Thailand: Massiver Arbeitermangel zwingt Regierung zu neuen Wegen

500.000 Stellen unbesetzt: Grenzspannungen und Abwanderung legen die Wirtschaft lahm. Die Regierung prüft nun radikale Schritte, um ausländische Arbeitskräfte zu sichern. Droht ein Kontrollverlust oder die wirtschaftliche Rettung?

Thailand: Massiver Arbeitermangel zwingt Regierung zu neuen Wegen
ThaiRath

Arbeitsminister Chulaphan Amornvivat hat am 25. Mai 2026 einen Vorschlag des Gemeinsamen Ausschusses der drei Privatsektoren entgegen­genommen, um einem Arbeitskräftemangel von bis zu 500.000 Personen zu begegnen. Der Plan fordert schnelle Verlängerungen von Arbeitserlaubnissen für ausländische Beschäftigte und die Erweiterung der Basis für den Import von Arbeitskräften aus neuen Herkunftsländern; das Arbeitsministerium wird den Vorschlag dem Kabinett vorlegen. Für Landwirtschaft, Industrie und Dienstleister bedeutet das potenziell raschere Erleichterungen, falls die Regierung zustimmt.

Übergabe im Arbeitsministerium

Am 25. Mai 2026 um 10:00 Uhr nahm Minister Chulaphan ein Schreiben des Gemeinsamen Ständigen Ausschusses der drei Privatsektoren (JSCCIB) entgegen. Der Ausschuss war angeführt von Dr. Poj Aramwattananont, dem Vorsitzenden der thailändischen Handelskammer.

Der Minister bestätigte, dass er den Vorschlag dem Kabinett zur Prüfung vorlegen werde. Damit soll die Regierung schnell über mögliche Maßnahmen entscheiden.

500.000 fehlende Arbeitskräfte in drei Sektoren

Der JSCCIB nennt einen kumulierten Mangel von bis zu 500.000 Arbeitskräften, der Landwirtschaft, Industrie und Dienstleistung trifft. Das Problem steht zugleich im Widerspruch zur sinkenden Zahl der erwerbsfähigen Bevölkerung in Thailand.

Besonders betroffen sei die Zahl der Arbeitskräfte aus Myanmar, die gesunken sei, vor allem bei männlichen Beschäftigten. Diese Lücke verschärfe den Personalbedarf in mehreren Branchen.

Ursachen: Grenze und Konkurrenz bei Rekrutierung

Der Ausschuss führt den Rückgang auf Spannungen an der thailändisch-kambodschanischen Grenze und auf Konkurrenz bei der Anwerbung von Arbeitskräften aus Myanmar zurück. Diese Faktoren führten dazu, dass weniger Arbeitskräfte aus Myanmar nach Thailand kommen.

Die JSCCIB sieht in der Konkurrenz um Arbeitskräfte eine zentrale Ursache für die aktuellen Engpässe. Das erschwere die Besetzung von Stellen, die traditionell von ausländischen Beschäftigten getragen werden.

Dringende Verlängerung von Arbeitserlaubnissen gefordert

Der JSCCIB forderte eine beschleunigte Prüfung zur Verlängerung von Arbeitserlaubnissen für die vier Nationalitäten, die derzeit in Thailand tätig sind: Myanmar, Laos, Kambodscha und Vietnam. Die schnelle Verlängerung soll ein weiterer Personalausfall verhindern.

Minister Chulaphan bestätigte die Dringlichkeit und betonte, dass Maßnahmen nötig seien, damit die Wirtschaft nicht ins Stocken gerate. Er hob außerdem hervor, dass Spannungen zwischen Regierungen nicht die Beziehungen der Bevölkerungen beeinträchtigen sollten.

Legalisierung und Öffnung neuer Rekrutierungswege

Der Minister ordnete an, Fälle von Arbeitskräften zu beschleunigen, die wegen Registrierungsproblemen derzeit als illegal gelten, damit sie korrekt ins System aufgenommen werden. Ziel ist, kurzfristig mehr legale Arbeitskräfte zur Verfügung zu haben.

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Für die Öffnung von Grenzübergängen und neue Kontingente sagte der Minister, dies hänge von der allgemeinen Regierungspolitik ab. Langfristig will das Arbeitsministerium aber neue Herkunftsländer prüfen.

Langfristiger Plan: neue Herkunftsländer und MOU

Der JSCCIB schlug vor, die Basis für den Import von Arbeitskräften auf Länder wie Sri Lanka, Bangladesch, die Philippinen und Indonesien zu erweitern. Das Arbeitsministerium sieht die Notwendigkeit und will schrittweise auf gemeinsame Absichtserklärungen (MOU) hinarbeiten. Was als nächster Schritt feststeht: Der Arbeitsminister wird den Vorschlag dem Kabinett zur Prüfung vorlegen und die Legalisierung betroffener Arbeitskräfte beschleunigen.

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Quelle: Thairath

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