Klartext an Israel: Gesetzverstoß führt zur Ausweisung

Nach einem Streit auf Koh Samui drohen zwei Beteiligten Visaentzug und Abschiebung. Beschwerden über Einschüchterung und Belästigung gibt es auch in Phuket und Pattaya.

Klartext an Israel: Gesetzverstoß führt zur Ausweisung
Nation

BANGKOK, THAILAND – Vizepremier und Außenminister Sihasak Phuangketkeow hat Israel nach mehreren Vorfällen in Phuket, Pattaya und auf Koh Samui unmissverständlich an die Einhaltung thailändischer Gesetze erinnert. Bei einem direkten Gespräch mit Israels Botschafterin Alona Fisher-Kamm machte er klar, dass Verstöße ausländischer Geschäftsleute verfolgt werden und auch Touristen die lokale Kultur respektieren müssen.

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Thailand kündigt striktes Vorgehen bei Gesetzesverstößen an

Sihasak trennte zwischen Israelis, die langfristig in Thailand leben und dort Geschäfte betreiben, und israelischen Touristen. Wer gegen thailändisches Recht verstößt, müsse unabhängig von seiner Nationalität mit konsequentem Vorgehen rechnen.

Als Beispiel gilt der Streit auf Koh Samui zwischen einem israelischen Restaurantbesitzer und einem französischen Betreiber eines Zoos. Nach dem Vorfall verhängte ein thailändisches Gericht gegen den Israeli eine Geldstrafe und eine Bewährungsstrafe. Die Behörden in Surat Thani leiteten außerdem Schritte ein, um die Visa beider Männer zu widerrufen und sie abzuschieben.

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Touristen sollen Thai-Kultur respektieren

Der zweite Schwerpunkt des Gesprächs war das Verhalten israelischer Kurz- und Langzeitbesucher. Sihasak sagte, Beschwerden gebe es vor allem aus Pattaya und Phuket, wo sich viele israelische Besucher aufhalten.

Thailand empfange Touristen gern, erklärte der Minister. Gastfreundschaft bedeute aber nicht, dass Besucher unabhängig von ihrer Herkunft tun könnten, was sie wollten. Er betonte zugleich, dass nicht alle Israelis für das Verhalten einzelner verantwortlich gemacht würden.

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Beschwerden aus mehreren Ferienorten

Die Spannungen hatten sich über Monate aufgebaut. Genannt werden neben Phuket, Pattaya und Koh Samui auch Koh Phangan und Pai, wo sich größere israelische Gemeinschaften mit längerem Aufenthalt gebildet haben.

Eine thailändische Aktivistengruppe übergab am 24. August der israelischen Botschaft in Bangkok ein Schreiben. Darin ging es um Vorwürfe der Einschüchterung, Belästigung und Streitigkeiten um Eigentum in Phuket, auf Koh Samui, Koh Phangan und in Pai.

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Streit auf Koh Samui löste breite Reaktionen aus

Auf Koh Samui hatte ein persönlicher Konflikt zwischen dem israelischen Restaurantbesitzer und dem französischen Zoo-Betreiber eine größere Auseinandersetzung ausgelöst. Nachdem der Franzose eine palästinensische Flagge und ein Schild gegen den Zutritt von Israelis aufgestellt hatte, verbreiteten sich Aufnahmen des Streits im Internet.

Nach Angaben des Artikels soll ein israelischer Influencer eine Belohnung von 500.000 Baht für Hinweise, die zum Franzosen führen, angeboten haben. Später wurden in Frankreich Vorwürfe wegen Drohungen und Brandstiftung bekannt. Die thailändischen Behörden warnten davor, den persönlichen Streit als Konflikt zwischen israelischen Besuchern und der thailändischen Bevölkerung darzustellen.

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Israel verteilt Verhaltenshinweise

Botschafterin Fisher-Kamm habe die Sorgen Thailands nach Angaben von Sihasak nicht zurückgewiesen. Sie verwies demnach auf die Arbeit der Botschaft vor Ort und auf Kontakte zu Behörden, Polizisten und israelischen Bewohnern in betroffenen Regionen.

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Israel verteilt Hinweise zum richtigen Verhalten in Thailand über die Botschaft in Bangkok und ein Regierungszentrum in Jerusalem. Auch Reiseveranstalter, die Touristen nach Thailand schicken, sowie Fluggesellschaften auf der Strecke wollen die Informationen weitergeben. Sihasak forderte jedoch eine schnellere und intensivere Umsetzung.

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Thailand verweist auf enge Beziehungen

Die israelische Botschafterin hatte zuvor erklärt, Israel unterstütze die Haltung der thailändischen Behörden. Israelis, die gegen thailändisches Recht verstoßen, sollten nach thailändischem Recht bestraft werden. Israel werde sich nur einschalten, wenn ein Bürger ohne eigenen Gesetzesverstoß zu Schaden komme.

Lesen Sie auch: Thailand und Israel: Gemeinsam gegen Problem-Urlauber

Sihasak verwies auf die gemeinsamen Interessen beider Länder, darunter die Zusammenarbeit in der Landwirtschaft und die Arbeitsbeziehungen. Nach seinen Angaben arbeiten derzeit schätzungsweise 60.000 Thailänder in Israel. Er warnte, dass die Spannungen die Beziehungen zwischen beiden Staaten belasten könnten, wenn nicht mehr unternommen werde.

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Quelle: Nation Thailand

4 Kommentare zu „Klartext an Israel: Gesetzverstoß führt zur Ausweisung“

  1. Meine Frage ist: WOHIN will man EINHEIMISCHE Täter abschieben – die EBENFALLS – Thailänder bedroht haben in HUA HIN – die gegen den Abriss ihrer ihrer, zugegebenmaßen, letztendlich entschieden auf illegalem Grund gebauten Häuser + Geschäfte protestieren. Und das obwohl – noch ältere Urkunden – den rechtmäßig bestätigten Erwerb der Grundstücke bestätigen. HIER wird – eindeutig – mit 2-erlei Mass gemessen.

    Ich wende mich ausdrücklich – NICHT – gegen Abschiebung straffälliger Ausländer, aber wer für “ Geldstrafen oder Parkverstöße, auch wegen Visumüberschreitung von 1-2 Monaten “ ausgewiesen werden soll, dagegen wende ich mich. Statt dessen sollte ihnen die Möglichkeit gegeben werden – 20.000 Bath (gesetzliche Grenze der Strafe) zu bezahlen. Sie sollten dann aber auch – nicht – auf eine “ Thailändische Blackliste “ gesetzt werden, wenn sie sich ansonsten keines Verbrechen in Thailand schuldig gemacht haben. Schwerverbrecher gehören – selbstverständlich – spätestens nach Verbüßung ihrer Strafe abgeschoben.

    Allen ehrlichen Ausländern, vor allem Langzeitrentnern ab 60 Jahren – sollte IMMER – eine 2-3 Monats Visumfreiheit eingeräumt werden, das wäre die RICHTIGE Reaktion auf – die schwindende Touristenzahlen in Thailand. Sicher werden -Repressionen- NICHT zu einem Anstieg der Touristen führen.

    1. Antwort auf: Joerg Lohkamp

      Dies entscheidet immer noch Thailand selber, ob Sie dagegen sind oder nicht ist irrelevant.
      Zudem gibt es die Visafreiheit von 2-3 Monaten für die meisten Länder nicht.

      Einheimische Täter kann man nie abschieben.

      1. Antwort auf: Martin Kaiser

        Zugegeben – das ist mir selbstverständlich – auch bekannt. Aber machmal muß man auch “ überspitzt “ ausdrücken. Deutsche – innerhalb Deutschlands – kann man ja bekanntermaßen auch nicht abschieben. Auch wird von mir – nicht bestritten – das Thailand immer noch selber die Gesetzgebung bestimmt. Aber ich lasse mir auch nicht vorschreiben – was ich – davon halte. Bitte lassen sie mir meine Meinung – wie ich ihnen auch ihre Meinung zubillige. Mit ihrem Kommentar kann ich gut leben, ich hoffe sie mit meinem auch.

  2. Als ich in den Nullerjahren noch Leiter einer deutschen Niederlassung in UK war, hatten wir ein ziemlich starkes Wachstum was ständig neues, zusätzliches Personal erforderte. Also wurde so ziemlich jeder greifbare Jung-Jurist angeheuert. Deshalb haben auch erfahrenere Mitarbeiter immer wieder Neue zugeteilt bekommen. So kam es, dass ich mir gar nichts dabei dachte einen Muslim an die Seite eines Juden zu setzen. Was ich nicht wusste, der eine hatte auch die Staatsangehörigkeit Israels und der andere war palästinensischer Abstammung. Wir saßen, wie sich das in UK gehört, mal wieder Abends in einem Pub als irgendwie die Sprache darauf kam. Ich war perplex und bot beiden an die Teams zu ändern. Beide wollten das unison nicht. Sie meinten beide, eigentlich wäre es schon schräg genug für eine deutsche Firma in UK zu arbeiten und den Rest lassen sie lieber unausgesprochen. Schließlich wären sie aus gutem Grund in England. Wir hatten einige gute Jahre zusammen. Dann gingen beide ihren weiteren Karriereweg. Getrennt übrigens. Die Moral von der Geschichte? Es geht auch anders.

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