BANGKOK, Thailand – Die Behörden nehmen die Registrierung von Ausländern in thailändischen Haushaltsregistern zunächst in Bangkok unter die Lupe. Anlass sind Unregelmäßigkeiten im Bezirk Din Daeng: In einem nur gut 30 Quadratmeter großen Zimmer sollen 60 Menschen gemeldet worden sein, während in den Registern der dortigen Wohnanlage fast 1.000 ausländische Kinder auftauchen.
60 Personen in einem kleinen Zimmer
Nach Angaben des stellvertretenden Innenministers stießen die Behörden bei der Prüfung auf Fälle, in denen Ausländer in die Register von Wohnungen eingetragen wurden. Die Einträge sollten offenbar die unrechtmäßige Ausstellung eines Ausweises für Menschen ohne thailändische Staatsangehörigkeit ermöglichen.
Bei einem Zimmer mit mehr als 30 Quadratmetern sei die Anmeldung von 60 Personen nicht plausibel. Wenn bei solchen Zahlen niemand misstrauisch werde, müsse gegen die Verantwortlichen vorgegangen werden, erklärte der Minister.
Prüfung in allen Bezirken Bangkoks
Die Untersuchung konzentriert sich zunächst auf Din Daeng. Nach den bisher geprüften Daten stehen in den Registern der dortigen Wohnanlage fast 1.000 ausländische Kinder.
Nach Einschätzung der Behörden handelt es sich bei vielen Einträgen offenbar nur um Namen, die zur Ausstellung von Ausweisen genutzt werden sollten. Bangkok will nun alle Bezirke prüfen. Anschließend soll die Untersuchung auf andere Landesteile ausgeweitet werden.
Sieben Haftbefehle nach Ermittlungen
Die Unregelmäßigkeiten wurden nach einer Prüfung durch die Verwaltungsbehörden und die Stadtverwaltung Bangkok im Jahr 2024 festgestellt. Daraus entwickelte sich ein Ermittlungsverfahren, das zu sieben Haftbefehlen bei der Polizeistation Din Daeng führte.
Die Festnahmen erfolgten am Tag vor den öffentlichen Äußerungen des stellvertretenden Innenministers. Die Ermittlungen laufen bei der Polizei weiter.
Makler, Hausbesitzer und Beamte im Visier
Unter den sieben Beschuldigten befinden sich nach Angaben des Ministers Vermittler, Hausbesitzer und Behördenmitarbeiter. Die Vermittler sollen die Anmeldungen organisiert haben.
Der Minister räumte ein, dass Behördenmitarbeiter die Vorgänge möglicherweise geduldet oder sich an ihnen beteiligt hätten. Ob und in welchem Umfang Beamte strafbar sind, soll die Polizei klären.
Disziplinarverfahren gegen Stadtmitarbeiter
Gegen beteiligte Mitarbeiter der Stadtverwaltung sollen zunächst dienstrechtliche Maßnahmen eingeleitet werden. Vorgesehen sind ihre vorläufige Entfernung aus dem Dienst und ein Verfahren wegen schwerer Disziplinarverstöße.
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Für auffällige Anmeldungen sollen die zuständigen Stellen künftig ihre Vorgesetzten einschalten. Die Verwaltungsbehörden und die Polizei wollen dafür die Zusammenarbeit bei der Kontrolle der Meldedaten verstärken.
Weitere Behörden und andere Formen des Meldebetrugs
An der Ausweitung der Ermittlungen sollen neben Bangkok auch die nationale Polizei, die Behörde für Sonderermittlungen, die Kommission gegen Korruption im öffentlichen Dienst und die Geldwäschebehörde beteiligt sein. Geprüft werden sollen auch andere Gebiete, in denen ähnliche Fälle möglich sind.
Nach Angaben des Ministers geht es nicht nur um missbräuchlich ausgestellte Ausweise. Die Behörden untersuchen auch falsche Geburtsmeldungen und Fälle, in denen eine erfundene Vaterschaft angegeben wird. Er bezeichnete die Angelegenheit als Sicherheitsfrage, weil dadurch Reisen und der Alltag für Betroffene leichter werden könnten. Die Behörden wollen deshalb früh eingreifen.
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