BANGKOK, Thailand – Ab dem 15. September dürfen injizierbare GLP-1-Medikamente in Thailand nur noch auf ärztliche Verschreibung abgegeben werden. Die Regel gilt auch für sogenannte Abnehmspritzen und soll Patienten vor falscher Anwendung, gefälschten Präparaten und Produkten unbekannter Herkunft schützen. Gleichzeitig baut die thailändische Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde ein System zur Rückverfolgung der Vertriebswege auf; Novo Nordisk bietet zusätzlich eine Echtheitsprüfung per Scan an.
Abnehmspritzen gibt es künftig nur mit Rezept
Die Behörde stuft injizierbare GLP-1-Medikamente als besonders kontrollierte Arzneimittel ein. Zuvor gehörten sie zur Gruppe der gefährlichen Medikamente.
Patienten müssen künftig ein Rezept vorlegen. In modernen Apotheken darf die Abgabe nur durch einen Apotheker erfolgen, damit Medikament, Dosierung und Eignung für den jeweiligen Patienten geprüft werden.
GLP-1-Medikamente werden nicht nur zur Gewichtsabnahme eingesetzt
Zu den GLP-1-Rezeptor-Agonisten gehören unter anderem Liraglutid und Semaglutid. Sie werden zur Behandlung von Typ-2-Diabetes eingesetzt, einige Präparate auch zur Gewichtskontrolle bei Menschen mit Fettleibigkeit.
Die Behörde reagiert auf die zunehmende Selbstmedikation ohne ärztliche Untersuchung. Auch der Verkauf gefälschter Medikamente, nicht registrierter Produkte und der Vertrieb über das Internet haben die strengere Kontrolle ausgelöst.
Behörde erwartet keine Versorgungslücke
Nach Angaben der Arzneimittelbehörde verteilen zugelassene Importeure die GLP-1-Medikamente an Krankenhäuser, Kliniken und Apotheken. Patienten müssten deshalb nicht mit einem Mangel rechnen.
Die neue Regel soll den Zugang für Menschen mit medizinischer Indikation nicht verhindern. Sie soll sicherstellen, dass diese Patienten das passende Medikament in der richtigen Dosierung erhalten.
Track-and-Trace-System soll Vertriebswege sichtbar machen
Die Behörde will die Verteilung der Medikamente mit einem Track-and-Trace-System überwachen. Zunächst sollen zugelassene Importeure und lizenzierte Arzneimittelverkäufer ihre Daten in das System melden.
Damit soll der Weg eines Präparats von der Einfuhr über Lagerung und Verteilung bis zur Abgabe nachvollziehbar bleiben. Auffälligkeiten, Medikamente außerhalb des regulären Systems und nicht registrierte Produkte sollen sich leichter zurückverfolgen lassen.
Behörde warnt vor Käufen im Internet
Die Behörde rät von GLP-1-Medikamenten aus dem Internet ab. Besonders misstrauisch sollten Verbraucher bei Angeboten werden, die keinen Arztbesuch verlangen oder ungewöhnlich billig sind.
Eine Anwendung ohne Diagnose kann Übelkeit, Erbrechen, Erschöpfung und einen schnellen Abfall des Blutzuckers auslösen. Beim Abnehmen können außerdem Muskelmasse und Fett verloren gehen, während der allgemeine Gesundheitszustand nicht gut ist.
Verstöße können Geldstrafen nach sich ziehen
Der Verkauf kontrollierter Medikamente ohne Rezept, der nicht genehmigte Handel und der Vertrieb nicht registrierter Arzneimittel verstoßen gegen das Gesetz. Für nicht genehmigte oder übertriebene Arzneimittelwerbung kann eine Geldstrafe von bis zu 100.000 Baht verhängt werden.
Der Hersteller Novo Nordisk arbeitet nach eigenen Angaben mit der Behörde an der Echtheitsprüfung. Für Semaglutid wurde der erste Datensatz bereits in das Behördensystem geladen, während einzelne Produkte schon mit einem Prüfaufkleber versehen sind.
Scan auf der Packung zeigt, ob das Medikament echt ist
Patienten können den Code auf dem Aufkleber der Medikamentenschachtel über das dafür vorgesehene System scannen. Jede Packung besitzt einen eigenen Code und soll Informationen zum jeweiligen Produkt anzeigen.
Lesen Sie auch: 800.000 Baht – Zwei-Konten-Strategie
Bei einem echten Präparat erscheint eine grüne Anzeige. Bei Auffälligkeiten fällt das Ergebnis anders aus. Patienten und medizinisches Personal sollen sich dann zur weiteren Prüfung an das Unternehmen wenden.

Wichtiger Hinweis für unsere Leser
Wir freuen uns auf Ihren Beitrag! Bitte beachten Sie für ein freundliches Miteinander unsere Regeln: