CHIANG MAI – Ein entsetzlicher Jagdunfall erschüttert ein abgelegenes Bergdorf. Ein 65-Jähriger feuerte auf ein vermeintliches Wildschwein, doch der Schuss beendete das Leben seines 56-jährigen Nachbarn.
Der tödliche Schuss im mannshohen Gras
Banthoeng (56) ahmte instinktiv nach, was er für einen nahenden Eber hielt. Der Schütze Insorn (65) saß auf seiner selbstgebauten Jagdplattform und drückte ab, als sich das Gras bewegte – ein fataler Instinkt.
Der Schuss traf den 56-Jährigen mit voller Wucht. Er brach augenblicklich zusammen, sein letzter Schrei erstarb im dichten Grün des Waldes.
Zwei Tage auf der Lauer
Insorn hatte das Waldstück nahe Huai Pang Noi seit dem 22. Juni besetzt. Er wusste, dass die Wildschweine hierher kamen, angelockt von den Waldfrüchten.
Die Plattform im Baum sollte ihm den entscheidenden Überblick verschaffen. Doch das Unterholz in der Region ist so hoch, dass ein Erwachsener darin komplett verschwindet.
Der Jäger erkennt seinen Irrtum
Vom Hochsitz aus sah Insorn nur die wogenden Halme und eine Bewegung, die er einem kräftigen Keiler zuordnete. Das Geräusch, die Geschwindigkeit – alles passte in sein Kopfkino von einer bevorstehenden Jagdbeute.
Als er den Baum verließ und nachsah, fand er seinen Nachbarn. Tödlich verletzt, mitten im Wald. Ein Schuss – und eine Verwechslung, die ein Dorf traumatisiert.
Elf Stunden durch die Nacht
Insorn alarmierte sofort Verwandte und den Dorfvorsteher Chatree Suphatip. Um 20:30 Uhr ging der Hilferuf bei den Rettungskräften ein, doch der Leichnam lag tief im unwegsamen Bergwald.
Das nächste Dorf war zehn Kilometer entfernt, danach folgten zwölf Kilometer Fußmarsch steil bergauf. Polizisten, ein Arzt, Rettungsteams und Anwohner trugen den Toten die ganze Nacht hindurch.
Leiche am Morgen übergeben
Erst um 7:00 Uhr am 25. Juni erreichte der Trauerzug einen befahrbaren Punkt. Banthoengs Körper wurde umgehend den Ermittlern und Rechtsmedizinern der Long Khot Polizeistation überstellt.
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Die aufwendige Aktion dauerte mehr als elf Stunden. Der Dorfvorsteher koordinierte die Helfer, während die Polizei nun die genauen Umstände rekonstruiert.



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