YASOTHON, THAILAND – Ein einjähriger Junge hat bei der Entfernung einer Infusionsleitung in einem Krankenhaus in der Provinz Yasothon den Zeigefinger verloren. Ärzte konnten den Finger in zwei Operationen wieder annähen, doch ob er später vollständig genutzt werden kann, ist noch offen. Die Familie erstattete Anzeige, der beteiligte Pflegehelfer wurde mit sofortiger Wirkung vom Dienst freigestellt.
Finger bei Infusionsentfernung durchtrennt
Der Junge hatte wegen einer Erkältung zehn Nächte im Krankenhaus Somdet Phra Yupparat Loeng Nok Tha gelegen. Als der Pflegehelfer die Infusionsleitung entfernen wollte, führte er eine Schere unter das an der Nadel befestigte Pflaster und schnitt dabei in den Zeigefinger des Kindes.
Das Krankenhaus schickte den Jungen zusammen mit dem in Eis gelagerten abgetrennten Finger in das Krankenhaus Sunpasitthiprasong in der Provinz Ubon Ratchathani. Dort operierte ein auf Handchirurgie spezialisiertes Ärzteteam zweimal, um den Finger wieder anzunähen.
Langzeitfunktion des Fingers noch unklar
Die zweite Operation verlief nach Angaben des Gesundheitsamtes der Provinz Yasothon und des Krankenhauses erfolgreich. Der Zustand des Kindes muss jedoch eng überwacht werden.
Ob der Finger später wieder vollständig funktioniert, können die Ärzte noch nicht bestätigen. Die Familie verlangt deshalb auch die weitere Behandlung, falls weitere Operationen oder Probleme bei der Nutzung des Fingers auftreten.
Mutter kritisiert Vorgehen beim Entfernen
Die Mutter äußerte den Verdacht, dass der Pflegehelfer nicht vorsichtig genug vorgegangen sei. Nach ihrer Darstellung wurden Pflaster und Mullbinde nicht zuerst gelöst, sondern die Schere direkt darunter geschoben.
Die Familie hatte den Fall in einem Facebook-Beitrag öffentlich gemacht. Die Mutter schrieb, ihr Sohn habe kurz vor der geplanten Entlassung diese schwere Verletzung erlitten.
Polizei prüft fahrlässige schwere Verletzung
Die Familie erstattete Anzeige und verlangt eine rechtliche Prüfung. Die Polizei bereitet zunächst einen Vorwurf wegen fahrlässiger Verursachung einer schweren Verletzung vor.
Der männliche Pflegehelfer soll zur Befragung vorgeladen werden.
Pflegehelfer sofort vom Dienst freigestellt
Am 12. September 2026 ordnete der Gesundheitsdirektor der Provinz Yasothon an, den Pflegehelfer mit sofortiger Wirkung vom Dienst freizustellen. Eine Untersuchungskommission soll die Fakten prüfen.
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Sollte sich grobe Fahrlässigkeit bestätigen, drohen nach Angaben der Behörden die Entlassung oder die Entfernung aus dem Staatsdienst. Die Familie fordert vom Krankenhaus eine schriftliche Erklärung, aus welchem Schritt des Ablaufs der Fehler entstand, sowie eine disziplinarische Prüfung.
Krankenhaus übernimmt Behandlungskosten
Das Gesundheitsamt der Provinz Yasothon und das Krankenhaus Somdet Phra Yupparat Loeng Nok Tha übernahmen die Verantwortung für den Vorfall und drückten der Familie ihr Bedauern aus. Sie bestätigten, dass der Junge zur Operation an Spezialisten für Handchirurgie in Ubon Ratchathani überwiesen wurde.
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Das Gesundheitsamt kündigte an, sämtliche Behandlungskosten zu übernehmen und die Familie im Rahmen der geltenden Ansprüche so umfassend wie möglich zu entschädigen. Alle Krankenhäuser in der Zuständigkeit sollen ihre Sicherheitsregeln und Arbeitsabläufe beim Einsatz medizinischer Geräte sofort überprüfen.

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