Bangkok – Fast 565 Millionen Aktien für 3,39 Milliarden Baht – fünf institutionelle Geldgeber stoßen am Donnerstag massiv THAI-Papiere ab, während die Fluggesellschaft parallel Dutzende Routen in ganz Asien streicht.
565 Millionen Aktien zum Discountpreis
Am 18. Juni gehen rund 564,96 Millionen Aktien von Thai Airways International zu je 6 Baht an den Markt. Das Paket ist etwa 7,69 Prozent unter dem aktuellen Kurswert angesetzt, UBS führt die Transaktion als Konsortialführer.
Internationale Investoren können zugreifen, das Gesamtvolumen liegt bei etwa 3,39 Milliarden Baht. Für Marktbeobachter ist der Deal ein erster Härtetest für die Anlegerstimmung in der sanierten Fluggesellschaft.
Fünf Kreditgenossenschaften verkaufen
Hinter der Platzierung stehen fünf institutionelle Anteilseigner: die Kreditgenossenschaften der Electricity Generating Authority, der Thammasat-Universität, der Mahidol-Universität, der Aeronautical Radio sowie der Metropolitan Waterworks Authority.
Der Verkauf kommt trotz einer satten Kursrallye: Allein im letzten Monat legte die THAI-Aktie rund 9,24 Prozent zu. Ob die Nachfrage den Angebotsdruck auffängt, wird sich unmittelbar nach der Platzierung zeigen.
Treibstoffkosten fressen über die Hälfte der Ausgaben
Gleichzeitig ächzen thailändische Airlines unter explodierenden Betriebskosten. Lag der Treibstoffanteil früher bei etwa 30 Prozent, verschlingt Kerosin inzwischen mehr als 50 Prozent der Gesamtausgaben.
Auslöser sind die Feindseligkeiten im Nahen Osten, die Energiemärkte verknappten und die Preise mehr als verdreifachten. Fluggesellschaften stecken in der Zange zwischen hohen Kosten und dünner Nebensaison-Nachfrage.
THAI streicht Flüge nach Indien, Taiwan und Japan
Thai Airways hat umfassende Kürzungen angekündigt. Die Verbindung Bangkok–Neu-Delhi (TG335/TG336) fällt den gesamten Juni aus, ebenso Bangkok–Kaohsiung (TG630/TG631) an mehreren Tagen.
Auch Sapporo (TG670/TG671) und Hongkong (TG638/TG639) stehen auf der Streichliste. Am härtesten trifft es Changsha: Die Flüge TG694 und TG695 ruhen vom 1. Juni bis Ende September – eine der längsten Aussetzungen des Jahres.
Thai Lion Air kappt China-Netzwerk
Thai Lion Air setzt Flüge ab Don Mueang nach Shenzhen für weite Teile des Juni aus, Tianjin sogar bis Juli. Datong, Hefei, Jinan und Nanchang sind komplett gestrichen, Linyi bis zum 30. September.
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Die Route nach Amritsar ruht bis 31. August, Xi’an vom 2. Juni bis 2. Juli mit einer Ausnahme am 21. Juni. Bengaluru, Delhi, Surabaya und Kathmandu werden nur noch mit reduzierter Frequenz bedient.
Massive Einschnitte auf Langstrecken
Auf der Strecke Don Mueang–Taipeh–Nagoya bricht der Verkehr vom 6. bis 31. Juli komplett ein. Zuvor flog Thai Lion Air die Verbindung dreimal täglich – eine drastische Kapazitätskürzung.
Phuket–Singapur ist vom 3. Juni bis 1. August ausgesetzt, danach nur noch zwei statt vier Flüge pro Woche. Die Airlines konzentrieren Ressourcen auf profitable Routen und halten sich bei schwächeren Destinationen zurück.
Europäische Behörden warnen vor Kerosinengpässen
Die Sorgen reichen inzwischen über Asien hinaus. Europäische Behörden schlagen Alarm, dass Jet-Treibstoff binnen weniger Wochen knapp werden könnte.
Für thailändische Airlines, die ohnehin mit saisonaler Flaute und hohen Kosten kämpfen, bedeutet das zusätzliche Unsicherheit. Sie behalten Kapazitäten auf strategischen Routen und wollen starten, sobald die Preise fallen.
Ein Test für den ganzen Luftfahrtsektor
Die Aktienplatzierung liefert nicht nur einen Stimmungstest für Thai Airways, sondern für die gesamte Branche. Hohe Treibstoffkosten, Routenkürzungen und Versorgungsrisiken prägen die Lage. Fluggesellschaften betonen, bereit zu sein – sobald die Nachfrage anzieht und die Kerosinpreise nachgeben, sollen Routen wieder hochgefahren werden. Der Donnerstag zeigt, ob Investoren diesen Kurs abkaufen.
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Leider ist das Titelbild nicht mehr zutreffend. Den schönen Airbus A380 gibt es bei Thai Airways schon lange nicht mehr.
Die allgemeine Situation wegen der Kerosinpreise dürfte sich aber, sofern der Deal des „Dealmakers“ Trump hält, in kurzer Zeit langfristig entspannen und daher verbessern. Was sich dann natürlich auch positiv auf den Aktienkurs der besagten Fluglinie auswirken wird.
Trotz allem werde ich mir keine Aktien der Thai Airways kaufen – und auch keine anderen. Der Arzt riet mir, meinen Blutdruck zu schonen.