Friedensgespräche nach Anschlag auf Eis gelegt

Regierung verschiebt Friedensgespräche wegen Terroranschlag im Süden. Der Ministerpräsident schweigt, die Regierung sieht die Schuld im Land.

Friedensgespräche nach Anschlag auf Eis gelegt
Phuket Express

BANGKOK – Nach einem tödlichen Angriff auf eine Ranger-Einheit in Narathiwat sind die für September geplanten Friedensgespräche mit der Barisan Revolusi Nasional auf Eis gelegt. Fünf Einsatzkräfte starben, als Bewaffnete das Feuer eröffneten und Rohrbomben warfen. Außenminister Sihasak Phuangketkeow erklärte, der Schritt spiegele den Ernst der Lage wider.

BRN-Dialog nach Blutbad gestoppt

Die ursprünglich für September vorgesehenen Friedensgespräche mit der Barisan Revolusi Nasional werden verschoben. Außenminister Sihasak Phuangketkeow sagte, die Entwicklung zeige die Dringlichkeit, die jüngste Eskalation im tiefen Süden neu zu bewerten.

Die Behörden konzentrieren sich nun darauf, Fakten zu prüfen und die Verantwortlichen für den Angriff zu identifizieren. Thanut Suvarnananda, Chef des Nationalen Nachrichtendienstes und Leiter des Dialoggremiums, hatte bereits zuvor eine solche Pause signalisiert.

Hinterhalt in Ra-ngae forderte fünf Tote

Im Bezirk Ra-ngae in der Provinz Narathiwat hatten Bewaffnete eine Ranger-Einheit attackiert. Die Angreifer eröffneten gezielt das Feuer und setzten Rohrbomben ein.

Fünf Sicherheitskräfte wurden getötet, mehrere weitere erlitten Verletzungen. Die genaue Zahl der Verwundeten blieb zunächst unklar. Vier Verdächtige befinden sich jetzt im Gewahrsam der Ermittler.

Vier Männer in Gewahrsam, keine Schuldvermutung

Die Behörden betonten, die Befragung der vier Verdächtigen bedeute keinen Schuldspruch. Wer nachweislich nicht an der Tat beteiligt war, kommt frei.

Isoc Region 4 stellte klar, dass sämtliche Maßnahmen strikt nach rechtsstaatlichen Grundsätzen ablaufen. Die Sicherheitskräfte halten sich eigenen Angaben zufolge an das Gesetz.

Malaysia sichert Thailand volle Unterstützung zu

Verteidigungsminister Generalleutnant Adul Boonthumjaroen reiste noch am Mittwoch nach Malaysia. Bei einem Treffen mit seinem Amtskollegen Datuk Seri Mohamed Khaled Nordin vereinbarten beide Länder einen engeren Geheimdienstaustausch.

Malaysia sagte zu, Informationen zu den jüngsten Vorfällen bereitzustellen und die Grenzsicherung zu verstärken. Beide Seiten bekräftigten ihren Willen, friedensfördernde Maßnahmen gemeinsam voranzutreiben.

Spekulationen über ausländische Kämpfer

Berichte über im Süden Thailands aktive Dissidenten aus dem Nahen Osten wies Außenminister Sihasak nicht zurück, forderte aber eine genaue Prüfung. Erste Beweise deuteten auf einheimische Gruppen hin, nicht auf Ausländer.

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Die Informationen müssten verifiziert werden, bevor man Schlüsse ziehe. Die aktuelle Spur führt die Ermittler zunächst ins Inland, nicht zu grenzüberschreitenden Netzwerken.

Premierminister schweigt zur Verschiebung

Regierungschef Anutin Charnvirakul lehnte jeden Kommentar zur aufgeschobenen Dialogrunde ab. Das sensible Thema solle von den direkt verantwortlichen Beamten behandelt werden.

Er selbst äußere sich nur zu politischen Grundsatzfragen. Operative Details des Friedensprozesses lägen in den Händen der beteiligten Fachleute.

Sicherheitsrat prüft Lage Ende der Woche

Der Nationale Sicherheitsrat wird sich noch im Laufe dieser Woche mit der Entwicklung im Süden befassen. Eine umfassende Neubewertung der regionalen Stabilität steht an.

Lesen Sie auch: Verlassene Regionen: Wo selbst Einheimische fernbleiben

Thailand hält offiziell an seinem Ziel fest, den Friedensprozess fortzuführen. Gleichzeitig müsse die öffentliche Sicherheit gewährleistet und das Vertrauen in den südlichen Grenzprovinzen gestärkt werden.

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Quelle: Bangkok Post

Ein Kommentar zu „Friedensgespräche nach Anschlag auf Eis gelegt

  1. Ist ja logisch, in einer Region in welcher seit über 20 Jahren Kriegsrecht herrscht. Zitat: „Isoc Region 4 stellte klar, dass sämtliche Maßnahmen strikt nach rechtsstaatlichen Grundsätzen ablaufen.“ Zumindest ich habe mal gelernt, dass in einem Rechtsstaat die Tat einem Beteiligten nachgewiesen werden muss. Aber wenn das im tiefen Süden natürlich umgedreht wird, muss man das schon verstehen, Zitat: „Wer nachweislich nicht an der Tat beteiligt war, kommt frei.“
    Es ist doch seit über 20 Jahren immer wieder dasselbe. Da werden selbst kleinste Friedensbemühungen mit irgendeinem Anschlag sofort wieder beerdigt. Ist das in Bangkok denn noch keinem aufgefallen?

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