SAMUT PRAKAN / BANGKOK – Die thailändische Cyber-Polizei hat ein milliardenschweres Wettnetzwerk gesprengt, das zur FIFA-Weltmeisterschaft 2026 Wetten im grossen Stil angenommen haben soll. Bei Razzien an fünf Standorten nahmen Beamte zwölf Verdächtige fest und beschlagnahmten Vermögen in Millionenhöhe.
900 Millionen Baht Umsatz pro Monat
Die Plattform „All Game 248“ soll monatlich rund 900 Millionen Baht umgesetzt haben. Aufs Jahr hochgerechnet sprechen die Ermittler von mehr als zehn Milliarden Baht.
Das Netzwerk existierte laut Polizei seit etwa 18 Monaten. Mehrere tausend Nutzer sollen darauf zugegriffen haben – darunter auch Schüler und Studenten.
Mehr als 200 Konten zur Verschleierung
Die Ermittler identifizierten über 20 Bankkonten, die direkt mit Verdächtigen verknüpft sind. Weitere 200 Konten sollen innerhalb des Geldwäschenetzwerks genutzt worden sein.
Einzelne Konten verzeichneten monatliche Zu- und Abflüsse zwischen zehn und hundert Millionen Baht. Das Geld wanderte über mehrere Ebenen, bevor es bei den Hintermännern ankam.
Firmenkonten als Strohmänner
Die Betreiber sollen ein nicht autorisiertes Zahlungs-Gateway verwendet haben. Transaktionen liefen über Firmenkonten, die als Strohmann-Konten dienten.
Ausländische Staatsangehörige waren an der Führung einiger Konten beteiligt. Regionale Administratoren beaufsichtigten verschiedene Teile des Betriebs.
Ehemaliger Polit-Assistent als Krypto-Wäscher
Unter den Festgenommenen ist ein Mann, der als ehemaliger Sekretär eines Provinzverwaltungschefs identifiziert wurde. Die Polizei wirft ihm vor, Bargeld in Kryptowährung umgewandelt zu haben.
Monatlich soll er mindestens 500 Millionen Baht in digitale Wallets transferiert haben. Zuvor war er bereits mit einem mutmasslichen Online-Investitionsbetrug in Verbindung gebracht worden.
15 Haftbefehle und fünf Razzien
Das Strafgericht erliess Haftbefehle gegen 15 Verdächtige. Beamte der Cyber Crime Investigation Divisions 2 und 4 durchsuchten gleichzeitig fünf Orte.
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Die Razzien fanden in gehobenen Wohnsiedlungen in Samut Prakan, einer Eigentumswohnung in Samrong Nuea, einem Haus in Bangkoks Bezirk Thung Khru sowie einem Anwesen in Mae Sot statt.
13 Millionen Baht gesichert
Die Polizei beschlagnahmte oder fror Vermögenswerte von über 13 Millionen Baht ein. Darunter befanden sich rund drei Millionen Baht in bar, 20 Sparbücher und zahlreiche elektronische Geräte.
Mehr als zehn Millionen Baht wurden auf Bankkonten eingefroren. Die elektronischen Geräte und Finanzunterlagen werden nun ausgewertet.
Zwölf Festnahmen – drei auf der Flucht
Zwölf Personen nahm die Polizei aufgrund der Haftbefehle fest. Darunter der beschuldigte Krypto-Wäscher, drei mutmassliche Geldabholer und ein myanmarischer Staatsangehöriger, der ein Konto bereitgestellt haben soll.
Drei Verdächtige sind noch flüchtig. Die Polizei fahndet nach ihnen und sucht nach weiteren Mitgliedern des Netzwerks.
Vorwürfe: Illegales Glücksspiel und Geldwäsche
Den Festgenommenen wird gemeinsame Organisation von nicht autorisiertem Glücksspiel über elektronische Medien vorgeworfen. Ausserdem sollen sie sich zur Geldwäsche verschworen haben.
Die Verdächtigen wurden mit den Beweismitteln den Ermittlern übergeben. Bis zu einer Verurteilung durch ein Gericht gelten alle als unschuldig.
Polizei jagt Hintermänner und weiteres Vermögen
Die Cyber-Polizei unter Leitung von Generalleutnant Surapol Prembut will den Geldfluss weiter verfolgen. Ziel ist es, die Personen zu identifizieren, die letztlich von dem Betrieb profitierten.
Mit dem Anti-Money Laundering Office sollen weitere Vermögenswerte beschlagnahmt und eingefroren werden. Die Ermittlungen dauern an.



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