok Post

BANGKOK – Der Wettlauf ums Wasser im boomenden Osten Thailands wird zum Regierungsalarm. Premierminister Anutin Charnvirakul schlägt wegen des herannahenden El Niño scharfe Töne an: Die Industrie- und Tourismus-Hochburg Eastern Economic Corridor (EEC) muss ihre Trinkwasser- und Kühlreserven massiv aufstocken, bevor im nächsten Jahr die große Dürre droht.

Wasserbedarf soll sich bis 2027 fast verdoppeln

Der Druck auf die Wasserhähne zwischen Chon Buri, Rayong und Chachoengsao steigt rasant. Nach Regierungsangaben schnellt der Verbrauch im EEC – getrieben von neuen Rechenzentren und Großfabriken – auf prognostizierte 2,9 Milliarden Kubikmeter im Jahr 2027 hoch.

Das ist fast das Doppelte des heutigen Bedarfs. Gleichzeitig erwarten Meteorologen wegen El Niño deutlich weniger Regen und extreme Hitze, was die Lage in der wirtschaftlichen Schlüsselzone zusätzlich anspannt.

Nur 44 Prozent in den Stauseen

Aktuell zeigen die 16 großen und mittleren Stauseen der Region einen Besorgnis erregenden Pegel. Sie fassen insgesamt 1,46 Milliarden Kubikmeter, doch momentan liegen nur 534 Millionen Kubikmeter Wasser darin – eine Auslastung von mageren 44 Prozent.

Die Behörden planen für die laufende Regenzeit 2026 eine Zuteilung von 1,06 Milliarden Kubikmetern. Davon sollen 526 Millionen in die Landwirtschaft fließen, 217 Millionen in die Industrie und 169 Millionen in Haushalte und den Tourismussektor.

Anutins klare Ansage an die Planer

Premierminister Anutin dringt auf ein komplettes Umdenken. Statt erst bei akutem Mangel zu handeln, müsse die Regierung Wetterprognosen nutzen, um die Wasserzuteilung frühzeitig zu planen.

„Herr Anutin betonte, dass das Wassermanagement die Bedürfnisse der Öffentlichkeit priorisieren muss“, gab Regierungssprecherin Rachada Dhnadirek bekannt. Die Planung müsse sicherstellen, dass Landwirtschaft und Industrie nicht ums Wasser streiten und die Lebensqualität der Menschen nicht leidet.

39 Projekte im Schnelldurchlauf

Um einen Kollaps zu verhindern, drückt die Regierung bei 39 Wasserentwicklungsprojekten aufs Tempo. Ihr Ziel: die Reserven im EEC um 909 Millionen Kubikmeter hochschrauben.

Bisher sind 23 Projekte mit Budget ausgestattet. 19 davon sind fertig und haben 258 Millionen Kubikmeter Speicherkapazität in die Leitungen gebracht. Vier laufende Baustellen sollen weitere 109 Millionen Kubikmeter beisteuern.

Smart Factories gegen die Wassernot

Doch neue Becken allein reichen nicht. Die Verwaltung fordert von der Schwerindustrie den Umbau zu wassersparenden „Smart Factories“.

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Bauern müssen sich streng an Pflanz- und Zuteilungspläne halten. So sollen Ernteschäden und finanzielle Verluste bei den Landwirten minimiert werden, während das Eastern Water Grid das knappe Nass in trockene Ecken pumpen und umleiten soll.

Forscher warnt vor Super-El-Niño

Die Sorgen werden durch eine düstere Prognose des Meeres- und Umweltwissenschaftlers Thon Thamrongnawasawat untermauert. Er hält noch in diesem Jahr ein massives Super-El-Niño-Ereignis für möglich.

Die heftigsten Schäden würden demnach im vierten Quartal 2026 einsetzen und bis in die ersten Monate des Folgejahres anhalten. Neben akuter Wassernot steigt dann das Risiko für steigende Meerestemperaturen und weiträumiges Korallensterben in der Region.

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Quelle: Bangkok Post Thailand

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