BANGKOK – Thailands Wasserbehörde schlägt Alarm: Ein sich anbahnendes El-Niño-Phänomen könnte die verheerende Dürrekrise von 2015 übertreffen. Die Trockenperioden drohen sich bis weit ins Jahr 2027 zu ziehen. 14 staatliche Stellen wurden zu einem Dringlichkeitstreffen zusammengezogen.
Dürre könnte Krise von 2015 übertreffen
Paitoon Kengkarnchang, stellvertretender Generalsekretär des Amtes für nationale Wasserressourcen (ONWR), warnt vor einer sich verschärfenden Lage. Die aktuellen Modellrechnungen deuten auf ein El-Niño-Ereignis hin, das schwerwiegender ausfallen könnte als die Dürre vor elf Jahren.
Die Behörde rechnet mit lang anhaltenden Trockenperioden. Die Auswirkungen des Wetterphänomens werden voraussichtlich bis Mitte 2027 spürbar bleiben.
14 Behörden zu Krisentreffen zusammengezogen
Das ONWR berief umgehend eine Sitzung mit wichtigen Regierungsstellen ein. Unter den Teilnehmern waren das thailändische Wetteramt, das königliche Bewässerungsamt, die Katastrophenschutzbehörde und die Stadtverwaltung Bangkok.
Paitoon leitete das Treffen und gab eine klare Anweisung aus: Hindernisse entlang der Wasserwege müssen sofort beseitigt werden. Bauprojekte blockieren vielerorts natürliche Abflusswege und verursachen trotz des allgemeinen Niederschlagsdefizits lokale Überschwemmungen.
El Niño soll sich ab Oktober massiv verschärfen
Das thailändische Wetteramt prognostiziert eine Intensivierung der El-Niño-Bedingungen zwischen Oktober und Dezember 2026. Es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit für ein „sehr starkes“ Ereignis.
Oberthailand trägt dabei das höchste Risiko für eine massive Unterbrechung der Niederschläge. Auch wenn das Phänomen danach abklingen soll, wird die Trockenheit das Land fest im Griff behalten.
Bauprojekte blockieren Abflusswege
Die landesweiten kumulativen Niederschläge liegen gegenwärtig zehn Prozent unter dem Durchschnitt. Dennoch kommt es regional zu Überschwemmungen, weil Bauwerke den natürlichen Wasserabfluss stören.
Die zuständigen Stellen sind nun angehalten, diese Blockaden unverzüglich zu räumen. Das ONWR drängt auf schnelles Handeln, um in der verbleibenden Regenzeit Schaden zu begrenzen.
Chao-Phraya-Dämme bieten Puffer
Trotz sinkender Zuflüsse in die Stauseen gibt das ONWR eine vorsichtige Entwarnung für das Einzugsgebiet des Chao Phraya. Die Reserven der großen Staudämme sind dank vorausschauender Planung in der Regenzeit 2025 auf einem beruhigenden Niveau.
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Für die vier Hauptreservoirs Bhumibol, Sirikit, Kwae Noi Bamrung Dan und Pasak Jolasid werden zum 1. November 2026 nutzbare Reserven von 12.105 Millionen Kubikmetern erwartet. Das ist zwar weniger als die 17.245 Millionen Kubikmeter vom November 2025, liegt aber meilenweit über den 4.247 Millionen Kubikmetern auf dem Höhepunkt der Krise 2015.
Landwirte sollen Pflanzpläne anpassen
Paitoon mahnt trotz der gefüllten Speicher zur Vorsicht. Gebiete außerhalb der formellen Bewässerungsnetze bleiben extrem anfällig für die drohende Trockenheit.
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Das ONWR fordert Landwirte dringend auf, ihre Pflanzpläne zu überdenken und den Anweisungen der Behörden zu folgen. Auch der Privatsektor und die Öffentlichkeit müssen strikte Wassersparmaßnahmen ergreifen, um Ernteschäden zu minimieren.
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