BANGKOK – Rock-Rebell Sek Loso kommt frei, aber an seinem Knöchel baumelt ab sofort die stählerne Faust des Gesetzes: Der wegen Waffenbesitzes und Drogenkonsums verurteilte Musiker wird am 24. Juni 2026 auf Bewährung entlassen und muss rund um die Uhr eine elektronische Fußfessel tragen. Seine letzte bewaffnete Show endete vor Jahren in einer Tempelanlage – jetzt bestimmt ein stiller Piepser den Takt, bis der letzte Tag seiner Haftstrafe abgelaufen ist.
Vom Rockstar zum Häftling mit Trainingsplan
Seksan Sukpimai, wie der 48-Jährige bürgerlich heißt, sitzt seit Mai 2025 im Khao Kling-Gefängnis, einer Außenstelle des Zentralgefängnisses Phetchaburi. Statt wilder Bühnenshows absolvierte er dort das königliche Kamlangjai-Projekt „Anwendung der Philosophie der Genügsamkeitswirtschaft auf das Leben von Häftlingen“ – ein Programm, das von Ihrer Königlichen Hoheit Prinzessin Bajrakitiyabha ins Leben gerufen wurde.
Vom 23. Januar bis 23. Juni 2026 drückte Sek Loso quasi die Schulbank hinter Gittern. Die Justizvollzugsbeamten bestätigen, dass er sich an die Gefängnisdisziplin hielt und den Kurs mit den geforderten Kriterien abschloss – das Ticket zurück in die Freiheit mit elektronischem Begleiter.
Fünf Monate Gnade per Dekret
Pünktlich zum 3. Juni 2026 trat das Königliche Begnadigungsdekret in Kraft. Für Sek Loso bedeutete das eine saftige Strafmilderung: Fünf Monate und 20 Tage wurden von seiner ursprünglichen Gesamtstrafe gestrichen.
Aus zwei Jahren, zwölf Monaten und 20 Tagen Knast wurden so zwei Jahre, sechs Monate und 30 Tage. Der neue Endstrich unter seiner Haft: der 13. Dezember 2027.
Minister nickt den Antrag ab
Bereits am 27. Mai 2026 tagte der zuständige Unterausschuss zur Prüfung von Strafaussetzungen und gab grünes Licht für die Sonderbewährung. Die finale Unterschrift setzte Justizminister Tawee Sodsong persönlich am 19. Juni unter das Papier.
Seitdem läuft im Zentralgefängnis Phetchaburi der Countdown bis zum Entlassungstag, an dem die elektronische Überwachungsvorrichtung am Bein des Sängers aktiviert wird.
Jeder Schritt wird protokolliert
Ab dem 24. Juni zählt für Sek Loso nur noch eines: strikte Einhaltung aller Bewährungsauflagen. Die Fußfessel registriert jede Bewegung und stellt sicher, dass er sich im genehmigten Radius aufhält.
Sollte der Rockmusiker aus dem Takt geraten, droht ihm die sofortige Rückkehr in die Zelle. Bis zum 13. Dezember 2027 bleibt er ein Mann unter ständiger digitaler Beobachtung.
Schüsse im Tempel als Zündfunke
Der Fall, der den 90er-Jahre-Star zu Fall brachte, reicht zurück in den Dezember 2017. Damals soll Sek Loso in einem Tempel in Nakhon Si Thammarat seine Waffe gezückt und in die Luft geballert haben – ein Vorfall, der die Polizei auf den Plan rief und einen Haftbefehl nach sich zog.
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Bei der Festnahme in seinem Haus leistete er Widerstand, Beamte fanden eine nicht lizenzierte Schusswaffe samt Munition. Dazu gestand er Drogenkonsum. Das Oberste Gericht zertrümmerte am 20. Mai 2025 jede Hoffnung auf Milde und bestätigte die Haftstrafe ohne Bewährung – zumindest bis zum jetzigen königlichen Gnadenakt.



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