Thailand Online-Betrug explodiert: Millionen Schaden

70% aller Online-Betrugsfälle sind Fake-Shops — doch bei Job- und Investmenttricks verschwinden 213 Millionen Baht. Wie ziehen die Banden das Geld ab?

Thailand Online-Betrug explodiert: Millionen Schaden
Bangkok Post

BANGKOK, THAILAND – In Thailand wurden in der vergangenen Woche mehr als 7.300 Fälle von Online-Kriminalität gemeldet, der Gesamtschaden lag bei über 397 Millionen Baht. Besonders häufig sind Betrugsfälle beim Online-Shopping, während Investment- und Job-Scams die höchsten finanziellen Verluste verursachen.

Mehr als 7.300 Online-Fälle in nur einer Woche

Nach Angaben von Pol Lt Gen Jirabhop Bhuridej, dem stellvertretenden Chef der thailändischen Nationalpolizei, wurden in der vergangenen Woche über 7.300 Online-Kriminalitätsfälle registriert. Die gemeldeten Schäden summierten sich auf mehr als 397 Millionen Baht.

Das Anti-Cyber Scam Centre erfasste konkret 7.372 Fälle, sechs mehr als im vorherigen Zeitraum. Trotz der leicht gestiegenen Fallzahl sank der Gesamtschaden um mehr als 15 Millionen Baht.

Online-Shopping-Betrug bleibt die häufigste Masche

Online-Shopping-Scams waren erneut die mit Abstand häufigste Betrugsform und machten rund 70% aller Fälle aus. Laut Polizei steigt diese Kategorie weiterhin an.

Typischerweise geht es dabei um nicht gelieferte Ware, gefälschte Shops oder Zahlungen an Betrügerkonten. Die hohe Fallzahl zeigt, wie stark Alltagskäufe im Netz zum Einfallstor für Kriminelle geworden sind.

Investment- und Job-Scams verursachen die größten Schäden

Obwohl Investment- und Job-Betrug zahlenmäßig seltener vorkamen, verursachten sie die höchsten Verluste. Zusammen belief sich der Schaden auf mehr als 213 Millionen Baht.

Damit entfielen rund 53% des gesamten Wochen-Schadens auf diese beiden Betrugsarten. Die Polizei betont damit indirekt, dass wenige, aber „hochpreisige“ Fälle die Statistik stark nach oben treiben können.

Wer besonders betroffen ist: Frauen und bestimmte Altersgruppen

Frauen wurden den Angaben zufolge häufiger ins Visier genommen als Männer, besonders in der Altersgruppe von 21 bis 30 Jahren. Die Daten deuten auf gezielte Ansprache in sozialen Netzwerken und Messenger-Diensten hin.

Job-Scams traten am häufigsten bei Menschen zwischen 31 und 40 Jahren auf, während „Gewinn“-Betrug (Prize Scams) vor allem die Altersgruppe 41 bis 60 betraf. Die Polizei nutzt solche Profile, um Präventionshinweise zielgerichteter auszuspielen.

Schläge gegen „Mule Accounts“: 27 Festnahmen und Millionen sichergestellt

Die Polizei nahm 27 Verdächtige fest, darunter 26 Thailänder und einen chinesischen Staatsbürger, die mit Netzwerken von sogenannten Proxy- bzw. „Mule“-Konten in 11 Fällen in Verbindung stehen sollen. Dabei wurden mehr als 3,4 Millionen Baht sichergestellt.

Zusätzlich griffen die Behörden in 12 Fällen ein und verhinderten 57 Transaktionen. Dadurch seien weitere Verluste von mehr als 5,18 Millionen Baht abgewendet worden.

Konkrete Fälle: Udon Thani, Chiang Mai und eine verhinderte Überweisung

Ein zentraler Zugriff betraf drei Verdächtige in Udon Thani, die Teil eines Proxy-Konto-Netzwerks gewesen sein sollen; die Polizei stellte dort 500.000 Baht Bargeld sicher. Die Festgenommenen gestanden laut Behörden, für ein Betrugssyndikat gearbeitet zu haben.

Im Bezirk Chiang Dao (Chiang Mai) wurden zudem zwei Jugendliche im Alter von 17 und 19 Jahren festgenommen, die Geld von „Mule Accounts“ abgehoben haben sollen; sichergestellt wurden 150.000 Baht. In einem weiteren Fall stoppten Beamte eine 66-jährige Frau, die mehr als zwei Millionen Baht an Betrüger überweisen wollte.

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Quelle: Bangkok Post Thailand

Ein Kommentar zu „Thailand Online-Betrug explodiert: Millionen Schaden

  1. Schlagzeile Zitat: „…Online-Betrug explodiert…“
    Text Zitat: „Das Anti-Cyber Scam Centre erfasste konkret 7.372 Fälle, sechs mehr als im vorherigen Zeitraum. Trotz der leicht gestiegenen Fallzahl sank der Gesamtschaden um mehr als 15 Millionen Baht.“
    Was denn nun eigentlich? Aber wenn 0,08% ein Explosion darstellen sollten, naja dann eben Explosion.
    Mittel- und Langfristig könnte man das vermutlich nur verringern, wenn man anfangen würde in den Schulen mehr selbständiges Denken und weniger stures Auswendiglernen zu fördern.

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