Rekord-Bergsteiger unter Vermissten: Lawine verschüttet 10 Personen

Die Ausrüstung von Nims Purja sendet noch Signale. Es gibt Hoffnung für den Rekord-Bergsteiger und 9 weitere Vermisste nach der Lawine.

Rekord-Bergsteiger unter Vermissten: Lawine verschüttet 10 Personen
ThaiRath

BROAD PEAK, PAKISTAN – Ein Lawinenabgang hat zehn internationale Bergsteiger am Broad Peak in die tödliche Gefahrenzone gerissen. Unter den Vermissten ist Nimal Purja, einer der besten Extrembergsteiger der Welt. Die pakistanischen Behörden warten auf ein Wetterfenster, um eine Suchmission starten zu können.

Vermisst in der Todeszone

Am Donnerstagmittag löste sich in großer Höhe eine Lawine und erfasste die gesamte Seilschaft. Seitdem fehlt von den zehn Alpinisten jede Spur. Die pakistanischen Behörden und der Alpine Club of Pakistan stufen die Gruppe als vermisst ein.

Eine sofortige Suche aus der Luft war nicht möglich. Die Behörden betonen, dass alle Vorbereitungen laufen, um beim ersten klaren Wetter sofort aufzusteigen.

Letzter Plan vor dem Aufbruch

Vor seiner Expedition teilte Purja online mit, dass er sein ursprüngliches Ziel geändert hatte. Eigentlich wollte er nur den Gasherbrum II besteigen. Kurzfristig entschied er, den Broad Peak mitzunehmen.

Sein Kalkül: Mit einem Erfolg auf dem 8.047 Meter hohen Gipfel würde ihm nur noch ein Achttausender fehlen. Er wäre dann der erste Mensch, der alle 14 höchsten Berge der Welt ein zweites Mal ohne zusätzlichen Sauerstoff bezwungen hat.

Wer gehört zur vermissten Gruppe?

Die Seilschaft bestand aus einer internationalen Mannschaft. Fünf der Vermissten sind nepalesische Bergsteiger unter Purjas Führung. Dazu kommt Sohel Sakhi, ein pakistanischer Alpinist aus dem Hunza-Tal.

Ebenfalls vermisst werden ein Chinese namens Wang, ein Bergsteiger aus dem Oman, ein US-Amerikaner und eine Person mit noch nicht geklärter Nationalität. Die Ungewissheit über das Schicksal der Gruppe dauert an.

Schwaches Signal aus der Wand

Mingma Gyabu Sherpa, ein Geschäftspartner Purjas, bestätigte gegenüber einer nepalesischen Zeitung, dass Purjas Ortungsgerät weiterhin Positionsänderungen meldet.

Die Interpretation dieses Signals ist jedoch schwierig. Es ist unklar, ob die Bewegung vom Bergsteiger selbst stammt oder ob Wind, Schnee oder Geländeveränderungen die Positionsdaten beeinflussen. Eine zuverlässige Ortung ist derzeit nicht möglich.

Suche in der Warteschleife

Der Alpine Club of Pakistan koordiniert unter Hochdruck die Rettungsmission. Sobald die Flugbedingungen es zulassen, sollen Hubschrauber und Bodenrettungsteams ins Einsatzgebiet aufsteigen. Der Zeitpunkt hängt allein vom Wetter ab.

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Für die zehn Vermissten ist die Zeit der kritische Faktor. In der Todeszone über 8.000 Meter kann der menschliche Körper ohne Schutz und ausreichend Sauerstoff nicht lange überleben. Der Broad Peak ist der zwölfthöchste Berg der Welt und bekannt für sein unberechenbares, extremes Wetter und seine tückischen Lawinenhänge.

Der schnellste Mann auf 14 Gipfeln

Nimal Purja ist kein gewöhnlicher Bergsteiger. Der 43-Jährige diente in der britischen Armee und einer Spezialeinheit der Royal Navy. Sein Körper und sein Wille sind auf extreme Belastung trainiert.

2019 schrieb er Geschichte, als er alle 14 Achttausender in nur etwas mehr als sechs Monaten bestieg. Er pulverisierte den alten Rekord von fast acht Jahren und sicherte sich mehrere Einträge ins Guinness-Buch der Rekorde. Ein Netflix-Film aus dem Jahr 2022 mit dem Titel „Broad Peak“ erzählt die Geschichte polnischer Bergsteiger, die den Gipfel im Winter bezwingen wollten.

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Quelle: Thairath

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