MALAYSIA –
Malaysia Airlines und Batik Air stehen bereit
Beide Fluggesellschaften könnten ihr Angebot ausweiten und zusätzliche Inlandsstrecken von AirAsia übernehmen. Eine komplette Übernahme von AirAsia ist nach Angaben aus dem Umfeld der Gespräche nicht vorgesehen.
Sollten die beiden Airlines größere Teile des Betriebs auffangen müssen, wollen sie nach diesen Angaben auch Leasingverträge für AirAsia-Flugzeuge übernehmen. Ohne zusätzliche Maschinen wäre die Bedienung vieler Strecken und Passagiere kaum möglich.
Regierung plant für einen möglichen Notfall
An den Gesprächen sind das malaysische Finanzministerium und Malaysia Airports Holdings Berhad beteiligt. MAHB betreibt Flughäfen und steht in Verbindung mit dem Staat.
Geprüft wird, ob konkurrierende Airlines im Fall einer weiteren Verschlechterung der Finanzlage AirAsias schnell Strecken und Passagiere übernehmen können. AirAsia selbst erklärte, das Unternehmen arbeite weiter an stabilen Abläufen und der Fortführung des Geschäfts.
AirAsia stellt großen Teil des Inlandsverkehrs
AirAsia gibt an, rund 40 Prozent des gesamten malaysischen Flugmarktes zu bedienen. Bei Inlandsflügen liegt der Anteil demnach bei etwa 60 Prozent.
Ein Ausfall oder eine starke Einschränkung der Airline würde deshalb die Flugverbindungen innerhalb Malaysias treffen. Für die Regierung ist die finanzielle Lage von AirAsia auch wegen ihrer Bedeutung für die innerstaatliche Mobilität relevant.
Hohe Kerosinpreise verschärfen die Lage
Der Druck auf AirAsia nahm nach dem starken Anstieg der Treibstoffpreise zu. Kerosin kostete im zweiten Quartal im Durchschnitt 183 US-Dollar je Barrel und damit 66 Prozent mehr als im vorherigen Quartal.
Als Hintergrund werden die Auswirkungen des Kriegs der USA und Israels mit Iran genannt. AirAsia meldete für das am 30. Juni beendete zweite Quartal einen Nettoverlust von 831 Millionen Ringgit, umgerechnet rund 6,7 Milliarden Baht.
Schulden und Verluste belasten AirAsia
Zusätzlich zum hohen Treibstoffaufwand verbuchte AirAsia einen Wechselkursverlust von 331 Millionen Ringgit. Zum 30. Juni lagen die kurzfristigen Verbindlichkeiten bei 18,4 Milliarden Ringgit, etwa 4,51 Milliarden US-Dollar.
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Dem standen 954 Millionen Ringgit an Barmitteln und Bankguthaben gegenüber. Nach Angaben aus dem Umfeld des Unternehmens soll AirAsia außerdem mindestens 500 Millionen Ringgit an MAHB schulden, unter anderem für Landegebühren, Abstellplätze und weitere Dienstleistungen.
MAHB verlängerte Zahlungsfrist
MAHB soll AirAsia für die offenen Beträge mehr Zeit zur Zahlung eingeräumt haben. MAHB und AirAsia bestätigten die Einzelheiten zu den Schulden jedoch nicht.
MAHB erklärte lediglich, Gespräche mit Fluggesellschaften gehörten zur normalen Entwicklung des Strecken- und Flughafennetzes. Dabei werde auch geprüft, ob zusätzliche Kapazitäten oder Verbindungen in Märkten mit ungedecktem Bedarf nötig seien.
MAHB lehnte eine Stellungnahme zu den finanziellen Aussichten von AirAsia ab.
AirAsia sucht neues Geld
AirAsia arbeitet an einer neuen Finanzierung. Das Unternehmen will bis zu 1 Milliarde US-Dollar am internationalen Anleihemarkt aufnehmen und zusätzlich eine inländische Kreditlinie über 700 Millionen Ringgit erhalten.
Das Geld soll vor allem für die Umstrukturierung und die Refinanzierung von Schulden dienen. Zwei Quellen schätzten, AirAsia könne insgesamt mindestens 3 Milliarden US-Dollar an frischem Kapital benötigen. Das Unternehmen erklärte dagegen, die bereits genannten Finanzierungsziele reichten aus.
Strecken und Flotte werden verkleinert
AirAsia streicht weiter unrentable Verbindungen und gab 25 ältere Flugzeuge an die Leasinggesellschaften zurück. Außerdem verhandelt die Airline mit Lieferanten über neue Vertragsbedingungen, um die Kosten zu senken.
Der stellvertretende Konzernchef Farouk Kamal wollte sich nicht zu Spekulationen über den weiteren Betrieb, die Finanzlage oder noch nicht angekündigte Geschäftsvereinbarungen äußern. Er erklärte jedoch, AirAsia wolle die Geschäftskontinuität und stabile Abläufe in allen Märkten sichern und sehe weiterhin eine starke Nachfrage in ihrem Streckennetz.
Batik Air kann Flugzeuge kurzfristig einsetzen
Batik-Air-Malaysia-Chef Chandran Rama Muthy erklärte, seine Fluggesellschaft könne bei Bedarf schnell Flugzeuge in den Betrieb bringen. Damit könne sie den Inlandsverkehr unterstützen oder ihren Marktanteil ausbauen.
Zuvor hatte das malaysische Finanzministerium Alton Aviation Consultancy beauftragt, den Kapitalbedarf von AirAsia zu bewerten. Die Regierung prüft zugleich Unterstützungsmöglichkeiten für die Airline, die viele Menschen beschäftigt und in der Region eine wichtige Rolle bei günstigen Flugreisen spielt.
AirAsia-Aktie fällt nach den Berichten
Nach Bekanntwerden der Gespräche gaben die Aktien von AirAsia und der verbundenen Gesellschaft Capital A am Donnerstagmorgen, dem 17. September, jeweils 5,5 Prozent nach. Am Mittwoch blieb der malaysische Finanzmarkt wegen eines Feiertags geschlossen.
Die Regierung lässt damit weiter prüfen, wie der Inlandsflugverkehr im Fall einer Verschärfung der AirAsia-Finanzprobleme abgesichert werden kann.
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