SURAT THANI, Thailand – Der 133 Kilometer lange Highway 44 zwischen Surat Thani und Krabi könnte zum Korridor für eine neue Bahnverbindung zwischen dem Golf von Thailand und der Andamanenküste werden. Teile des Mittelstreifens wurden bereits mit Blick auf künftige Infrastruktur freigehalten. Nun steht die Frage im Raum, ob dort ein modernes Eisenbahnnetz für Reisende und Güter erneut geprüft werden sollte.
Highway 44 könnte zur Bahntrasse werden
Eine mögliche Strecke würde vom bestehenden Südnetz bei Surat Thani abzweigen und dem Verlauf des Highway 44 bis nach Krabi folgen. Die Straße, die oft als „Southern Highway“ bezeichnet wird, besitzt in Teilen einen breiten Mittelstreifen.
Frühere Planungen für eine Landbrücke zwischen den beiden Küsten sahen dort bereits Platz für künftige Infrastruktur vor.Das ursprüngliche Landbrückenkonzept wurde möglicherweise nicht in der einst vorgesehenen Form ausgewählt. Gedacht war auch an Bahn- und Energietransporte. Ein Bahnprojekt ist bislang jedoch nicht genehmigt.
Verbindung bis nach Trang denkbar
Die Strecke könnte in Krabi enden oder später rund 100 Kilometer weiter nach Süden verlängert werden. Ziel wäre eine Verbindung mit der bestehenden Bahnstrecke zwischen Thung Song und Kantang bei Huai Yot in der Provinz Trang.
Damit entstünde eine zweite Bahnroute über die südliche Halbinsel. Sie würde Surat Thani, Krabi und Trang verbinden und bei Thung Song wieder an das bestehende Südnetz anschließen.
Weitere Äste bis Phuket und Chumphon
In späteren Ausbaustufen wären Verbindungen von Krabi nach Phang Nga und Phuket möglich. Eine weitere Strecke könnte von Phang Nga nach Norden über Ranong führen und bei Chumphon an das Südnetz anschließen.
So würde ein Netz auf beiden Seiten der Halbinsel entstehen. Heute konzentriert sich das südliche Bahnnetz fast vollständig auf den Korridor am Golf von Thailand.
Zweite Route soll Ausfälle abfedern
Eine Bahnverbindung an der Andamanenseite könnte dem Verkehrsnetz mehr Ausweichmöglichkeiten geben. Das bestehende Südnetz hängt zu großen Teilen von einer Hauptstrecke ab, sodass Überschwemmungen, Erdrutsche, Unfälle oder Schäden an der Bahn den Personen- und Güterverkehr über weite Entfernungen stören können.
Bei einer vorübergehenden Sperrung könnten Züge möglicherweise auf die zweite Route ausweichen. Dadurch ließe sich das Risiko verringern, dass eine Störung den gesamten südlichen Bahnverkehr beeinträchtigt.
Neue Optionen für Reisende
Krabi, Phang Nga, Phuket und Ranong gehören zu den wichtigen Reisezielen im Süden. Viele Besucher sind derzeit auf Straßenverkehr oder Inlandsflüge angewiesen.
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Eine direkte Bahnverbindung würde Anwohnern und Touristen eine weitere Möglichkeit geben, diese Orte zu erreichen. Sie könnte auch die Abhängigkeit von Autos und kurzen Inlandsflügen verringern, falls genügend Nachfrage entsteht.
Stationen könnten Orte wirtschaftlich stärken
Bahnhöfe entlang der Strecke könnten Hotels, Restaurants, örtlichen Betrieben, Bauern und Anbietern von Touren neue Chancen bieten. Orte, die heute vor allem als Durchgangsorte gelten, könnten sich zu eigenen Reisezielen entwickeln.
Die Bahn würde außerdem wichtige Städte, Flughäfen, Häfen und lokale Verkehrsmittel miteinander verbinden. Dadurch könnten die wirtschaftlichen Vorteile besser über die bekannten Tourismuszentren hinaus verteilt werden.
Güterverkehr als zweites Standbein
Der Süden produziert unter anderem Kautschuk, Palmöl, Früchte, Meeresfrüchte und verarbeitete Agrarprodukte. Eine Bahn mit Anschlüssen an Häfen und Verteilzentren könnte für diese Waren eine Alternative zum Transport über lange Strecken auf der Straße bieten.
Das könnte die Kosten für Lastwagen und die Belastung wichtiger Straßen verringern. Bei ausreichendem Personen- und Güterverkehr wären auch weniger Treibstoffverbrauch, weniger Verkehr, weniger Unfälle und geringere Emissionen möglich.
Freie Flächen reichen allein nicht aus
Der vorhandene Korridor gilt als eines der stärksten Argumente für eine neue Prüfung. Weil in Teilen des Verlaufs bereits Land für künftige Infrastruktur freigehalten wurde, könnte der Bedarf an neuen Grundstücken geringer sein als bei einer komplett neuen Trasse.
Der verfügbare Platz bedeutet aber nicht, dass dort einfach eine Bahn gebaut werden kann. Eine Machbarkeitsstudie müsste unter anderem Gefälle, Kurven, Entwässerung, Versorgungsleitungen, Straßenquerungen, Sicherheit, Umwelteinflüsse und die Folgen für angrenzende Gemeinden untersuchen.
Schrittweiser Ausbau wäre möglich
Ein stufenweises Vorgehen könnte mit dem Abschnitt zwischen Surat Thani und Krabi beginnen. Danach könnten Verlängerungen nach Huai Yot, Phang Nga und Phuket geprüft werden, später möglicherweise auch Verbindungen nach Ranong und Chumphon.
Am Anfang müsste vor allem geklärt werden, ob die Nachfrage von Fahrgästen und Güterverkehr die Investition rechtfertigt. Erst eine solche Untersuchung könnte zeigen, welche Strecken technisch und wirtschaftlich infrage kommen.
Vorschlag für einen Mobilitätskorridor
Die Idee geht über eine einzelne Bahnlinie nach Krabi hinaus. Denkbar wäre ein südlicher Mobilitätskorridor, der Züge, Güterverkehr, Flughäfen, Häfen, lokale Busse und Reiseziele in einem Netz verbindet.
Surat Thani könnte als Zugang zwischen Golf- und Andamanenseite dienen. Huai Yot und Thung Song könnten Anschlüsse an das südliche Bahnnetz bieten, während Chumphon zu einem nördlichen Verbindungspunkt für eine spätere Andamanenstrecke werden könnte.
Highway-44-Korridor soll erneut geprüft werden
Der breite Mittelstreifen des Highway 44 ist damit mehr als ungenutzte Fläche aus einer früheren Planung. Eine neue Machbarkeitsstudie könnte klären, ob der Korridor eine moderne Bahn aufnehmen kann und ob Fahrgäste, Tourismus und Güterverkehr genug Nachfrage bringen.
Das Vorhaben bleibt ein Vorschlag und ist kein genehmigtes Bahnprojekt. Die zentrale Frage lautet nun, ob Thailand den bestehenden Korridor für ein größeres Netz zwischen dem Golf von Thailand und der Andamanenküste nutzen sollte.
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