Mordanschlag auf Koh Samui: Familie des Taxi-Helfers flüchtet aus Angst

Tödlicher Zoff um illegale Taxis eskaliert weiter: Hinterbliebene des erschossenen Helfers tauchen unter. Sie fürchten Rache durch mächtige Hintermänner und flehen unter Polizeischutz nun um Gerechtigkeit.

Mordanschlag auf Koh Samui: Familie des Taxi-Helfers flüchtet aus Angst
MGROnline

Koh Samui, Thailand – Die Familie des freiwilligen Taxifahrers Sikkharin Phromcharoen hat beim Justizministerium Zeugenschutz beantragt, nachdem der 31-Jährige auf Koh Samui zusammengeschlagen und erschossen wurde. Angehörige flohen mit mehr als zehn Verwandten aus Surat Thani nach Bangkok und geben an, Vergeltung durch einflussreiche lokale Gruppen zu fürchten. Die Polizei nahm einen 42-Jährigen fest, sucht aber weiter nach weiteren Beteiligten.

Familie flieht und bittet um Schutz

Die Angehörigen von Sikkharin suchten Schutz beim Justizministerium und der Abteilung für den Schutz von Rechten und Freiheiten. Mehr als zehn Familienmitglieder verließen Surat Thani und zogen nach Bangkok, weil sie sich vor Einschüchterungen und möglichen Vergeltungsmaßnahmen fürchten.

Die Familie berichtet, dass Fremde Verwandte kontaktiert und Treffen arrangieren wollten, woraufhin sie sich nicht mehr sicher fühlten. Aus Sicherheitsgründen haben sie den Leichnam noch nicht für religiöse Riten abgeholt.

Wer Sikkharin war

Sikkharin Phromcharoen galt als freiwilliger Taxifahrer, der schwangeren Frauen, älteren Menschen, Behinderten und armen Familien kostenlose Fahrten anbot. Er war 31 Jahre alt.

Nach Angaben der Familie war Sikkharin am 24. Mai in einen Streit verwickelt, bei dem offenbar illegale Taxi­fahrer mit schwarzen Kennzeichen eine Rolle spielten; zuvor hatte ein lokaler Vermittler versucht, den Konflikt zu schlichten. Die Familie dachte, die Spannungen seien beendet, bevor die tödliche Auseinandersetzung folgte.

Videoaufnahmen als Beweismittel

Die Ehefrau, Onchuma, wandte sich über die Facebook-Seite „Sai Mai Tong Rod“ und an Ermittler, nachdem die Polizei zunächst mitgeteilt hatte, Überwachungsaufnahmen seien zu undeutlich. Später reichte sie Videomaterial ein, das ein ausländischer Tourist aufgenommen hatte.

Die Familie sagt, Bewohner seien zu eingeschüchtert, um Informationen preiszugeben, und habe deshalb befürchtet, dass mögliche Zeugen schweigen. Die Aufnahmen wurden den Ermittlern übergeben.

Festnahme nach Haftbefehl

Laut Provinzialpolizei Region 8 beantragten die Ermittler mehrere Haftbefehle in dem Fall. Ein Haftbefehl des Provinzgerichts Koh Samui führte dazu, dass sich ein Verdächtiger auf der Polizeistation Bo Phut stellte.

Die Polizei identifizierte den Mann als den 42-jährigen Jatupol Ruangkong, der sich am Mittwoch bei den Beamten meldete und festgenommen wurde. Weitere Festnahmen werden angestrebt.

Anklagen und Ermittlungsstand

Jatupol wird unter anderem des vorsätzlichen Mordes sowie des illegalen Besitzes und Tragens von Schusswaffen beschuldigt. Er bestreitet eine Beteiligung an dem Überfall und der Schießerei, räumt aber ein, an das Autofenster des Opfers geklopft zu haben.

Stört Sie die Werbung?
JETZT den Wochenblitz WERBEFREI lesen!
ZUM ANGEBOT

Er sagte, er arbeite als Sicherheitskraft in einem nahegelegenen Nachtclub und gab an, mehrere Männer hätten das Opfer konfrontiert, bevor Schüsse fielen. Die Polizei sucht weiterhin nach Verdächtigen.

Newsletter abonnieren

Newsletter auswählen:
Abonnieren Sie den täglichen Newsletter des Wochenblitz und erhalten Sie jeden Tag aktuelle Nachrichten und exklusive Inhalte direkt in Ihr Postfach.

Wir schützen Ihre Daten gemäß DSGVO. Erfahren Sie mehr in unserer Datenschutzerklärung.
Quelle: Bangkok Post Thailand

Wichtiger Hinweis für unsere Leser

Wir freuen uns auf Ihren Beitrag! Bitte beachten Sie für ein freundliches Miteinander unsere Regeln:

  • Höflichkeit: Keine Beleidigungen, Kraftausdrücke oder Gewaltandrohungen.
  • Sorgfalt: Bitte achten Sie auf die korrekte Schreibweise von Namen.
  • Quellen: Zitate nur mit Namensnennung (Internet-Links/URLs sind nicht erlaubt).
  • Themen: Bitte keine Kritik an der Regierung, der Monarchie oder Diskussionen zur Moderation.
Vorbehalt der Redaktion: Wir behalten uns das Recht vor, Kommentare nachträglich zu bearbeiten oder zu löschen, sollten diese gegen unsere Regeln oder geltendes Recht verstoßen. Ein Anspruch auf Veröffentlichung besteht nicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert


Daten bleiben 30 Tage lokal im Browser-Cookie.